Ingo Siegner

Foto: Isabelle Grubert

Ingo Siegner, geb.1965 in Hannover, lernte zunächst Sparkassenkaufmann und arbeitete später bei einem Veranstalter für Familienreisen. Auf diesen Reisen erzählte er kleinen und großen Kindern die hanebüchensten Geschichten. Irgendwann fing er an, die Geschichten aufzuschreiben. Und weil das mit Bildern schöner aussieht, brachte er sich das Zeichnen bei. Mittlerweile sind die Bücher und Hörbücher vom kleinen Drachen Kokosnuss eine echte Erfolgsgeschichte und machten ihn zu einem der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Ingo Siegner lebt und arbeitet als freier Autor und Illustrator in Hannover.

Lirum Larum Leseklasse fragt

Wie kamst du auf die Idee eine Geschichte über Ratten zu schreiben?

Im Keller des Hauses, in dem ich damals wohnte, hörte ich Geräusche, die aus einem Karton kamen. Als ich den Karton öffnete, entdeckte ich eine große Ratte darin. Sie hatte es sich gemütlich gemacht und mümmelte an meinen alten Schulheften. Ich erschrak, die Ratte aber blieb ziemlich entspannt und schlüpfte durch ein Loch im Kellerboden hinab in die Kanalisation.
Danach begann ich, über Ratten zu lesen: Sie leben dort, wo Menschen leben, denn Menschen haben meist zu essen. Außerdem sind Ratten klug und wendig, und ein bisschen zum Fürchten sind sie auch, denn sie leben oft im Dunkeln, in den Kanalisationen unter den Häusern und Straßen. Das fand ich spannend, und so ging es los. Ich habe Eliot und Isabella erfunden, zwei freundliche Rattenkinder, die nicht in den dunklen Abwasserkanälen leben, sondern oben im Rathausturm der Stadt (Eliot) und im Wurzelwerk eines Baumes, im Wald (Isabella). Isabella ist mutig und kennt sich mit den Gefahren in der Natur gut aus, sie kann auch super klettern ist für jedes Abenteuer zu haben. Eliot hingegen kennt sich in der Natur nicht so gut aus, er ist etwas zaghaft und vorsichtig, aber wenn’s drauf ankommt, hat er gute Ideen und ist ziemlich gewitzt. Außerdem liest er gerne und schreibt selber Gedichte.

Warum hast du deinen Drachen "Kokosnuss" genannt?

Das weiß ich nicht mehr genau. Hm, das war ungefähr 1998 oder 1999 und in Deutschland herrschte so eine Art „Dino-Fieber“: In den Kinos lief „Jurassic Park“, in den Läden gab es Dino-Artikel zu kaufen und es gab viele Bücher über Dinosaurier. In der Zeit habe ich für einen Nachbarsjungen zum Geburtstag eine kleine Drachengeschichte erfunden. Der Vater des kleinen Drachen sollte Magnus heißen (so heißt ein guter Freund von mir), und vielleicht habe ich ihn deshalb Kokosnuss genannt, weil es gut zu dem Namen Magnus passt. „Magnus“ passt auch gut zu einem Drachenvater, weil „Magnus“ auf Latein „groß“ heißt (oder „der Große“, weiß ich jetzt nicht).

Wer hat sich die Landkarte im Buch von Eliot und Isabella ausgedacht? Gibt es so ein Land wirklich?

Die Karte habe ich mir ausgedacht. Ich hatte schon beim ersten Eliot-Buch „Eliot und Isabella und die Abenteuer am Fluss“ die Idee, irgendwann einmal eine Karte in eines der Bücher zu zeichnen, wo die Geschichten spielen. Das Zeichnen der Karte hat Spaß gemacht, aber es war auch nicht so ganz einfach, denn es sollte alles passen: die große Stadt, der Fluss, der Wurzelwald, das Meer („Eliot und Isabella und das Geheimnis des Leuchtturms“), der Finsterwald (aus „Eliot und Isabella im Finsterwald“; aber der ist auf dieser Karte nicht beschriftet; er liegt ungefähr unter dem Wurzelwald). - Ein paar Figuren konnte ich in der Karte auch unterbringen, z. B. die Maus oder den Hamster.

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