Konflikte und Lösungsansätze

Wildtiere in der Stadt

Eine Gruppe von Jungfüchsen
Eine Gruppe von Jungfüchsen (Foto: Judith Niggli/wildenachbarn.ch)

Wildtierarten entdecken zunehmend unsere Städte als Revier. Sie lassen sich in den Sommermonaten tagsüber beobachten und teilen sich mit uns denselben Lebensraum. Die betreffenden Wildtierarten sind anpassungs- und lernfähig. Zusätzlich werden sie in der Stadt nicht bejagt. Das Miteinander ist in der Regel unproblematisch, vereinzelt können Konflikte auftreten.

Wildtiere finden in der Stadt alles, was sie brauchen

Nahrung, Versteckmöglichkeiten und Artgenossen. Oft ziehen sie auch Nachwuchs groß, der sich wiederum im vertrauten Umfeld auf die Suche nach einem eigenen Revier und Partnern macht.

Bitte füttern Sie keine Wildtiere und entsorgen Sie Essensreste und Müll ordnungsgemäß!

Nahrung

Der Mensch bietet Nahrung im Überfluss: Komposthaufen, Essensreste, offene Mülleimer, gelbe Säcke und Tierfutter, machen Städte und Dörfer für Wildtiere besonders attraktiv. Obst- und Gemüsegärten liefern zusätzliche, natürliche Nahrung. 

Wildtiere können gut mit Futterknappheit umgehen und sind nicht auf unsere Fürsorge angewiesen. Durch direktes oder unbeabsichtigtes Füttern verlieren Wildtiere diese Fähigkeit – und Ihre Scheu vor uns Menschen! Außerdem können sie ernsthaft erkranken.

Strukturvielfalt und Klima

Städte bieten viele Strukturen, die Wildtiere nutzen können: Dazu zählen Hecken, alte Parkbäume, Spalten und Nischen an Gebäuden und Mauern, Hohlräume unter Garagen und Gartenhäuschen, sowie nicht umzäunte und verwilderte Gärten. 

In Städten herrschen Temperaturen, die 6 bis 12 Grad Celsius höher liegen können als in der freien Landschaft. Hiervon profitieren Wildtiere vor allem im Winter.

Verhalten gegenüber Wildtieren in einer Notlage

Wenn Sie einem Wildtier in einer Notlagen begegnen, gilt: Wildtiere möglichst in Ruhe lassen, nicht berühren, nicht einfangen und umgehend die zuständige Behörde verständigen! Dies gilt auch für vermeintlich verlassene Jungtiere. Von toten Tieren geht in der Regel keine Gefahr aus, wenn Handschuhe getragen werden.

Vorsicht: Wildtiere können Überträger von Krankheiten sein!

Wildtiere werden grundsätzlich nicht zur Behandlung zum Tierarzt verbracht: Extremer Stress in Gefangenschaft bedeutet in der Regel kaum Heilungsaussichten.

Sollte sich eine Privatperson trotzdem eines verletzten, hilflosen  oder kranken Tieres annehmen wollen, ist dringend zu beachten, dass die Aufnahme streng geschützter Arten der Höhere Naturschutzbehörde (HNB) gemeldet werden muss. Diese kann die Herausgabe des aufgenommen Tieres verlangen. Bei jagdbaren Arten bedarf es der Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten (JAB). Alle Wildtiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich in Freiheit selbstständig erhalten können. Ist eine vollständige Genesung ausgeschlossen, muss das Wildtier bei der zuständigen Behörde abgegeben werden.

Wilde Nachbarn

Fuchs
Fuchs (Foto: Zoltan/stock.adobe.com)
Steinmarder
Steinmarder (Foto: creativenature.nl/stock.adobe.com)
Dachs
Dachs (Foto: iredding01/stock.adobe.com)

Stadtfüchse

Als echte "Kulturfolger" haben sich Füchse an den Menschen angepasst und gehören zum Stadtbild. Eine Begegnung bedeutet keine unmittelbare Gefahr. Hauptgründe für das häufigere Auftreten des Fuchses in Städten sind ein reichhaltiges Nahrungsangebot, fehlender Jagddruck sowie Zutrauen zum Menschen, das sie dank ihrer Lernfähigkeit fassen.

Nachbarschaftstipps

Füchse sind nicht aggressiv und greifen Menschen nicht an. Nur halbzahme, angefütterte Füchse oder neugierige Jungfüchse trauen sich dichter an uns heran. Bei Begegnungen gilt daher: Ruhe bewahren und dem Tier einen Fluchtweg lassen.

Füchse von Grundstücken fernzuhalten ist schwierig. Die Tiere überklettern einfache Absperrungen oder zwängen sich unter Zäunen durch, wenn diese nicht eingegraben sind. Trotzdem helfen bereits folgende, einfache Maßnahmen: 

  • Nahrungsquellen entfernen
  • Komposthaufen und Mülltonnen geschlossen halten
  • Schuhe und leicht zu transportierende Gegenstände wegräumen
  • Unterschlupfmöglichkeiten unzugänglich machen
  • Gelbe Säcke erst am Morgen bereitstellen
  • Gartenbeete durch Netze oder Drahtumrandungen schützen
  • Fuchskot in der schwarzen Mülltonne und nicht auf dem Kompost entsorgen (Infektionsrisiko)

Sollte eine Fuchsfamilie bereits im Garten wohnen, müssen während der Jungenaufzucht von März bis Juli Störungen vermieden werden. Vorhandene Fuchsbauten können ab August Röhre für Röhre verschlossen werden.

Tollwut und Fuchsbandwurm

Die Tollwut kommt in Deutschland nicht mehr vor. Dagegen besteht vor allem in Süddeutschland grundsätzlich die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren. Die Fallzahlen nehmen seit Jahren zu. Für das Jahr 2018 verzeichnet das Robert-Koch-Institut bundesweit 155 Infektionen – mehr als ein Viertel davon in Baden-Württemberg. Das Risiko einer Infizierung wird durch folgende Vorsichtsmaßnahmen minimiert:

  • Tote Füchse nur mit Handschuhen anfassen
  • Pilze, Beeren, Gemüse, Salat, und Obst gründlich waschen
  • Haustiere impfen und regelmäßig entwurmen
  • Kranke Füchse beim Forstamt melden 

Steinmarder

Auch Steinmarder gehören zum Stadtbild. Ihr natürlicher Lebensraum ist knapp und Städte bieten vergleichbare Strukturen: Parks, Gärten, Dachstühle oder Lagerhallen werden besiedelt. Die Scheu vor Menschen ist weitgehend verschwunden. Wir müssen lernen, unseren Lebensraum zu teilen. So kann eine gute Nachbarschaft gelingen.

Wilde Untermieter*innen

Handelt es sich bei den "Gästen" auf dem Dachboden um Steinmarder? Neben wurstartigem Kot finden sich Spuren: Sie haben die Größe von Katzenpfoten, weisen aber 5 Zehen und Nägel auf. Ausgestreutes Mehl erleichtert die Spurensicherung am Fundort. Lärmbelästigung tritt besonders von April bis September (Aufzucht der Jungtiere und Paarungszeit) auf. Hinzu kommt ein unangenehmer Geruch durch Kot, Urin und Beutereste.

Automarder

Motorräume von Fahrzeugen dienen als Rastplatz, Versteck für Nahrung oder Spielplatz für Jungtiere. Das Zerbeißen von Schläuchen und Kabeln lässt sich mit Revierverhalten erklären: Durch den Geruch eines vermeintlichen Rivalen provoziert, lenkt der Marder sein aggressives Verhalten auf Zündkabel und Kühlschläuche um – vor allem, wenn Fahrzeuge an Reviergrenzen geparkt werden oder Fahrzeuge zwischen verschiedenen Marderrevieren pendeln. Folgende Gegenmaßnahmen sind sinnvoll:

  • Elektrische Abwehrsysteme einbauen
  • Mechanische Schutzschläuche überziehen
  • 1 m² großen, mit Maschendraht bespannten Holzrahmen unter das Fahrzeug legen

NachbarschaftstippsEinfache Maßnahmen können große Wirkung zeigen:

  • Auslegen einer saugfähigen und wasserdichten Abdeckung, die ein Eindringen des Urins in den Boden verhindert. Etwas Kot zurücklassen, damit der Steinmarder keine neueToilette anlegt
  • Entfernung von Beuteresten
  • Schäden an Isolationsmaterial der Abdeckungen vermeiden
  • Antennenkabel verdeckt verlegen Vergrämung durch regelmäßiges Betreten und Räumen von Dachböden
  • Dachaufstiege mit Verblendungen aus glattem Material sichern
  • Ab August können Einstiegsmöglichkeiten stabil und dauerhaft verschlossen werden: Wo die flache Faust durchgeschoben werden kann, kommt ein Steinmarder durch

Dachs

Dachse treten vor allem im Bereich der Siedlungsränder auf. Hier gehen großzügige, nicht eingezäunte Grundstücke fließend in die offene Landschaft über und es gibt ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Es gibt keine intensive Nutzung durch Mensch oder Haustier, regelmäßig viel Fallobst und viele Engerlinge unter der Grasnarbe.

Nachbarschaftstipps

Die dämmerungs- und nachtaktiven Allesfresser fallen immer dann auf, wenn Löcher im Garten und unter Terrassen und Schuppen entdeckt werden. Bei den Löchern im Rasen handelt es sich meistens um Latrinen, in die der Dachs regelmäßig kotet oder um das Ergebnis der Nahrungssuche unter der Grasnarbe. Bei den recht großen Löchern unter Gebäuden oder Fundamenten sowie im Bereich geschützter Böschungen handelt es sich um Dachsbauten. Diese werden oft von Familiengruppen bewohnt und können über die Jahre beachtlich groß werden. Die Tiere bewegen bei der Anlage viele Kubikmeter Erde, was zu beträchtlichen Hohlräumen führen und die Standfestigkeit von Gebäuden gefährden kann.

Um Schäden an Haus und Garten möglichst gering zu halten, können Hausbesitzer präventiv einige Maßnahmen ergreifen:

  • Mülltonnen und Komposthaufen verschließen
  • Kein Tierfutter auslegen
  • Sichere, massive Umzäunung von Beeten oder Obstanlagen. Die Zäune müssen zwingend tief eingegraben werden.

Bestehende Bauten

Die von Dachsen bereits bestehende Bauten können ab August Loch für Loch verschlossen werden. Das Ausbringen von auf dem Boden verankertem Maschendraht erschwert das erneute Graben. Rund um bestehende Bauten sollte die gesamte Vegetation vollständig entfernt werden. Schließlich wird die Bautätigkeit ganz aufgegeben.

Wildkrankheiten

Dachse können in seltenen Fällen Überträger des Fuchsbandwurmes sein. Dies trifft auch für die Tollwut zu, die jedoch in Deutschland nicht mehr vorkommt.

Probleme mit Wildtieren – wer hilft?

Wenn Sie Hilfe bei Problemen mit Wildtieren benötigen oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte zu den angegebenen Zeiten an die unten aufgeführten Stellen:

Wildtiere mit Jagdrecht (jagdbare Arten)

z.B. Fuchs, Dachs, Marder, Schwan, Nilgans, Rabenkrähe und Wildkatze.

Jagdausübungsberechtigte (JAB):

Jagdpachtende, Forstrevierleiter oder
Wildtierbeauftragte beim Forstamt Freiburg, Telefon: 0761 201-6213,
Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und Wochenend-Bereitschaft

Polizei

Telefon: 110, 
Montag bis Freitag von 16 bis 8 Uhr und am Wochenende

Integrierte Leitstelle

Telefon: 112
Montag bis Freitag von 16 bis 8 Uhr und am Wochenende

Wie geht's weiter?

In jedem Fall muss ein*e Jagdausübungsberechtigte*r (JAB) informiert werden.
Nach der Beratung erfolgt das weitere Vorgehen:

  1. Jagdbezirk: Übergabe zur schmerzlosen Tötung oder Freilassung an JAB oder Förster*in
  2. Siedlungsbereich (befriedeter Bezirk): Fang oder Bergung durch Feuerwehr und Übergabe zur schmerzlosen Tötung oder Freilassung an JAB oder Förster*in
  3. Kadaver von auffälligen Tieren gehen an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) zur Untersuchung

Wildtiere ohne Jagdrecht (geschützte Arten)

z.B. Fledermäuse, Igel, Eichhörnchen, (Greif-)Vögel, Amphibien, Reptilien, Wespen und Hornissen.

Wildtierbeauftragte beim Forstamt Freiburg

Telefon: 0761 201-6217,
Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und Wochenend-Bereitschaft

Polizei

Telefon: 110, 
Montag bis Freitag von 16 bis 8 Uhr und am Wochenende

Integrierte Leitstelle

Telefon: 112
Montag bis Freitag von 16 bis 8 Uhr und am Wochenende

Wie geht's weiter?

Benachrichtigung der zuständigen Behörde:

Besonders geschützte Arten an die Untere Naturschutzbehörde (UNB)
Streng geschützte Arten an die Höhere Naturschutzbehörde (HNB)

Sonderfälle sind Störche, Biber und Fledermäuse. Sie müssen bei folgenden Stellen gemeldet werden:

  • Storch: Storchenvater | Mobil 0151 125 291 33
  • Biber: Biberbeauftragte | Telefon 07741 684 144 | saettele-biberfragen@t-online.de
  • Fledermaus: AG Fledermausschutz | Mobil 0179 492 995

Nach der Beratung erfolgt das weitere Vorgehen:

  • Verbleib in der Natur
  • Schmerzlose Tötung durch im Stadtkreis Freiburg niedergelassene Tierärzte
  • Abholung durch die Tierrettung (bei lebensbedrohlichen Zwangslagen)
  • Verbringung in ein Tierheim

Film zur Arbeit der Wildtierbeauftragten in Baden-Württemberg:

Rechtslage bei Wildtieren in Siedlungsräumen

Neben dem Tierschutzgesetz sind das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz sowie das Naturschutzgesetz maßgebend. Hinzu treten weitere, je nach Einzelfall berührte Rechtskreise, wie das Polizeirecht, das Feuerwehrrecht oder das Tierseuchenrecht.

Tierschutz

Allgemein gilt für den Umgang mit allen Tieren das Tierschutzgesetz: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigem Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Weiter ist es verboten "zum Fangen, Fernhalten oder Verscheuchen von Wirbeltieren Vorrichtungen oder Stoffe anzuwenden, wenn damit die Gefahr vermeidbarer Schmerzen, Leiden oder Schäden für Wirbeltiere verbunden ist." Das Töten eines Tieres ohne vernünftigen Grund kann nach Tierschutzrecht mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

 Auch im eigenen Garten gelten diese Vorschriften und verbieten drastische Maßnahmen der "Selbsthilfe".

Artenschutz

Der Artenschutz ist in Deutschland insbesondere im Bundesnaturschutzgesetz geregelt. Dieses unterscheidet zwischen allgemeinem, besonderem und strengem Schutz. Für alle wildlebenden Tierarten gilt der allgemeine Schutz: "Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten". Ebenso ist verboten "Lebensstätten wild lebender Tiere […] ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören". Für besonders und streng geschützte Arten gilt ein grundsätzliches Tötungsverbot.

Es ist verboten "wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu  entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören", sowie "wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine  erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert" und "Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur entnommen werden, beschädigt oder zerstört […]".

Weiter bestehen Besitz- und Vermarktungsverbote für diese Arten. Eine Liste der dem besonderen und strengen Artenschutz unterliegenden Tierarten findet sich im Gesetzestext (Bundesartenschutzverordnung Anhang 1). Missachtung ist nach § 71 bzw. 71a Bundesnaturschutzgesetz eine Umweltstraftat.

Der Siebenschläfer im Gartenhaus ist eine besonders geschützte Wildtierart. Dasselbe gilt auch für streng geschützte Fledermäuse, die gerne in Dachstühlen oder Baumhöhlen wohnen.

Jagdrecht

In Deutschland gelten wildlebende Tiere als herrenlos, das heißt, dass niemand Eigentümer*in und Besitzer*in ist und daher auch niemand für deren Verhalten haftbar gemacht werden kann.

Große Teile von Ortschaften gelten nach dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg als befriedete Bezirke. Hier ist die Jagd ruhend. Zu den befriedeten Bezirken zählen:

  • Friedhöfe
  • Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen und Gebäude, die mit diesen räumlich zusammenhängen
  • Hofräume und Hausgärten, die an Wohngebäude angrenzen und umfriedet sind

Durch Anordnung der Unteren Jagdbehörde können öffentliche Anlagen und Grundflächen, die durch Einzäunung oder auf andere Weise gegen den Zutritt von Menschen abgeschlossen und deren Zugänge absperrbar sind, Grundflächen im Gebiet eines Bebauungsplanes oder innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile, sowie öffentliche Parks und Grünflächen zu befriedeten Bezirken erklärt werden.

Obwohl im befriedeten Bezirk die Jagd ruht, kann die untere Jagdbehörde Grundeigentümer*innen, Nutzungsberechtigen oder deren Beauftragten die Jagd auf Fuchs, Steinmarder und Wildkaninchen sowie weiteren Arten des Nutzungs- und Entwicklungsmanagements auf Flächen des befriedeten Bezirks genehmigen, wenn ein Jagdschein oder Sachkundenachweis vorliegt. Aus Gründen der Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder zur Abwehr von Gefahren durch Tierseuchen kann die Untere Jagdbehörde für bestimmte Wildtierarten des Nutzungs- und Entwicklungsmanagements eine beschränkte Jagderlaubnis auf Zeit erteilen. 

Auch im befriedeten Bezirk oder auf Grundflächen mit beschränkter Jagdausübung dürfen schwerkranke oder schwer verletzte Wildtiere bejagt werden. Aber: Diese Regelung gilt nicht für Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen. Hier bleibt in der Regel nur die Möglichkeit, das Tier mit einer tierschutzgerechten Lebendfalle einzufangen.

Strafrecht

Nach § 292 Strafgesetzbuch macht sich der Jagdwilderei schuldig "wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts dem Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet" oder "eine Sache, die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört". Jagdwilderei wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. In besonders schweren Fällen beträgt die Strafe eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. In der Regel liegt ein besonders schwerer Fall vor, wenn die Tat "gewerbs- oder gewohnheitsmäßig", "zur Nachtzeit, in der Schonzeit, unter Anwendung von Schlingen oder in anderer nicht weidmännischer Weise" oder "von mehreren mit Schusswaffen ausgerüsteten Beteiligten gemeinschaftlich begangen wird".

Auch die Mitnahme eines Rehs nach einem Unfall, welcher nicht gemeldet wurde, gilt als Wilderei. Das einfache Weiterfahren und so tun als wäre nichts gewesen, kann neben finanziellen Nachteilen auch rechtliche Konsequenzen haben.

Weiterführende Informationen

Wildtierbeauftragte für den Stadtkreis Freiburg

Mit allgemeinen Fragen zu, Problemen mit oder Sichtungen von Wildtieren wenden Sie sich von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr an die Wildtierbeauftragten des Forstamtes:

Lea Dieminger (Geschützte Arten)
Telefon: 0761 201-6217
Mobiltelefon: 0151 72487146
E-Mail: lea.dieminger@freiburg.de

Andreas Schäfer (Jagdbare Arten)Telefon: 0761 201-6213,
Mobiltelefon: 0176 634 718 64
E-Mail: andreas.schaefer@freiburg.de

Sekretariat und WE Bereitschaft
Telefon: 0761 201-6201
E-Mail: forstamt@freiburg.de

Wildtierbeauftragte in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sind die Wildtierbeauftragten (WTB) die zentralen Ansprechpersonen rund um das Thema Wildtiere auf Landkreisebene. Auf der Website der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt gibt es eine Übersicht mit allen Ansprechpersonen vor Ort.

Weitere Kontakte und Anlaufstellen

Untere Naturschutzbehörde (UNB)

SekretariatTelefon: 0761 201-6102
E-Mail: umweltschutzamt@freiburg.de
Internet
NaturschutzfachkräfteTelefon: 0761 201-6197 oder -6189

Höhere Naturschutzbehörde (HNB)

Telefon: 0761 208 0E-Mail: Referat55@rpf.bwl.deInternet

Veterinärbehörde

Telefon: 0761 201-4965E-Mail: veterinaerbehoerde​@freiburg.deInternet

Tierrettung der Feuerwehr Freiburg

Telefon: 0761 201-3315
www.feuerwehr-freiburg.de

Tierheim des Tierschutzverein Freiburg e.V.

Dragon Shelter e.V.

Auffangstation für Reptilien, Amphibien und WirbelloseMobil: 0176 774 886 67E-Mail: info@dragonshelter.dewww.dragonshelter.de

Igel-Notnetz e.V.

Telefon: 0800 723 57 50
www.igel-notnetz.web

Auffangstation für Eichhörnchen

Telefon: 0761 456 22 69Mobil: 0173 1570579 (nutzen Sie diese Nummer bitte nur, wenn Sie ein verletztes Hörnchen oder ein verwaistes Jungtier in Südbaden gefunden haben)www.eichhoernchenstationfreiburg.de

Greifvogel-Auffangstation des Deutschen Falkenordens

Telefon: 07251 4743www.baden-wuerttemberg.d-f-o.de

AG Fledermausschutz

Mobil: 0179 492 995www.agf-bw.de

Weissstorch Breisgau e.V.

Mobil: 0151 125 291 33
www.weissstorch-breisgau.de

Biberbeauftragter für Freiburg

Philipp Hugelmann
Telefon: 0761 766969-78
Mobil: 0176 43680310
E-Mail: biber@bhmp.de