Mehr Mehrweg lohnt sich, denn mehr Mehrweggeschirr und -verpackungen bedeuten nicht nur Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und ein sauberes Freiburg – wer Mehrweg nutzt, spart sich ab dem 1. Januar 2026 in Freiburg auch die Verpackungssteuer.
Mit der Einführung der Verpackungssteuer werden in Freiburg auch Mehrwegsysteme gestärkt. Zum einen mit Hilfe eines Förderprogramms, das lokale Akteur*innen bei der Einführung oder Ausweitung einer Mehrweg-Lösung unterstützt. Zum anderen führt die Verwaltung mit Partnern aus der Logistikbranche, übrigens als erste Stadt Deutschlands, einen Mehrwegverbund mit eigener Spüllogistik ein.
Einfach wieder abgeben
Ob warmes Fleischkäsebrötchen beim Stadtbummel, ein heißer Cappuccino auf dem Weg zur Arbeit oder eine Bowl in der Mittagspause – ein Snack auf die Hand gehört dazu – und geht dank Mehrwegsystem auch ohne Müll. Die Mehrwegbehälter kosten lediglich einen Pfandbetrag, sind praktisch, ressourcenschonend und können nach dem Gebrauch einfach zurückgegeben werden.
So geht's: Jeder Becher des Mehrwegverbunds trägt einen QR-Code. Nach dem letzten Schluck wird dieser gescannt – die Web-App öffnet sich automatisch und zeigt die nächstgelegene Rückgabestelle an. Das funktioniert schnell, unkompliziert und ohne Anmeldung. Wer möchte, kann die Becher natürlich auch weiterhin ohne den QR-Code zu scannen und ohne die App zu benutzen zurückgeben.
Welche Vorteile hat der Mehrwegverbund für mich als Kund*in?
Sie können einen Mehrwegbecher in der einen Gastronomie ausleihen und nach Gebrauch bei einer anderen zurückgeben. Im Alltag kann das beispielsweise bedeuten: Sie holen sich morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Kaffee und können den Mehrwegbecher nachmittags an anderer Stelle wieder abgeben. Je mehr Betriebe teilnehmen, desto praktischer und nutzungsfreundlicher wird der Verbund. Perspektivisch soll dieses System auch auf andere Mehrweggegenstände, wie Bowls erweitert werden.
Wo kann ich meinen benutzten Mehrwegbecher wieder abgeben?
Wenn der Mehrwegbecher das Mehrwegverbund-Freiburg-Logo trägt, kann er bei allen teilnehmenden Betrieben zurückgegeben werden. Ein angebrachtes Logo im Eingangsbereich der Gastronomie macht die Teilnahme am Verbund deutlich. Bei Rückgabe erhalten Sie den Becherpfand zurück oder lassen sich den Pfandwert mit dem Kaufbetrag verrechnen.
Wo gibt es Informationsmaterial für mich, mein Verkaufspersonal und meine Kund*innen?
Hier (1,915 MB) können Sie einen Flyer mit Informationen zum Mehrwegverbund herunterladen, ein weitere Flyer (2,081 MB) spricht gezielt Kund*innen an. Ein Übersichtsblatt zur Verpackungssteuer gibt es hier.
Über das neue EU-Projekt „CIRCULANDIA“ fließen rund 700.000 Euro nach Freiburg. Mit dem Geld können die Mehrwegoffensive weiter ausgebaut, die Gastronomie noch stärker eingebunden und zusätzliche Mehrwegspeiseschalen gefördert werden.
Die Stadt hatte sich gemeinsam mit 35 Partnerorganisationen im Rahmen einer europäischen Ausschreibung zum Thema Kreislaufwirtschaft beworben. Der Antrag war erfolgreich: Die EU fördert CIRCULANDIA insgesamt mit 9,6 Millionen Euro. An dem Projekt beteiligen sich Städte, Regionen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen aus zwölf Ländern. Freiburg geht mit gutem Beispiel voran und wurde als Vorbild ausgewählt.
Takeaway-Angebote und Lieferdienste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das damit verbundene Abfallaufkommen steht allerdings zunehmend in der Kritik und erfordert neue gesetzliche Grundlagen. So hat die Bundesregierung mit dem neuen Verpackungsgesetz beschlossen, schrittweise ein Verbot für Einwegkunststoffverpackungen und eine Pflicht für Mehrwegverpackungen einzuführen.
Im Zuge dessen wurde bereits ab Juli 2021 der Verkauf von bestimmten Artikeln aus Einwegkunststoff, wie Strohhalme, Besteck und Styroporboxen, verboten. Ab 2023 sind Betriebe bundesweit verpflichtet, Mehrwegverpackungen anzubieten, die nicht teurer als Einwegverpackungen sein dürfen.
Am 6. Mai 2025 beschloss der Gemeinderat mit sehr deutlicher Mehrheit eine umfassende Mehrwegoffensive. Der Fokus wurde dabei auf den Aufbau einer lokalen Mehrweglogistik gerichtet, die eine Analyse des bestehenden Mehrwegsystems in Freiburg empfohlen hatte. Der Bericht kann über mehrweg@freiburg.de angefordert werden. Durch die Mehrwegoffensive soll das Mehrwegsystem ausgeweitet werden – auch mit Hilfe eines Förderprogramms, das lokale Akteure beim Aufbau eines Mehrwegangebots unterstützt.
Gleichzeitig wurde auch die Freiburger Verpackungssteuer verabschiedet. Sie orientiert sich am Modell der Stadt Tübingen, die die Steuer 2022 eingeführt hat und vom Bundesverfassungsgericht im Januar 2025 als rechtmäßig bestätigt wurde. Die Verpackungssteuer gilt ab 1. Januar 2026.
Ökologische Bewertung von Einweg- und Mehrwegverpackungen
Im Unterschied zur Verpackungssteuer in Tübingen sind in Freiburg auch Einwegverpackungen steuerpflichtig, die nach der Nutzung am Ausgabeort vollständig zurückgenommen und anschließend recycelt werden.
Ein Fachgutachten (2,681 MB) des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) und der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) hat untersucht, wie sich das Recycling solcher Einwegverpackungen im Vergleich zur Nutzung von Mehrwegverpackungen auf die Umwelt auswirkt.
Das Ergebnis: Bei Verpackungen, die am Ausgabeort vollständig zurückgenommen und einem werkstofflichen Recycling zugeführt werden, sind Mehrwegverpackungen in der Regel die ökologisch vorteilhaftere Variante.