Boris Pfeiffer

Boris Pfeiffer
Foto: Uwe Neumann

Boris Pfeiffer wurde 1964 in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er machte Abitur, wurde Buchhändler und Taxifahrer, studierte Sprachwissenschaften und Landschaftsplanung an der TU-Berlin und Drehbuch an der Berliner Filmhochschule. Anschließend arbeitete er als Regieassistent und Regisseur an verschiedenen Theatern. 1994 wurde sein erstes Theaterstück für Kinder am Berliner GRIPS Theater uraufgeführt. 2003 erschien sein erstes Kinderbuch: ‚Kira und Buttermilch’. Inzwischen hat er über 80 Theaterstücke und Bücher geschrieben. Er schrieb u.a. über vierzig Bände der Kult-Reihe ‚Die drei ??? Kids’.

Lirum Larum Leseklasse fragt

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Fische als Hauptfiguren zu nehmen? Haben Sie eventuell ein Aquarium?

Ich habe tatsächlich kein Aquarium und bin aus zwei unterschiedlichen Motiven auf die Idee gekommen, eine Geschichte mit Fischen zu schreiben. Eigentlich sogar aus drei Gründen. Zum ersten hat mich der Ozean mit seinen Bewohnern als Erzählraum angezogen. Die Möglichkeit, dass all die Lebewesen dort sich genauso nach oben und unten, wie zu jeder Seite bewegen können, also gewissermaßen wie ein Raumfahrer im All, hat mich von Beginn an fasziniert. Es entsteht eine andere räumliche Sinnlichkeit, als die, die wir gemeinhin als Menschen wahrnehmen oder in der wir uns bewegen. Die zweite Ebene ist die der Fabel. Ich liebe die Fabel als Erzählform, weil ich mit ihr die Möglichkeit habe, einen Blick auf das menschliche und auf dem Planeten vom Menschen beeinflusste Leben zu werfen, ohne aus der Perspektive des Menschen erzählen zu müssen. Eine Fabel hat für mich immer auch einen freien, kindlichen Raum (ganz abgesehen natürlich von dem ihr innewohnenden moralischen Raum), der einen anderen, schrägen, freier aufspielen Blick auch auf uns Menschen und unseren Umgang mit dem Leben und dem Planeten ermöglicht. Ich konnte so eine Fluchtgeschichte erzählen, die meiner Meinung nach für die Leserinnen und Leser eine mitfühlende Ebene eröffnet, die sehr liebevoll sein kann. Die dritte Motivation ist natürlich mein Wunsch, dass sich so viele Menschen wie möglich mit dem Klimawandel und den Folgen, die wir verursachen, auseinandersetzen und unser gemeinsames Leben anders gestalten, als wir es im Augenblick tun. Ich möchte gerne meinen Teil zu einer Veränderung beitragen.

Wie sind Ihnen die Namen für die Fische eingefallen? Haben Sie eine Lieblingsfischart?

Nein, ich habe keine Lieblingsfischart. Die Namen der Fische sind mir, wie oft bei meinen Figuren, spontan beim Schreiben eingefallen. Sobald ich die Gestalten vor mir sehe, haben sie irgendwann plötzlich einen Namen. Das können manchmal sprechende Namen sein, wie bei Heuler, es können aber auch einfach Laute sein, die mir zu einer Figur als stimmig erscheinen.

Hatten Sie eine echte Lebenssituation im Kopf, als Sie das Buch schrieben?

Selbstverständlich habe ich eine echte Lebenssituation zu diesen Geschichten im Kopf gehabt. Dass der Klimawandel auch menschliche Völkerwanderungen auslösen wird, so wie es die Kriege und der Wassermangel ja auch jetzt schon tun, steht außer Frage. Selbst die Pflanzen des Planeten haben ja schon eine große Wanderung nach Norden und in die Höhe begonnen. Alles Leben gerät ab jetzt sehr gewaltig in Bewegung. Darum bin ich persönlich absolut dafür, eine solche ernste Frage für das Buch mit zu betrachten.

Lirum Larum Lesezeiten

Survivors
Die drei ?? Kids

Öffentlich:

Nicht öffentlich:

  • Mo, 17. Oktober | 9 Uhr | Europa-Park-Stadion | Kooperationsschulen SC Freiburg
  • Mo, 17. Oktober | 10:45 Uhr | Europa-Park-Stadion

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