Medien für die sprachliche Bildung und Literacy

Bücher und Bilder, Spiele und Töne motivieren Sprache, Gefühle und Gedanken.​

Sylvia Näger bespricht für Sie Bücher, Spiele und audio-visuelle Medien, die Sie in Ihrer sprachlichen Bildungsarbeit, Sprachförderung und Literacyerziehung unterstützen.

Die monatlich erscheinenden Rezensionen bieten Ihnen eine fundierte Besprechung der ausgewählten Titel und zeigen den Bezug zur sprachlichen und literarischen Bildung auf.

Wenn ich einmal groß bin…

…kann ich bestimmen und das machen, was ich will. Wunschdenken beflügelt und Kinder malen sich liebend gerne aus, was alles möglich wäre, wenn sie selbstbestimmte Gestaltungsräume hätten.Sie verstehen es, einzutauchen in magisches und illusionsfreudiges Denken, und oft wird dieses für sie zu einem beliebten Spiel.Maria Dek hat angedockt an diese kindlichen Zukunftsträume und sie originell verwoben mit der Welt der Zahlen: „Wenn ich einmal groß bin, werde ich richtig groß sein, so groß wie 1 Riese.“ Und ich werde alles machen, was ich will: 5 Kugeln Eis essen, mit einem Schritt über 9 Pfützen springen, mit 15 Bären in einem Baumhaus wohnen, 18 zahme Spinnen haben und erst um 25 Uhr ins Bett gehen…Auf einer Doppelseite sind sämtliche Berufsvorstellungen abgebildet: „… einen für jeden Tag der Woche. Aber mein Lieblingsberuf wird Tiersitter sein. Und meinen 8 Tieren bringe ich dann tolle Kunststücke bei.“Zartbunt und fantasievoll sind die Wünsche und Träume von Kindern ins Bild gesetzt. So regt das trefflich gestaltete Zahlenbuch zum Nachdenken über eigene Zukunftsideen und Lebensvorstellungen an und bespielt dabei wunderbar den Zahlenraum von 1 bis 25.  

Buchcover: „wenn-ich-einmal-groß-bin"

Anregungen für die Praxis

Für Kinder ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff „größer werden“ meistens dadurch bestimmt, dass sie sich mit ihrer eigenen “Größe” beschäftigen. Sie wollen wachsen, denn größer werden ist der Inbegriff dafür, dass sich neue Türen für sie eröffnen werden, indem sie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen entwickeln. Dieses Interesse an der eigenen Größe ist der Ausgangspunkt für die folgende Messaktion.

  • Vorbereitung: Stellen Sie eine Sammlung von Metermaßen zusammen: ein Messlatte, die an der Wand befestigt werden kann und über eine Skale von 1 – 100 cm verfügt; ein klappbares Metermaß, wie es Handwerker verwenden; verschieden lange Lineale; ein flexibles Schneidermaßband.Erstellen Sie eine dreispaltige Tabelle, in die die Kinder ihre Ergebnisse eintragen können: Name, Länge in cm, und die Reihenfolge in aufsteigender Nummerierung.
  • Gruppe: bis zu sechs KinderMaterial: Metermaßsammlung, Bleischnur (erhältlich in Gardinenabteilungen), mitteldicke Kordeln (aus Plastik in vielen Farben und Stärken erhältlich in Baumärkten)
  • Einstimmung: Erzählen Sie den Kindern, dass ein Riese sie gefragt habe, wie groß eigentlich Kinder seien, die in die Kita gehen. Seine riesigen Kinder hätten ihn gefragt, und er wisse das nicht wirklich, und am liebsten hätte er von jedem Kind ein Bild, den Namen und ganz genaue Zahlen. Dann kann er seinen Kindern am Metermaß zeigen, wie groß diese Menschenkinder in der Kita sind.
  • Zeigen Sie den Kindern die Messlatte und erklären Sie, dass diese Zahlen zeigen, wie groß etwas ist. Erklären Sie, dass Zahlen, die etwas über die Länge aussagen, einen Familiennamen haben, der „Zentimeter“ ist, und dass ihre Messlatte 100 solche Zentimeter lang ist.
  • Aufgaben der Kinder:- Geht zu zweit zusammen. - Einer stellt sich an die Messlatte und der andere schaut sich die Zahl an, die über dem Kopf sichtbar ist.- Er schreibt die Zahlen hinter den Namen des Kindes in die Tabelle.- Dann misst der, der gemessen wurde, wie viele Zentimeter sein Partner hat.- Wenn alle sich gegenseitig gemessen haben und die Ergebnisse aufgeschrieben sind, stelltihr euch der Größe nach auf.- Wer ist nun am größten, wer hat die meisten Zentimeter? Dieser erhält in der dritten Spalte die 1, das Kind, das am zweitgrößten ist, die 2, usw. Diesen Eintrag moderieren und erklären Sie und führen ihn auch durch. Fordern Sie Kinder auf, nun selbst etwas zu vermessen und aus den Messergebnissen eine Reihenfolge zusammenzustellen: Legosteine, Bilderbücher, Bauklötze - alles Mögliche ist geeignet. Unbewegliche Gegenstände können die Kinder mit der Bleischnur oder der Kordel abmessen und die Zentimeterzahlen an der Messlatte feststellen. Zeigen Sie den Kindern die verschiedenen Formen der Messwerkzeuge und lassen Sie sie selbst entscheiden, was sie wie abmessen.

Dinge zu vermessen ist eine sehr vielfältige Beschäftigung. Sie hilft Kindern, sich handlungsorientiert sprachliche Begriffe wie kleiner, größer, länger, kürzer, mehr, weniger, klein, groß, schmal, breit anzueignen. Zudem ist das Maßnehmen eine unschätzbare Erfahrung, um eine mathematische Denkweise zu entwickeln und durch eigene Tätigkeit die gebräuchliche Maßeinheit cm kennen zu lernen.

Maria Dek: Wenn ich einmal groß bin. Das Zahlenbuch der großen Träume.
München: Knesebeck 2019, 48 Seiten | € 13,00 | ab 4

Sylvia Näger, Freiburg;
Diplom-Medienpädagogin. Dozentin in der Aus-und Fortbildung von Grundschullehrenden, Erzieherinnen und Bibliothekaren. Lehrtätigkeit in den Bereichen sprachliche Bildung, Literacy, Kinder- und Jugendliteratur,  Lyrik und Medienpädagogik.
Langjährige Herausgeberin der Edition „Bilderbuchkino” und Autorin pädagogischer Fachbücher.

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Kontakt

Daniela Bischler
Trägerübergreifende Fachberaterin Sprachliche Bildung

Amt für Kinder, Jugend und Familie
Abteilung Förderung von Kindertageseinrichtungen
Europaplatz 1
79098 Freiburg

Tel. 0761 / 201 - 8431
Fax 0761 / 201 - 8409
daniela.bischler@stadt.freiburg.de

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