Konflikte und Lösungsansätze
Wildtiere in der Stadt

Wildtierarten entdecken zunehmend unsere Städte als Revier. Sie lassen sich in den Sommermonaten tagsüber beobachten und teilen sich mit uns denselben Lebensraum. Die betreffenden Wildtierarten sind anpassungs- und lernfähig. Zusätzlich werden sie in der Stadt nicht bejagt. Das Miteinander ist in der Regel unproblematisch, vereinzelt können Konflikte auftreten.
Wildtiere finden in der Stadt alles, was sie brauchen
Nahrung, Versteckmöglichkeiten und Artgenossen. Oft ziehen sie auch Nachwuchs groß, der sich wiederum im vertrauten Umfeld auf die Suche nach einem eigenen Revier und Partnern macht.
Bitte füttern Sie keine Wildtiere und entsorgen Sie Essensreste und Müll ordnungsgemäß!
Nahrung
Der Mensch bietet Nahrung im Überfluss: Komposthaufen, Essensreste, offene Mülleimer, gelbe Säcke und Tierfutter, machen Städte und Dörfer für Wildtiere besonders attraktiv. Obst- und Gemüsegärten liefern zusätzliche, natürliche Nahrung.
Wildtiere können gut mit Futterknappheit umgehen und sind nicht auf unsere Fürsorge angewiesen. Durch direktes oder unbeabsichtigtes Füttern verlieren Wildtiere diese Fähigkeit – und Ihre Scheu vor uns Menschen! Außerdem können sie ernsthaft erkranken.
Strukturvielfalt und Klima
Städte bieten viele Strukturen, die Wildtiere nutzen können: Dazu zählen Hecken, alte Parkbäume, Spalten und Nischen an Gebäuden und Mauern, Hohlräume unter Garagen und Gartenhäuschen, sowie nicht umzäunte und verwilderte Gärten.
In Städten herrschen Temperaturen, die 6 bis 12 Grad Celsius höher liegen können als in der freien Landschaft. Hiervon profitieren Wildtiere vor allem im Winter.
Verhalten gegenüber Wildtieren in einer Notlage
Wenn Sie einem Wildtier in einer Notlagen begegnen, gilt: Wildtiere möglichst in Ruhe lassen, nicht berühren, nicht einfangen und umgehend die zuständige Behörde verständigen! Dies gilt auch für vermeintlich verlassene Jungtiere. Von toten Tieren geht in der Regel keine Gefahr aus, wenn Handschuhe getragen werden.
Vorsicht: Wildtiere können Überträger von Krankheiten sein!
Wildtiere werden grundsätzlich nicht zur Behandlung zum Tierarzt verbracht: Extremer Stress in Gefangenschaft bedeutet in der Regel kaum Heilungsaussichten.
Sollte sich eine Privatperson trotzdem eines verletzten, hilflosen oder kranken Tieres annehmen wollen, ist dringend zu beachten, dass die Aufnahme streng geschützter Arten der Höhere Naturschutzbehörde (HNB) gemeldet werden muss. Diese kann die Herausgabe des aufgenommen Tieres verlangen. Bei jagdbaren Arten bedarf es der Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten (JAB). Alle Wildtiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich in Freiheit selbstständig erhalten können. Ist eine vollständige Genesung ausgeschlossen, muss das Wildtier bei der zuständigen Behörde abgegeben werden.


