Stadtwald

Freiburger Waldgeschichte(n)

Nicht immer präsentierte sich der Stadtwald so, wie wir ihn heute kennen.

Hätten Sie gedacht, dass es einmal Zeiten gab, in denen nahezu die gesamte heutige Gemarkungsfläche unserer Stadt von dichten Wäldern bedeckt war?

Und dass nur wenige Jahrhunderte später eines der drängendsten Probleme der Stadt die immer knapper werdenden Holzvorräte waren?

Oder dass einige der mächtigen Mooswaldeichen schon bei der Verabschiedung des Badischen Waldgesetzes im Jahre 1833, und damit quasi in der Geburtsstunde der geregelten Forstwirtschaft zugegen waren?

Holzernte früher...
Holzernte früher...
... und heute
... und heute

Wälder spiegeln immer auch die Geschichte des Menschen wider. Und wenn Sie genau hinsehen: vielleicht verrät der Wald auch Ihnen eines seiner Geheimnisse.

Vom Menschen unbeeinflusst bis 500 v. Chr.

Der Naturwald von einst

Noch bis vor 10.000 Jahren, dem Ende der Würmeiszeit, war der Schauinslandgipfel bis etwa zur Holzschlägermatte (900-950 Meter) von Gletschern bedeckt. Mit zunehmender Erwärmung gab das Eis die Bergkuppen frei, und die sich ansiedelnden Bergwälder veränderten sich über Fichtenmischwälder hin zu Buchen-Tannenwäldern. In der wärmeren Rheinebene entstanden eichenreiche Laubmischwälder aus vorwiegend Stieleiche, Linde, Ulme, Spitzahorn, Erle und Esche.

Etwa 500 v.Chr. endet diese vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Waldentwicklung. Man nimmt an, dass ohne den folgenden, Jahrhunderte währenden Einfluss des Menschen die heutigen Wälder auf Freiburger Gemarkung den damaligen sehr ähnlich wären ("potenziell natürlicher Wald").

Mittelalterlicher Raubbau

Das "hölzerne" Zeitalter

Seit dem frühen Mittelalter wurde Holz zum zentralen Rohstoff fast aller Lebensbereiche des Menschen. In zunehmender Intensität wird hierdurch auch die Waldentwicklung geprägt.

Aufkommende Gewerbe wie der Silberbergbau am Schauinsland, der Betrieb von Schmelzöfen, Köhlereien, Glashütten und andere Waldgewerbe sowie der Brennholzbedarf der Haushalte verschlangen riesige Holzmengen.

Die Flächenausdehnung und das Erscheinungsbild des Stadtwaldes sind bis heute davon beeinflusst. Lange Zeit waren die unvorstellbaren Verwüstungen derart stark, dass der Wald eher einer Parklandschaft oder Weidefläche glich als einem Wald, wie wir ihn heute kennen.

Tipp:
Im Besucherbergwerk können Sie einen Stollen besichtigen, in dem schon vor 800 Jahren echtes Silber abgebaut wurde! Näheres erfahren Sie unter www.schauinsland.de

Die Freiburger Waldgeschichte hautnah erleben können Sie auf dem neu eingerichteten kulturhistorischen Lehrpfad "Erzkasten-Rundweg".

Der "Rote Faden" einer zukunftsfähigen Waldnutzung

Die Geburtsstunde der Nachhaltigkeit

Als Ende des 18. Jahrhunderts auch für die Freiburger die Holzversorgung aus dem eigenen Wald immer schwieriger wurde, schlug die Geburtsstunde der Nachhaltigkeit: Es durfte fortan nur soviel Holz genutzt werden, wie auch wieder nachwächst. Im Jahr 1833 wird dieser Grundsatz im ersten
Badischen Forstgesetz verankert. Hätten Sie gewusst, dass die seit der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro 1992 allseits propagierte "nachhaltige Entwicklung" letztlich auf die Forstwirtschaft dieser Zeit zurückgeht?

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