Doppische Nachhaltigkeitssteuerung

Der Ansatz der nachhaltigen Entwicklung macht politische Entscheidungen in allen Bereichen transparenter und erlaubt das Sichtbar-machen der Folgen des Handelns – nicht zuletzt aber auch des Nichthandelns.
Die Stadt Freiburg war bundesweit die erste Kommune, die 2014 das Instrument der „doppischen Nachhaltigkeitssteuerung" eingeführt hat. Entsprechend den gesetzlichen
Grundlagen des Landes Baden-Württemberg (§ 4 Abs. 2 GemHVO) muss das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) mit einem Zielsystem verbunden werden, welches eine Steuerung mittels Kennzahlen ermöglicht.
Die Verknüpfung der Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung geht noch einen Schritt weiter. Sie ermöglicht die Messbarkeit der Zielerreichung durch monetäre und qualitative Kennzahlen im Haushalt darzustellen und diese mit Inhalten des Nachhaltigkeitsmonitorings im Nachhaltigkeitsbericht zu komplementieren. So werden die Haushaltsschwerpunkte der einzelnen Ämter zum einen einem wirkungsorientierten Monitoring unterzogen, um längerfristige Betrachtungen von Entwicklungen darzustellen. Zum anderen werden die Haushaltsschwerpunkte zielbezogen in einen übersichtlichen Gesamtkontext gesetzt, um Handlungsoptionen vorzustellen. Der Gemeinderat hat die Möglichkeit auf dieser Grundlage, die zur Verfügung stehenden Ressourcen so zu steuern, dass sie generationengerecht und langfristig eingesetzt werden, aber auch die Grenzen der Tragfähigkeit kommunalem Handelns aufzeigen.
Damit zeigt die Stadt Freiburg auf, dass das Neue Kommunale Haushaltsrecht zentraler Bestandteil einer integrierten Nachhaltigkeitssteuerung sein kann.

Nachhaltigkeitsmonitoring

Zur Steuerung des kommunalen Nachhaltigkeitsprozesses stehen Politik und Verwaltung mit der Anwendung der doppischen Nachhaltigkeitssteuerung und Nachhaltigkeitsberichterstattung wesentliche Bestandteile für ein Nachhaltigkeitsmonitoring zur Verfügung.

Das umsetzungsbezogene Monitoring wird unter Federführung der jeweiligen Fachämter durchgeführt. Ihnen obliegen die Entwicklung von Konzepten, Strategien, Instrumenten und die Erstellung von Datengrundlagen zur fachlichen Umsetzung der Freiburger Nachhaltigkeitsziele. Viele kommunale Handlungsfelder bedürfen einer integrierten Herangehensweise, so dass mehrere Ämter auch dezernatsübergreifend zusammenarbeiten um einen Beitrag zur Zielerreichung zu leisten.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Mit der Fortschreibung der Freiburger Nachhaltigkeitsziele (2017) konnte eine qualitative Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglicht werden, die einer verbesserten Nachhaltigkeitssteuerung dient.
So wurde mit dem 3. Freiburger Nachhaltigkeitsbericht eine durchgängige städtische Berichterstattung zur Zielerreichung anhand von Maßnahmen und messbaren Indikatoren umgesetzt.

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung beinhaltet einen Prozess.
Der Freiburger Nachhaltigkeitsbericht zeichnet demnach einen Ausschnitt des Prozesses der Stadt Freiburg hin zu einer nachhaltigen Stadt nach.
Angelehnt an internationale Berichtsstandards und nationale Empfehlungen wurde in Zusammenarbeit mit der verwaltungsinternen AG Nachhaltigkeit und den jeweiligen Ämtern die angewandte Indikatorenauswahl entwickelt. Dies stellt einen ersten Stand dar, der kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt wird.

Gesamtstädtische Berichterstattung
Der Freiburger Nachhaltigkeitsbericht gilt als dynamischer Arbeitsbericht, der in die Zukunft gerichtet ist und eine übergeordnete, strategische Handlungsebene erschließt.
Eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzungen mit z.B. sozialräumlichen Fragestellungen oder der maßnahmenbezogenen Umsetzung kann nun, in Bezug auf die übergeordnete Nachhaltigkeitszielerreichung, in den jeweiligen Fachberichten (z.B. Bildungsbericht, Sozialbericht) sichergestellt werden.
Darauf aufbauend und als folgerichtiger Schritt hin zu einer durchgängigen gesamtstädtischen Berichterstattung, erarbeitet das Nachhaltigkeitsmanagement parallel dazu mit den städtischen Gesellschaften die Anwendung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Ziel ist ein Nachhaltigkeitsmonitoring anhand der Freiburger Nachhaltigkeitsziele zu entwickeln und parallel zum Beteiligungsbericht den nach DNK Kriterien erstellten Nachhaltigkeitsbericht der städtischen Gesellschaften dem Gemeinderat vorzulegen.
Der DNK gilt als international anerkannter Berichtsrahmen Nachhaltigen Wirtschaftens. Er wurde in einem knapp zweijährigen Stakeholder-Dialogprozess mit Vertretungen der Politik, des Finanzmarkts, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in entwickelt. Seit der Einführung im Jahr 2012 haben bundesweit mittlerweile 469 Unternehmen ihren Nachhaltigkeitsbericht nach dem DNK Standard veröffentlicht. Darunter börsenorientierte Unternehmen, ebenso wie der Sparkassenverband und eine Vielzahl von Unternehmen mit bundes- oder kommunaler Beteiligung.

Internationale Kooperation
Ferner wurde im Rahmen der International Sister City Conference im Oktober 2018 ein Grundstein für einen globalen Austausch und Zusammenarbeit zur Anwendung von SDG-Indikatoren auf kommunaler Ebene mit den Partnerstädten Besançon, Guildford und Suwon gelegt. Ziel ist ein Nachhaltigkeitsmonitoring anhand der SDGs und einen möglichen Berichtsstandard für Kommunen zu entwickeln, um Kommunen weltweit in ihrer jeweiligen Entwicklung vor Ort als Orientierung zu dienen. Ferner kann dadurch ein fachlicher Austausch von Kommunen zu steuerungsrelevanten Instrumenten, innovativen Lösungsansätzen und eine gegenseitige Unterstützung im Umgang mit lokalen Herausforderungen ermöglicht werden.

Kontakt

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Simone.Pflaum
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