Archiv: Medien für die sprachliche Bildung und Literacy

Bücher und Bilder, Spiele und Töne motivieren Sprache, Gefühle und Gedanken.​

Sylvia Näger bespricht für Sie Bücher, Spiele und audio-visuelle Medien, die Sie in Ihrer sprachlichen Bildungsarbeit, Sprachförderung und Literacyerziehung unterstützen. Die monatlich erscheinenden Rezensionen bieten Ihnen eine fundierte Besprechung der ausgewählten Titel und zeigen den Bezug zur sprachlichen und literarischen Bildung auf.

Drachenstarke Briefkultur …

„Lieber Alex, Donnerwetter… Ein Babydrache!?!? Bei dir zu Hause? Hallihallo! Der muss sich verlaufen haben! Drachen sind nicht nur total unheimlich, sondern auch extrem feuergefährlich! Ganz besonders die jungen. Falls du ihn unbedingt behalten musst (und ich rate dir dringend davon ab), sorg dafür, dass er immer feucht bleibt… Man weiß nie, ob und wann er Feuer spuckt.“ Schreibt ein gewisser A. Larm, seines Zeichens oberster Feuerwehrmann, an Alex. Und deshalb steht der jetzt, mit Helm und Schlauch, in der Diele und spritzt dem Drachen die Nase nass. In Eimern und Kannen, Schüsseln und Pfannen hat er Wasser gefüllt, alles für die Befeuchtung seines neuen Freundes. Der findet die Wasserschlacht super, aber das Marmeladebrötchen zur Stärkung verschmäht er. Wiederholt wendet sich Alex per Briefpost an diverse Ratgeber, in der Ernährungsfrage etwa an den Metzger vor Ort. Reichlich saftige Fleischbrocken, schreibt der, sind die perfekt gesunde Nahrung für den neuen Mitbewohner, und sieht sich im Geiste schon vor Drachengulasch sitzen. Dem Antwortbrief liegt Werbung für seine „Schlachterei Nett und Mett“ bei, deren Spezialität Exotenfleisch ist.Alex füttert das Drachentier fleißig mit Steaks und Schinken, der begeisterte Drache brüllt zum Dank das ganze Haus zusammen. Und wie im richtigen Leben beschweren sich die Nachbarn per Brief vom Rechtsanwalt. Alex braucht Hilfe, denn leise sein, das schafft kein Drache der Welt. „Ein Drachenflug pro Tag“ hilft erfahrungsgemäß, schreibt Leo Pard, der 1. Vorsitzende des Weltschutztiervereins. Obwohl die prompt gestarteten Nachtflüge beide sehr glücklich machen, folgt Alex dem Rat seiner besten und äußerst klugen Freundin. Diese schreibt ihm, dass Drachen eben keine Haustiere sind und am liebsten frei sein wollen. Und so kommt der Tag, an dem sich die beiden Lebewohl sagen. Weil sich beste Freunde aber nie vergessen, bekommt Alex eines Tages Drachenpost: die angefressene Postkarte zeigt ein idyllisches Bergseepanorama und einen Fußabdruck auf der Rückseite!Durch die abwechslungsreiche Seitengestaltung, die anregenden Perspektiven und Ausschnitte ist die Geschichte interessant und geheimnisvoll ins Bild gesetzt. Als neonroter Hingucker prägt der Drache die überwiegend gedeckt kolorierten Illustrationen. Diese ergänzen den knapp gehaltenen Text, der spannungsvoll erweitert wird durch die Inhalte der herausnehmbaren Briefe. Teilweise ist der Text in Großbuchstaben gesetzt, was sich oft auch als Motivation erweist, dass Kinder diese als Vorlage nutzen und abschreiben. Das Bilderbuch besticht durch die in Buch und Brief verwobenen Textebenen und vermittelt Kindern anschaulich die Bedeutung von Schrift als Medium des Miteinanderkommunizierens.Schrift, erlebt in der Form analoger Kommunikation, wird somit als Möglichkeit verstanden, sich austauschen und etwas weitergeben zu können. In unserem digitalen Alltag brauchen Kinder Erlebnisse mit dem Wesen der Schrift. Sie profitieren von kompetenten Schriftnutzern wie Alex, der in der Geschichte selbstverständlich mit Schriftzeichen und Briefkultur umgeht.
Die Abenteuer und Herausforderungen, die Kinder in der „Drachenpost“ erleben, regen einerseits zum Erzählen und Sprechen an, andererseits zeigt das Bilderbuch wie spannend die Schrift unser Leben gestaltet und vermittelt Kindern reichlich Lust, die gezeigten Funktionen von Schriftlichkeit selbst erleben zu wollen.
„Drachenpost“ ist eine wunderbare literarische Anregung für eigene Briefe und eine sympathische Motivation, selbst Briefe zu schrieben.  

Buchcover: „wenn-ich-einmal-groß-bin"

Anregungen für die Praxis

Kinder wissen lange vor dem Übergang in die Schule, dass Schrift Kommunikation ermöglicht, Wissen festhält und dass Gedrucktes eine Geschichte erzählt. Sie erleben die Funktionen des Schreibens im Alltag und erproben, eigene Spuren zu hinterlassen und sich schreibend zu erleben. Deshalb sind die Jahre vor der Schule auch dazu da, um sich Schritt für Schritt in unterschiedliche Schreibhaltungen einzuschreiben: ins kommunikative, werbende Schreiben der ersten Botschaften und Einladungen, oder in erstes wissenschaftliches Dokumentieren, etwa einer Tabelle übers eigene Körperwachstum. In der Kita gibt es keine Leistungsbewertung, stattdessen Zeit und Spielraum für Versuche, Irrtümer und Wiederholungen. Zeit für fürs Sammeln und Pflücken von Buchstaben fürs Experimentieren in der Schreibecke der Kita mit Tafel, Buchstabenstempeln und Schreibutensilien.

  • Für Kinder ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff Post meistens dadurch bestimmt, dass sie sich spielend mit dem Postwesen beschäftigen. Sie wollen Briefeschreiben, denn für viele Kinder ist dies der Inbegriff dafür, dass sich neue Türen für sie eröffnen werden. Dieses Interesse ist der Ausgangspunkt für die folgende Anregungen.
  • Gespräche über die möglichen Funktionen von Briefen:
    • Kontakt halten: „Hallo…“
    • Freundschaft pflegen: „Ich denke an dich…“
    • Urlaubs-, Genesungs-,/ Glückwünsche: „Wir wünschen dir…“
    • Trösten, ein Geheimnis anvertrauen
    • Sich entschuldigen, sich verabreden
    • Jemandem sagen , dass man ihn mag
    • Etwas wissen/erfahren wollen
    • Eine Forderung oder Rechnung stellen, z.B. Bußgeld/Strafzettel
    • Jemandem etwas Spannendes erzählen
    • Einfach jemandem so schreiben…
  • Wir erfahren, dass es diverse Möglichkeiten der Anrede im Brief gibt: Lieber Leo, Hallo Lotta, Hey Linus, Guten Tag liebe Jule, Sehr geehrter Herr Müller…
    Unterschiedliche Gruß- und Schlussformeln werden besprochen: Alles Liebe, bis bald; Tschüss deine Freundin Sophia; Liebe Grüße; Mit freundlichen Grüßen; Herzlichst…
  • In einem Kuvert ist der Brief gut verpackt. Nicht zuletzt deswegen braucht es im Kita-Schreibbüro eine Faltanleitung, die zeigt, wie wir einen Briefumschlag selbst herstellen und gestalten:
Bild: postundschule.de
  • Aus einem DIN-A4-Blatt ein Quadrat mit je 21 cm Höhe und Breite schneiden. Die Ecken 1, 2 und 3 nach innen klappen und die 3. Lasche festkleben. Die 4. Ecke wird dann mit einem Klebepunkt oder Siegel verschlossen. Umschlaggröße (gelbe Fläche): ca. 160 × 115 mm. Eine Schablone mit diesen Maßen erleichtert die Herstellung.
  • Die Kinder sollten diese Technik anwenden können, da dies einerseits eine große Motivation zum Schreiben schafft und andererseits ermöglicht, in unbegrenzten Mengen Brief zu schreiben und zu kuvertieren.
  • Zur Information: Damit der selbstgestaltete Brief von der Sortiermaschine bei der Post bearbeitet werden kann, sollte die Adresse auf eine weiße Fläche, zum Beispiel einen Adressaufkleber, geschrieben werden.
  • In Briefumschlägen ist nicht nur Platz für eine Nachricht – wir überlegen, welche kleinen Überraschungen man in einem Brief mitschicken kann.
  • Ein selbsthergestellter Briefkasten motiviert das „Postspielen“. Zum Ausdrucken gibt es unter: postundschule.de in der PDF „Briefkasten basteln“| ein Posthorn und eine Original-Vorlage, in die Leerungszeiten einzutragen sind.
  • Wortschatz: Auf dem Umschlag/Kuvert steht der Absender: Das ist die eigene Adresse, für den Fall, dass die Adresse nicht richtig ist und der Brief zurück kommt. Der Empfänger ist immer derjenige, an den der Brief geht. Deshalb schreiben wir die Adresse vorne rechts auf den Umschlag. Dazu gehört auch die richtige Postleitzahl. Welche PLZ haben wir in der Kita, welche zu Hause? Usw. Die Briefmarke, auch Porto genannt, ist der Wert, der dafür bezahlt wird, dass ein Brief transportiert wird.
  • Briefmarken haben viele unterschiedliche Motive. Im Netz kann man ganze Serien betrachten: Leuchttürme, Blumen etc. Derzeit erhältlich ist das Sonderpostwertzeichen „Der Grüffolo“. Wir stellen mit einer Zackenschere eigene Kita- Briefmarken her.

Emma Yarlett: Drachenpost.Stuttgart: Thienemann-Esslinger 2019, 32 Seiten | € 15,00 | ab 4

Sylvia Näger, Freiburg;
Diplom-Medienpädagogin. Dozentin in der Aus-und Fortbildung von Grundschullehrenden, Erzieherinnen und Bibliothekaren. Lehrtätigkeit in den Bereichen sprachliche Bildung, Literacy, Kinder- und Jugendliteratur,  Lyrik und Medienpädagogik.
Langjährige Herausgeberin der Edition „Bilderbuchkino” und Autorin pädagogischer Fachbücher.

Wenn ich einmal groß bin… (September 2019)

…kann ich bestimmen und das machen, was ich will. Wunschdenken beflügelt und Kinder malen sich liebend gerne aus, was alles möglich wäre, wenn sie selbstbestimmte Gestaltungsräume hätten.Sie verstehen es, einzutauchen in magisches und illusionsfreudiges Denken, und oft wird dieses für sie zu einem beliebten Spiel.Maria Dek hat angedockt an diese kindlichen Zukunftsträume und sie originell verwoben mit der Welt der Zahlen: „Wenn ich einmal groß bin, werde ich richtig groß sein, so groß wie 1 Riese.“ Und ich werde alles machen, was ich will: 5 Kugeln Eis essen, mit einem Schritt über 9 Pfützen springen, mit 15 Bären in einem Baumhaus wohnen, 18 zahme Spinnen haben und erst um 25 Uhr ins Bett gehen…Auf einer Doppelseite sind sämtliche Berufsvorstellungen abgebildet: „… einen für jeden Tag der Woche. Aber mein Lieblingsberuf wird Tiersitter sein. Und meinen 8 Tieren bringe ich dann tolle Kunststücke bei.“Zartbunt und fantasievoll sind die Wünsche und Träume von Kindern ins Bild gesetzt. So regt das trefflich gestaltete Zahlenbuch zum Nachdenken über eigene Zukunftsideen und Lebensvorstellungen an und bespielt dabei wunderbar den Zahlenraum von 1 bis 25.  

Buchcover: „wenn-ich-einmal-groß-bin"

Anregungen für die Praxis

Für Kinder ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff „größer werden“ meistens dadurch bestimmt, dass sie sich mit ihrer eigenen “Größe” beschäftigen. Sie wollen wachsen, denn größer werden ist der Inbegriff dafür, dass sich neue Türen für sie eröffnen werden, indem sie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen entwickeln. Dieses Interesse an der eigenen Größe ist der Ausgangspunkt für die folgende Messaktion.

  • Vorbereitung: Stellen Sie eine Sammlung von Metermaßen zusammen: ein Messlatte, die an der Wand befestigt werden kann und über eine Skale von 1 – 100 cm verfügt; ein klappbares Metermaß, wie es Handwerker verwenden; verschieden lange Lineale; ein flexibles Schneidermaßband.Erstellen Sie eine dreispaltige Tabelle, in die die Kinder ihre Ergebnisse eintragen können: Name, Länge in cm, und die Reihenfolge in aufsteigender Nummerierung.
  • Gruppe: bis zu sechs KinderMaterial: Metermaßsammlung, Bleischnur (erhältlich in Gardinenabteilungen), mitteldicke Kordeln (aus Plastik in vielen Farben und Stärken erhältlich in Baumärkten)
  • Einstimmung: Erzählen Sie den Kindern, dass ein Riese sie gefragt habe, wie groß eigentlich Kinder seien, die in die Kita gehen. Seine riesigen Kinder hätten ihn gefragt, und er wisse das nicht wirklich, und am liebsten hätte er von jedem Kind ein Bild, den Namen und ganz genaue Zahlen. Dann kann er seinen Kindern am Metermaß zeigen, wie groß diese Menschenkinder in der Kita sind.
  • Zeigen Sie den Kindern die Messlatte und erklären Sie, dass diese Zahlen zeigen, wie groß etwas ist. Erklären Sie, dass Zahlen, die etwas über die Länge aussagen, einen Familiennamen haben, der „Zentimeter“ ist, und dass ihre Messlatte 100 solche Zentimeter lang ist.
  • Aufgaben der Kinder:- Geht zu zweit zusammen. - Einer stellt sich an die Messlatte und der andere schaut sich die Zahl an, die über dem Kopf sichtbar ist.- Er schreibt die Zahlen hinter den Namen des Kindes in die Tabelle.- Dann misst der, der gemessen wurde, wie viele Zentimeter sein Partner hat.- Wenn alle sich gegenseitig gemessen haben und die Ergebnisse aufgeschrieben sind, stelltihr euch der Größe nach auf.- Wer ist nun am größten, wer hat die meisten Zentimeter? Dieser erhält in der dritten Spalte die 1, das Kind, das am zweitgrößten ist, die 2, usw. Diesen Eintrag moderieren und erklären Sie und führen ihn auch durch. Fordern Sie Kinder auf, nun selbst etwas zu vermessen und aus den Messergebnissen eine Reihenfolge zusammenzustellen: Legosteine, Bilderbücher, Bauklötze - alles Mögliche ist geeignet. Unbewegliche Gegenstände können die Kinder mit der Bleischnur oder der Kordel abmessen und die Zentimeterzahlen an der Messlatte feststellen. Zeigen Sie den Kindern die verschiedenen Formen der Messwerkzeuge und lassen Sie sie selbst entscheiden, was sie wie abmessen.

Dinge zu vermessen ist eine sehr vielfältige Beschäftigung. Sie hilft Kindern, sich handlungsorientiert sprachliche Begriffe wie kleiner, größer, länger, kürzer, mehr, weniger, klein, groß, schmal, breit anzueignen. Zudem ist das Maßnehmen eine unschätzbare Erfahrung, um eine mathematische Denkweise zu entwickeln und durch eigene Tätigkeit die gebräuchliche Maßeinheit cm kennen zu lernen.

Maria Dek: Wenn ich einmal groß bin. Das Zahlenbuch der großen Träume.
München: Knesebeck 2019, 48 Seiten | € 13,00 | ab 4

Sylvia Näger, Freiburg;
Diplom-Medienpädagogin. Dozentin in der Aus-und Fortbildung von Grundschullehrenden, Erzieherinnen und Bibliothekaren. Lehrtätigkeit in den Bereichen sprachliche Bildung, Literacy, Kinder- und Jugendliteratur,  Lyrik und Medienpädagogik.
Langjährige Herausgeberin der Edition „Bilderbuchkino” und Autorin pädagogischer Fachbücher.

„Ich bin der stärkste im ganzen Land!“ (August 2019)

Eines Tages beschließt der Wolf mal wieder durch den Wald zu gehen, um zu hören, wie die anderen Tiere über ihn reden. Alle, vom kleinen Häschen, über Rotkäppchen bis zu den drei kleinen Schweinchen, erschrecken vor seiner aufgeblasenen Erscheinung und beteuern angstvoll und ergeben, dass er der Stärkste im ganzen Land ist. Der Wolf wird immer stolzer, er fühlt sich großartig und ist überaus selbstzufrieden. Ganz gleich ob er auf seinem Spaziergang dem kleinen Hasen, dem Rotkäppchen, drei kleinen Schweinchen, den sieben Zwergen oder dem kleinen Drachenkind begegnet, sein ungewöhnliches Maß an Selbstbezogenheit lebt er voll aus. Mit stolzgeschwellter Brust, hocherhobenen Hauptes spaziert er durch den Wald. Zu seinem Wohlbefinden fehlt nur noch die absolute Unterwerfung aller Waldbewohner. Wer hundert Meilen gegen den Wind so viel Selbstzufriedenheit ausstrahlt, mit dem will sich keiner in die Wolle kriegen. Immer wieder bohrt der Wolf, hakt nach wer hier wohl der Stärkste sei. Und die ohnehin schon Kleinen, die ihn devot bestätigen, redet er sicherheitshalber noch kleiner. Dass die Befragten, allesamt Figuren aus Wolfsmärchen, ihm körperlich unterlegen sind, nimmt er gar nicht zur Kenntnis. Aber im Märchenwald ist es wie im realen Leben. Es gibt immer einen, der noch größer, noch schöner oder noch stärker ist. Ein kleiner Kröterich stoppt schließlich den Egotrip des Wolfes, als er ihm seine riesige Drachenmutter vorstellt, die eindeutig die Stärkste im ganzen Land ist. Kinderleicht erfahren junge Betrachter und Zuhörer, wie man mit einem Großmaul umgehen kann und wie gut es ist, eine starke Mama hinter sich zu haben.

Buchcover: „Ich bin der stärkste im ganzen Land!“

Mario Ramos gestaltet den Spaziergang des Wolfes durch den Märchenwald mit kräftigen kontrastintensiven Farbakzenten. Konzentriert auf den Kern, den Witz und die Botschaft, braucht er weder viele Worte noch einen feinen Pinsel für Details. Der klare Aufbau präsentiert in flottem Cartoonstrich Bilder, die für sich sprechen. In seiner schnörkellosen Zeichenkunst kommen Mimik und Gestik höchst ergötzlich zur Darstellung, die Körpersprache des Wolfes spricht Bände. Die in schlichter Struktur erzählte Geschichte endet mit einem Kunstgriff, der immer wieder Begeisterung und Lacher auslöst. Dazu ist die knappe, sichere Pointe bildstark in Szene gesetzt, in dem sich das kleine grüne Etwas als Drachenkind erweist, dessen Mama so riesig ist, dass sie nur ausschnittsweise ins Bildformat passt … Klar, dass bei einem solchen Anblick ein Großmaul ziemlich klein wird.

Die Bilder des bereits 2003 erschienen Buchs wirken im Kamishibai auf besondere Art:  wundervoll überzeugend und faszinierend verschaffen sie dem egomanischen Wolf einen absolut starken Auftritt.

Anregungen für die Praxis

  • Sprachliche Eigenschaften der märchenhaften Geschichte
    Der einfache Text, der Märchenduktus und Umgangssprache mischt, bereitet seinen Zuhörern großen Spaß. Die Geschichte wird prägnant und mit bildlicher Sprache erzählt, sie ist geprägt vom intensiven Dialog der handelnden Figuren. Das ritualisierte Frage- und Antwortschema ermöglicht Kindern, die Deutsch als Zweitsprache erwerben, wiederholt die gleiche Satzstruktur zu erleben. „Ich bin der stärkste im ganzen Land!“ regt an, zusätzliche Superlative (der Wildeste, der Fürchterlichste, der Liebste etc.)  und die Steigerung von Adjektiven zu thematisieren.
  • Die dialogorientierte Anschlusskommunikation
    - nach der Präsentation im Kamishiabai - motiviert Kinder, eigene Erfahrungen einfließen zu lassen und sich mit der Ästhetik der Bilder auseinanderzusetzen. W-Fragen helfen, diese kommunikative Interaktion zu entwickeln, z.B.:
    • Warum hat der komische kleine Kröterich keine Angst vor dem Wolf?
    • Warum behauptet er bei der Drachenmutter, ein lieber kleiner Wolf zu sein?
    • Wieso nennt sich der Wolf erst bös und groß und am Ende klein und lieb?
    • Was würdet ihr tun, wenn euch der Wolf begegnet und fragt, ob ihr wisst wer der Stärkste im ganzen Land ist?
    • Wen kennt ihr, der besonders stark ist?
    • Was ist eure “starke Seite”?
    Wohin geht er, als er schnellstens vor der Drachenmutter weg läuft?
    Wie hat sich der Wolf wohl gefühlt, als er nicht mehr der Stärkste war?
  • Spiel: Ich bin der Geschickteste im ganzen Land
    Mit Kreide wird eine Sonne  von ca. 50 cm auf den Boden gezeichnet. In die Mitte des Kreises wird ein selbst gezeichnetes Bild des Wolfs gelegt. Außerdem benötigt jeder noch drei kleine Äste oder Stöckchen.
    In ca. einem Meter Entfernung stellt sich der erste Spieler mit dem Rücken zum Wolf  auf und versucht, seine Ästchen nach hinten über die Schulter in den Kreis zu werfen.
    Für jedes Ästchen im Kreis um den Wolf gibt es drei Punkte, für die, die in den Strahlen gelandet sind, einen Punkt.
    Nacheinander spielen die Kinder so viel Runden, wie vorher abgemacht. Wer die meisten Punkte hat, wird „der Geschickteste im ganzen Land” und kann dem starken Wolf die Pfote reichen...
  • Phantasiebild zeichnen: Die Stärkste im ganzen Land
    Die riesige Drachenmutter hat Mario Ramos lediglich ausschnittsweise und angedeutet abgebildet. Das regt Kinder an, die Drachenmama so weiter zu zeichnen wie sie ihrer Vorstellung nach ausschaut.
    Dafür wird der Ausschnitt des letzten Bildes kopiert und die Kinder zeichnen davon ausgehend ihre Vorstellung der Figur.

Mario Ramos: Ich bin der Stärkste im ganzen Land!
Viersprachiges Bildkartenset für Kamishibai.
Deutsch – Französisch – Polnisch – Türkisch.
Frankfurt: Moritz 2019, 13 Bildkarten im Format A3| € 18,00 | ab 3

Sylvia Näger, Freiburg;
Diplom-Medienpädagogin. Dozentin in der Aus-und Fortbildung von Grundschullehrenden, Erzieherinnen und Bibliothekaren. Lehrtätigkeit in den Bereichen sprachliche Bildung, Literacy, Kinder- und Jugendliteratur,  Lyrik und Medienpädagogik.
Langjährige Herausgeberin der Edition „Bilderbuchkino” und Autorin pädagogischer Fachbücher.

Wie man ein Zottorunkel zähmt (Juni 2019)

oder: Probier´s doch mal mit Höflichkeit…

Das Zottorunkel frisst, dass es kaum zu glauben ist: Schokolade, Süßigkeiten aller Art, rohe Eier, und Blumen samt Vase. Landet es in der Küche, beißt das ungeheuerliche, stets heißhungrige Wesen gerne auch mal in die Walze vom Nudelholz. Das alles passiert vornehmlich zu nachtschlafender Zeit: dann steigt es aus seinem Baum und zottelt „zottig, zornig, rauppig-rau, krawallig, hornig“ raus aus dem Wald zu den Häusern.

Buchcover: Spaziergang mit Hund
Andrea Schomberg und Katja Gehrmann: Wie man ein Zotterunkel zähmt

Kommt das Zottorunkel- Monster an die Haustür, klingelt es natürlich nicht, sondern tritt mit kawumm die Tür ein, macht sich über den Apfelsaft her und durchwühlt Schränke und Schubladen. Hat es schließlich das Objekt seiner Begierde, seine heißgeliebte Schokolade, gefunden, schmatzt und mampft es genüsslich, bis es müde ist und laut schnarchend daniederliegt. Am Morgen ist dann nicht nur die Schokolade, sondern auch das Zottorunkel verschwunden, in der Tür klafft ein Loch, und in der Küche sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa.

Soweit so gut – aber da es nicht immer so enden kann, nimmt die Geschichte jetzt eine Kehrtwende und erzählt ausführlich, wie man einem derartigen Wesen entschieden entgegentritt: nämlich mit ausgesuchter Höflichkeit. Ohne jegliche Angst öffnet man die Tür, begrüßt das Tier und bittet es herein. Dann geht man „mutig, froh und frisch voraus bis an den Küchentisch“ und sagt „sehr höflich diesen Satz: „Hier bitte nehmen Sie doch Platz!“ Sicherheitshalber teilt man die Schokolade und den Apfelsaft mit dem Gast und verwendet konsequent und absolut stilsicher höfliche Worte wie „Danke“ und „Bitte“. Bei zottorunkeligen Patzern, die das des Formgefühls nicht kundige Tier natürlich liefert, zeigt man sich verständnisvoll und entgegenkommend. Soviel positive Verstärkung wirkt selbst bei einem Zottorunkel. Das lila-glubschäugige Getüm wird immer zufriedener, hilft bei der Reparatur der Eingangstür und versucht sich schlussendlich in höflichen Benimm: „ …es reicht dir deine Zottelpranke: Schön war´s! ich sag wie heißt das …?“ Danke!“

Dem kann man sich durchaus anschließen und sich bei Andrea Schomburg bedanken für diese äußerst unterhaltsame Schule des Guten Tons. Erzählt in Reim und Rhythmus, weckt die amüsante Zottorunkel-Geschichte Gedanken und Gefühle für gesittete Umgangsformen, ohne einen schweren pädagogischen Zeigefinger auszustrecken. Sozialfreundliche Manieren rückt die Autorin sprachspielerisch ins Zentrum und schafft mit der Geschichte über das Zottorunkel ein sympathisches Plädoyer für gute Sitten.

Katja Gehrmann setzt das Ungetüm als lila-zottelige Figur ins Bild. In türkis-gelben Farbmelangen zeichnet sie die Geschichte, deren Bilder wild in Bewegung geraten und mit viel Vergnügen die Dynamik der monstermäßigen Manieren in Szene setzen.

Anregungen für die Praxis

  • Höflichkeit ist ein Sprachregister, das durch einen bestimmten, charakteristischen Wortschatz und Strukturen gekennzeichnet ist. Das Sprachregister der Höflichkeit ist ein Bestandteil sprachlicher Bildung, die Kinder befähigt, zwischen Sprachebenen zu unterscheiden und diese situationsgerecht zu verwenden. Das bedeutet: Kinder sind darauf angewiesen, dieses Register in ihrer Sprachentwicklung zu erfahren und zu erlernen. Erst dann können sie einschätzen, in welchen Bereichen der Kommunikation Höflichkeit angemessen oder gar unverzichtbar ist.
  • Höflichkeit und das Verständnis dafür, was sie in Sprache oder Verhalten ausmacht, ist dem Wandel der Zeit unterworfen. Trotzdem ist Höflichkeit nicht altmodisch, und Umgangsformen sind ein immer aktuelles Thema. Höflichkeit ist gesellschaftlich wichtig, damit wir leichter, besser und angenehmer miteinander umgehen können.
  • Ausgehend von den Verhaltensformen des Zottorunkels greifen lassen sich
    Fragestellungen aufgreifen:
  • Wie begrüßen wir uns:
                - Hallo? Guten Tag? Grüß Gott? High Five? Moin?
                - Besprechen und erleben von Begrüßungsritualen der Kulturen, die in der Kita zu Hause sind.
  • Danke, Bitte und Wie bitte?
                - Weswegen verwenden wir Dankesworte?
                - Warum ist Danke ein „Zauberwort“?
    Zur eigenen Reflexion: Welche Vorbilder sind wir für die Kinder, was den Gebrauch dieser Worte angeht?
  • Anklopfen
                - Welche Funktion hat die Türklingel?
                - Wann sind Türen geschlossen und weswegen?
                - Wozu dienen Türschilder und Türanhänger?
    Erstellen Sie mit den Kindern einen Türanhänger, der dem Zottorunkel anzeigt, ob es das Haus betreten soll oder nicht.

Andrea Schomburg/Katja Gehrmann: Wie man ein Zottorunkel zähmtFrankfurt: Fischer Sauerländer 2019, 32 Seiten | € 14,99 | ab 4

Ene, mene, Eierkuchen (Mai 2019)

Eine Geschichte mit Piep und Pfanne

Eichhörnchen steht mit umgebundener Schürze am Küchentisch und hat Großes vor: es möchte Eierkuchen backen. Im Chaos auf dem Küchentisch verliert das Tier den Überblick und fragt: „Ene mene, Hühnerdreck, wieso sind die Eier weg? Ohne Eier keinen Kuchen, also muss ich Eier suchen. Eier, Eier seid so lieb, sagt doch bitte einmal ‚piep‘“.

Buchcover: Spaziergang mit Hund
Jörg Isermeyer und Daniel Napp: Ene, mene, Eierkuchen

Und aus einem Sechserpack, der hinter dem Rührgerät versteckt ist melden sich die Eier doch tatsächlich mit einem deutlich vernehmbaren „piep“. Die Eier sind aber nicht die einzigen Zutaten, die nicht auffindbar sind. Bis Eichhorn am Tisch sitzt und sich an seinen Eierkuchen sattessen kann, müssen sich noch Rührschüssel, Zucker oder das Handrührgerät - bitte - mit einem „piep“ melden. Der Schauplatz der gereimten Geschichte bleibt immer der gleiche. Und so erfahren Kinder in diesem Kammerspiel, entzückt vom immer größer werdenden Küchenchaos, was es alles an Zutaten und Küchenutensilien braucht, um einen Pfann- oder Eierkuchen zu backen. Natürlich übernehmen sie das „Piepsagen“ mit zuverlässiger Begeisterung und biegen sich vor Lachen, wenn das rasende Rührgerät den Eierkuchenteig durchs Zimmer spritzt. Dass der Eierkuchen beim Wenden so fantastische Luftsprünge macht, eine Punktlandung zwischen Eichhorns Pinselohren hinlegt und ihm die Augen verdeckt ist superpraktisch. So kann das Hörnchen seinen Eierkuchen Stück für Stück genüsslich vom Kopf essen und wieder sehen, wies so ausschaut rund um die Pfanne…

Flott gereimt ist halb gebacken – die lyrische Erzählung unterstreicht die Küchendynamik und sorgt mit dem interaktiven Leser-Piepen für ein absolut sprachlustiges Leseerlebnis. Daniel Napps Eichhörnchen platzt vor Entdeckerfreude schier aus seinem Fell und strahlt die Begeisterung eines empathischen Kochs aus, der sich schon von Beginn seiner Unternehmung an auf eines freut: am Tisch zu sitzen und zusammen mit seinem Freund, der Meise, genüsslich zu speisen.

Ein Kleinod in Pappe, das den Humorbedarf von Kindern kunstvoll, kniezig und sprachlustig bedient.

Anregungen für die Praxis

  • Die simple aber absolut leselustige Geschichte ist voll von Situationskomik, sodass sie auch ältere Kinder in ein begeistertes kurzweiliges Leseerlebnis verwickelt.
    Nicht nur, dass die Geschichte anregt Zutaten zu benennen oder einen Produktionsablauf zu formulieren, ihre witzigen unterhaltsamen Bilder animieren förmlich dazu, Pfannkuchen selber zu backen.
    Da eine solche Aktion unschwer in Bildern festzuhalten ist, kann als Anschlusskommunikation zu „Ene mene, Eierkuchen“ ein eigenes Sachbilderbuch mit Fotos entstehen.
    In einem solchen Literacyprojekt erleben Kinder eine Funktion von Schrift und Bild, sie erproben einen Produktionsablauf so darzustellen, dass er nachvollzogen und wiederholt werden kann.
  • Tipps zur Produktion eines Fotobilderbuchs
    Fotobilderbücher brauchen eine Vorbereitung, in der die Handlung in Szenen aufgeteilt und im sogenannten Storyboard festgehalten wird:
    Szene 1: Alle Zutaten und Arbeitsgeräte stehen auf dem Tisch. | Totale
    Szene 2: Die Eier werden aufgeschlagen und in die Schüssel gegeben. | Nahaufnahme usw.
  • Beim Fotografieren:
    - Halten Sie die Kamera ruhig
    - Achten Sie auf Motivschärfe
    - Gehen Sie nahe genug an das Motiv heran
    - Achten Sie auf genügend Licht
    - Fotografieren Sie nicht gegen das Licht
    - Wählen Sie ungewöhnliche Perspektiven
    - Probieren Sie verschiedene Formate und Einstellungsgrößen aus:
                Totale | Halbtotale | Nahaufnahme| Detail
    - Machen Sie mehrere Bilder, damit Sie hinterher eine Auswahl haben.
  • Im Buch werden die Bilder jeweils auf einer Seite präsentiert, der kurze Text steht unter oder über den Bildern.
    Das komplette Rezept steht am Anfang des Buchs.
    Spiralbindungen sind für diesen Buchtyp gut geeignet.
  • Die bewusste Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Büchern sensibilisiert Kinder für die Vielfältigkeit von Sprache und Bildern in der Literatur. Bei der Produktion von Fotogeschichten üben Kinder, Bild­sprache und Bildsymbole zu verstehen. Dieses Verständnis ist eine bedeutsame Kompetenz der Literacy­.
    Kinder erfassen in der Gestaltung der eigenen Bücher, dass die Abfolge und Aussagen mehrerer Abbildungen eine Dokumentation oder Geschichte ergeben. Verständlich wird für sie auch, dass die Umsetzung eines realen zeitlichen Ablaufs zu einer Folge von Bildern verdichtet werden muss, um dem Betrachter durch ein Medium vermittelt werden zu können.

Jörg Isermeyer und Daniel Napp: Ene, mene, Eierkuchen
Zürich: Atlantis 2019, 18 Seiten | € 9,95 | ab 2

Spaziergang mit Hund (April 2019)

Ein phantastisches Lese- und Seherlebnis der besonderen Art

Seit sich Menschen Geschichten erzählen, spielt die Phantasie mit. Werden diese Geschichten gekonnt ins Bild gesetzt, wird das Wunderbare, Unwirkliche und Sonderbare sichtbar. Wie faszinierend das sein kann, präsentiert Sven Nordqvist in seinem neuen opulenten Bilderbuch „Spaziergang mit Hund“.

Buchcover: Spaziergang mit Hund
Sven Nordqvist: Spaziergang mit Hund

Der Schöpfer von Findus, Petterson und Mamma Muh zeigt, was möglich ist, wenn in detailreichen wimmeligen Bilderwelten die Phantasie regiert. Dabei fängt alles ganz real an: Ein kleiner Junge geht mit einem großen zotteligen Hund auf eine kleine Runde zum Pippimachen. Unversehens landen die Zwei an einem alten Bahnhof und besteigen einen Zug, der über senkrechte Gleise himmelwärts direkt ins Land der Phantasie einfährt. In diesem Land gibt es die verschiedensten Gegenden und verzauberte Orte wie eine abenteuerlich erbaute Burg, die vornehmlich aus Türmen besteht. Auf den Mauern des Turmlabyrinths verlaufen kühn verlegt die Gleise, und aus dem Fenster eines Turms schmeißt eine Kuh den Passagieren im Zug Karotten als Reiseproviant zu. Dermaßen gestärkt kommen alle in einem Park an, in dessen Brunnen unzählige Wasserspeier zu bestaunen sind. Vor allem aber sind hier merkwürdige, von Ziegen gezogene Longboards unterwegs, auf denen Menschen in prächtigen Rokokokostümen stehen. Im Tiergehege hockt ein rosarotes Mammut im Käfig, die Affen spielen mit einem Kind, das sie aus dem Buggy geklaut haben, und die Hühner von Petterson und Findus zelten hier. Hunderte derartiger Details zeigen eine Fülle geheimnisvoller und gedankenanregender Momente, die den Betrachter als Feuerwerk der Phantasie bestens unterhalten. In den Bildern sind auch auch reale Menschen unterwegs. Nicht selten schauen diese auf ihr Smartphone, das hin und wieder als Kamera fungiert, aber auch bereits von manch einem der phantastischen Bewohner verwendet wird. Überhaupt ist bei geneigter Betrachtung zu entdecken, dass in den Abenteuer- und Märchenwelten Sven Nordqvists ein breites Medienensemble genutzt wird.

Kind und Hund, die als roter Faden die opulenten Bildertafeln verbinden, sind nicht immer auf Anhieb auffindbar. Sind sie doch meist mitten im Gewimmel unterwegs, mal eisessend, mal sprechend mit Wesen, die den Mucklas ähneln oder reigenspielend in den grünen Hügeln des Blaubeerwaldes. Letztendlich ist die Suche nach den Zweien auch eher der Start in die Zauberwelt dieser Literatur, oder sie läuft nebenher, denn die detailreichen Szenen ziehen die Betrachter in den Sog des Schauens und Staunens. Dabei lösen die Bilder ganz unschwer und erfreulich selbstverständlich größte Lust am Erzählen aus. Das liegt an den Gestalten oder Szenen, die Sprache unterschiedlich herauslocken. Einmal ist das ein schneller Kommentar wie „Schau mal, der Leuchtturm ist aber eine Kerze“ oder „Die kenn ich, das sind die sieben Zwerge“. Ein andermal generiert ein Bildimpuls eine kleine Geschichte darüber, was die extrem angeberische Hyäne aus dem Land der Katzentiere ihren Mitkatzen erzählt, während Findus, ganz ohne grüne Hose, danebensitzt, eine Maus in den Pfoten hält und intensiv beäugt.

Für Kinder ist der Ausflug in solch phantastische Welten ein Kinderspiel, das sie aus ihrem Alltag oder ihrem eigenen Spiel zur Genüge kennen. Sie können, wie Seven Nordqvist, ihre Phantasiewelt kreieren, mitten aus dem Alltag heraus. Dieses Wegbeamen in andere Welten bis hin zum Erschaffen phantastischer Weggefährten ist Ausdruck kindlicher Phantasie. Sven Nordqvist ist in ihr zu Hause, und hat aus seiner Vorstellungskraft Figuren und Szenen geschöpft, die Kinder und der Phantasie zugeneigte Erwachsene gleichermaßen faszinieren und erfreuen. Das besonders Schöne an dieser wimmeligen Fantasy-Literatur aber ist der Moment, wenn Leser gemeinsam aus der Realität treten und in die Bilderwelten eintauchen, in denen Sprache wie von selbst dazu findet.

Anregungen für die Praxis

  • Beim dialogischen Lesen in Wimmelbildern ergeben sich unschwer Situationen, die das Kommentieren und Erzählen herausfordern. Sie öffnen die Tür zu Sprache und Geschichten, die bei jedem Kind individuell ausfallen werden.
    Als Vorfreude auf solche Erlebnisse sind im Folgenden die Stationen der bildstarken Reise zusammengefasst.
    In den einzelnen Welten lassen sich Szenen spielerisch umsetzen, weiterspinnen und in offenen Fragen auf Erfahrungen, Vorstellungen und Gedanken der Kinder beziehen.
  • Stationen, die der kleine Knirps und der große Hund auf ihrer phantastischen Reise erleben.
    - Viktorianischer Bahnhof
    - Traumlandschaft mit Baumhäusern
    - Gleislandschaft auf den Türmen einer Burg
    - Brunnen im Park
    - Tiergehege
    - Tropenhotel mit Kaffee, Musik und Eis
    - Tiere im Land der Riesen
    - Inselschiffe
    - Die Stadt der blauen Bäume und Denkmäler
    - Im Antiquitätenladen
    - Im Kinderzimmer
    - Im Tomaten- und Heidelbeergarten
    - Gefährliches Land der Burgen
    - Krocketspiel im Wunderland
    - Die Stadt der Katzen
  • Die Reise durch die Phantasiewelt beginnt und endet an der Haustür einer älteren Dame, die den Jungen und den Hund verabschiedet bzw. zurückerwartet. Auf der ersten Seite führen Spuren von Hund und Kind in die Geschichte hinein und auf der letzten hinaus.
    Wo kommen diese her, wo führen sie hin? Dazu haben Kinder Vorstellungen und Meinungen.

Sven Nordqvist: Spaziergang mit Hund.
Hamburg: Oetinger 2019, 32 Seiten | € 20,00 | ab 4

Felix Frosch (März 2019)

Ein blattgrüner Baumfrosch hört seltsame Geräusche

Felix, der kleine Laubfrosch, ist vaterseelenalleine im Dschungel unterwegs, er hat sich verirrt. Umgeben von den Geheimnissen des dichten tiefen Dschungelwaldes hüpft er ziellos umher und hört seltsame Geräusche: Es raschelt hinter einem Stein, knirscht und klappert im Geäst und ganz oben aus dem Baum  vernimmt Felix ein seltsames Klopfen. Kein Wunder dass ihn diese Geräusche ängstigen, da er meist nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Und so schaut der kleine Frosch immer wieder mit großen Augen furchtsam in die Dschungelwelt. Glücklicherweise aber erfordert die interaktiv angelegte Struktur der Geschichte die Beteiligung der Leserschaft heraus. So können die zuhörenden Kinder dem kleinen grasgrünen Regenwaldbewohner Mut zusprechen, indem sie wiederholt und ritualisiert formulieren: “Keine Angst, kleiner Frosch, davor musst du dich nicht fürchten“.

Buchcover: Felix Frosch

Je nachdem, was die Geschichte verlangt, dürfen die Leser aktiv werden. So verscheuchen sie eine listig zischende Schlange mit lautem Händeklatschen oder unterstützen den Frosch durch lautes Mitzählen dabei, flink in eine rettende Baumkrone zu klettern. Immer wieder gilt es sich in die Geschichte einzubringen, den kleinen Hüpfer im Bild zu entdecken und sich darum zu kümmern und mitzuhelfen, dass der grasgrüne Kletterer seine Furchtsamkeit und Ängste überwinden und den Weg nach Hause finden kann.

Damit bietet „Felix Frosch“, zusätzlich zur Ebene des Bilderlesens und Vorlesens, eine weitere Erlebnisebene, die den Effekt zeitigt, dass Kinder sich in dieser Geschichte pudelwohl fühlen. Die Illustration, von Brita Teckentrup, in kunstvollen Collagen gestaltet, sorgt mit intensiven und leuchtenden Farben für großformatige stimmungsvolle Dschungelbilder. Dass Felix seinen Papa wiederfindet und dieser ihn hoch oben im Baumwipfel liebevoll ins Bett bringt, ist das glückliche Ende dieser Vater-Sohn-Geschichte, die gelungen vermittelt, wie Ängste mutig überwunden werden und zeigt, dass Kinder und Frösche Nestwärme und Geborgensein brauchen.

Anregungen für die Praxis

  • Die aktive Mitmachebene der Geschichte und der anteilig formelhaft gestaltete Sprachgebrauch unterstützen spielerisch den Spracherwerb. So eignet sich dieses bildstarke, durchgehend doppelseitig illustrierte Geschichte bestens für den Einsatz im Bereich Deutsch als Zweitspracherwerb.
  • Geräusche und Klänge fördern das Eintauchen in die Geschichte und unterstützen das „Kino im Kopf“. Die in die Handlung der Geschichten integrierten und in Worten beschriebenen Geräusche geben Anlass, das Hören und Zuhören zu thematisieren und spielerisch zu begreifen. Unsere Ohren sind immer offen, die auditive Wahrnehmung ermöglicht uns, unterschiedliche Höreindrücke aus verschiedenen Richtungen zu sammeln und diese zu einem stimmigen scharfen Bild zusammenzusetzen. Dabei müssen Töne, Klänge und Geräusche erkannt und zugeordnet werden, damit sich ein Sinnbezug ergibt. Geräusche geben uns Orientierung, sie befördern Erinnerungen, informieren und inspirieren. Umwelt, Landschaft, Wetter und Tiere schaffen Geräusche, die zu Hörgewohnheiten werden.
  • In der Geschichte von „Felix Frosch“ kommen folgende Verursacher und Beschreibungen von Geräuschen vor:
    - Die Schildkröte im Teich: „Plitsch! Platsch!“
    - Ein glänzender Käfer, der über die Blätter krabbelt: „Tripp! Trapp! Raschel! Raschel!“
    - Die frechen Affen: „Knirsch! Knack! Klapper!“
    - Die listige Schlange: „Swusch-Wusch!“
    - Der Buntspecht: Tock, tock, tock!
    - Die Fortbewegung von Papa Frosch: „Hüpf…hüpf…hüpf...“
  • Mit in der Geschichte integrierten Geräuschen, versuchen wir einzelne Elemente des Handlungsablaufes akustisch zu illustrieren. Dabei imitieren wir mit Musikinstrumenten oder Materialien die Geräusche und Klänge der Handlung oder stellen assoziativ akustische Entsprechungen dazu her.
    Dabei können die Kinder überlegen was es braucht, damit die Geräusche ähnlich wie Wasserplätschern oder Blätterrascheln klingen.
    Anregungen zur synthetischen Produktion der Geräusche:
    - Eine Plastikschüssel mit Wasser füllen und ein flaches Holzbrettchen im Rhythmus hinein tauchen.
    - Ein Stück Butterbrotpapier langsam und vorsichtig zerknüllen.
    - Astholz zerbrechen, mit zwei halben Kokosnussschalen klappern
    - Ein Küchen- bzw. Abtrockentuch an zwei Ecken fassen und durch schnelles Hin- und Herschwingen ein „wuschiges“ Geräusche verursachen
    - Schlaghölzer aufeinanderschlagen
    - Mit einer nassen Hand locker auf den Tisch schlagen

Jane Clarke / Britta Teckentrup: Felix Frosch.
Berlin: Anette Betz 2019, 32 Seiten | € 14,95 | ab 3

Der Wolf und die Fliege (Februar 2019)

Ein „kleines Hüngerchen“ für große Leselust

Wenn Erwachsene zusammen mit Kindern Bücher nutzen, übt das Kind ein Muster ein. Denn ein Zusammensein mit dem Buch und die Abläufe des Austauschs zwischen Bezugsperson und Kind funktionieren immer wieder gleich. Der Ablauf von Schauen und Zeigen, Lesen und Benennen wird wiederholt und festigt beim Kind die Vorstellung davon, was es bedeutet, Bücher zu lesen, und wie das vonstattengeht. Für diese frühen Leseerlebnisse braucht es also knappe und reduzierte Geschichten, die dennoch einen zündenden Funken schaffen. „Der Wolf und die Fliege“ ist eine solche und zeigt vor allen Dingen, wie spielend leicht und charmant es gelingt, im frühen Bilderbuchlesen mit minimal veränderter Wiederholung zu erzählen und dennoch große Unterhaltung zu schaffen.

Buchcover: Der Wolf und die Fliege

Antje Damm erzählt vom nimmersatten Wolf, der frisst und frisst und frisst: ein Spielzeug nach dem Anderen. Einzig einen Kaktus verschmäht er, und schlussendlich verdrückt er noch eine köstliche Fliege. Das aber hätte er lieber bleiben lassen sollen, denn die befördert mit ihrem Zappeln und Kitzeln den Apfel, die Katze, die Ente, das Auto, den Fisch und den Vogelwieder aus seinem Bauch heraus.

Da Kinder geübte Bilderleser sind, entdecken sie in deren Abfolge die plötzlichen Regungen der einzelnen zunächst unbelebten Spielzeuge. Was ist da los? Auf einmal hat die Ente den Schnabel offen, das Autolicht geht an oder der Vogel hüpft los. Diese minimalen Veränderungen sind Impuls dafür, dass das Kind erkennt, was das ewig hungrige Wölfchen als nächstes verschlingen wird. Quietschvergnügt und begeistert steuert es seine Erkenntnis beim Vorlesen begeistert bei. Vermittler und Kind lesen das Pappbuch also in trauter vergnüglicher Gemeinsamkeit, was die unbändige Lust der wiederholungswütigen kleinen Leser auf ein „Nochmal“ ins fast Unendliche steigert.

Auf mancher Doppelseite blickt das ausdrucksvolle verfressene Tier begeistert auf das Futter im Regal. Mal hängt ihm aus Freude auf den nächsten Happen die Zunge aus dem Maul, mal liegt es vollgefressen und schnarchend im Verdauungsschläfchen. Selbst grün im Gesicht oder spuckend gibt der räuberische Vierbeiner eine überzeugende Figur ab, dessen „kleines Hüngerchen“ für den Humor sorgt, den Kinder lieben und brauchen, um geneigte und überzeugte Leser zu werden. Spiel- und Lesefreude kunstvoll zu verweben und einen minimalistischen Ablauf farb- und formästhetisch ins Pappbilderbuch zu bringen, das gelingt Antje Damm und ihrem sympathischen Isegrim mit bewundernswertem Charme und brillanter Leichtigkeit.

Anregungen für die Praxis

  • Ein formelhafter Sprachgebrauch unterstützt spielerisch Sprache zu erwerben. So eignet sich dieses Bilderbuch auch bestens für den Einsatz im Bereich Deutsch als Zweitspracherwerb.

    In jeder Episode ist eine Lücke eingebaut, die von den Kindern ergänzt wird: „Einmal hatte der Wolf eine kleines Hüngerchen! Da fraß er den…“ Die Kinder ergänzen die Lücke durch das Lesen im Bild, blättern vor und zurück und entdecken - durch das im Regal fehlende Objekt -, dass der Wolf zuerst den Apfel gefressen hat. Im Speiseplan folgen: die Katze, die Ente, das Auto, der Fisch, der Vogel und die Fliege - und schon wissen die Kinder, wie die Artikel im Akkusativ lauten.
  • Im dialogischen Lesen ergeben sich unschwer Situationen, die den Gebrauch des Dativs und Genitivs herausfordern: „Vor wem hat die Katze Angst?“ „Vor dem Wolf“ - „Woran kannst du sehen, wen der Wolf als nächstes frisst?“ „An den Augen der Katze“.
  • Die Geschichte lässt sich spielerisch umsetzen, indem die erste Doppelseite kopiert wird und der Wolf und die acht Gegenstände ausgeschnitten werden.

    Die drei Ebenen des Regals werden auf ein Blatt Papier gezeichnet. Die Kinder können nun die Gegenstände in der vorgegebenen Reihenfolge der Geschichte oder in einer selbstbestimmten Abfolge ins Regal stellen, den Wolf füttern und die Geschichte selbst erzählen.

    Zusätzlich denken sich die Kinder aus, was der Wolf noch gerne fressen würde, zeichnen die Gegenstände und spielen die Geschichte nach dem bekannten Muster neu.

Antje Damm: Der Wolf und die Fliege.
Frankfurt: Moritz 2019, 22 Seiten | € 8,95 | ab 2

Welches Tier lief denn hier? (Januar 2019)

Spuren als Symbole

„ABC, die Katze lief im Schnee…“ erzählt ein traditionelles Kinderlied. Aber wer weiß wie ihre Spuren, die sie dabei im Schnee hinterlässt, aussehen? Allen, die das nicht so genau beschreiben können, kann in dieser Sache und auch beim weiteren Spurenlesen geholfen werden: „Ihre Pfotenabdrücke sind rund. Es sind jeweils vier Zehen zu erkennen. Krallen wie beim Hund kann man nicht sehen. Sie sind beim Laufen eingezogen.“ schreibt Svenja Ernsten, und Christine Henkel ergänzt das Wissen, das dieses spannende Sachbuch liefert, mit Tierspuren in Originalgröße.

Buchcover: SorTIERbuch

In jeder Umgebung sind Tiere unterwegs, die im verschneiten Park, auf der Wiese oder im Wald ihre Fährten hinterlassen. Am See finden sich die gut erkennbaren Abdrücke der Stockenten mit ihren Schwimmhäuten, die fast so aussehen wie gemalte Fledermäuse. Und sicher finden sich auch noch andere Vogelspuren. Die Abdrücke der Krähenfüße sind gut zu erkennen und zuzuordnen. Sie gleichen einem Strichmännchen mit erhobenen Armen – nur ohne Kopf und ohne Beine…

Tierspuren erzählen wer unterwegs war, sie geben Aufschluss, wer vielleicht soeben noch hier entlang gehüpft, gelaufen oder gehoppelt ist. Bereits ab dem Alter von zwei bis drei Jahren sind Kinder fähig, symbolisch zu denken, d.h. sie interessieren sich für Zeichen und ihre Bedeutung. So verstehen sie, dass die Form einer Spur ein bestimmtes Tier repräsentiert. Manche Tiere sind menschenscheu, sie zeigen sich selten oder kommen nur nachts aus ihren Verstecken. Dabei aber hinterlassen sie ihre verräterischen Spuren: Trippelspuren, Trittspuren, Kriechspuren.  

So motiviert dieses Buch nicht nur, wenn es frisch geschneit hat, nach draußen zu gehen und eine Spurensuche der besonderen Art aufzunehmen, sondern auch dazu, sich bereits vor dem Schriftspracherwerb mit Zeichen und Symbolen zu beschäftigen.

Anregungen für die Praxis und zum Nachsinnen

  • Trittsiegel, so heißt der Fachbegriff für die Fußabdrücke der Tiere, lassen sich auch von Kinderfüßen herstellen. Die Kinder können ihre Fußabdrücke betrachten, indem sie mit eingefärbten Fußsohlen über ein großes Blatt Papier laufen. Werden die Sohlen von Gummistiefeln eingefärbt und wird darin über ein Blatt Papier gelaufen, entstehen Spuren wie im Schnee, und das Profil von Noppen und Rillen unterschiedlicher Schuhe kann verglichen werden.
  • Tierspuren lassen sich mit in die Kita nehmen. Dazu werden sie einfach mit Gips ausgegossen.

    Dafür braucht es:
    500 Gramm weißen und schnell härtenden Gips
    Einen alten Becher
    Einen Stock  zum Rühren
    Einen 25 Zentimeter langen und 4 Zentimeter breiten Kartonstreifen
    Eine Büroklammer
    Etwas Wasser
    Eine Tüte für Reste und Müll

    So geht es:
    Zuerst wird der der Kartonstreifen zu einem Ring zusammengelegt und die überlappenden Enden mit der Büroklammer befestigt. Dann wird der Ring um die Spur herum in den Boden gedrückt. Der Gips wird mit Wasser angerührt. Der flüssige Gips wird in die Spur gegossen. Sobald der  Gips erhärtet ist, wird er vom Boden gelöst. Fertig ist der Abdruck der Tierspur!
  • Spuren von Ente, Hase, Hund, Igel, Katze, Maus, Reh, Pferd, Schwein und Taube
    sind als Stempel erhältlich.  (Sunnysue 200-13 - Holzstempel Tierspuren, 10-teilig)  
    Stempeln Sie eine Liste der Fährten und schreiben  Sie dazu die Tiernamen in Großbuchstaben vor. Regen Sie die Kinder an, die gestempelten Spuren mit den jeweiligen Tiernamen zu beschriften. Dabei üben sich die Kinder im Umgang mit Zeichen und Schriftzeichen, die eine Bedeutung tragen und somit eine Funktion haben. Sie entwickeln Symbolbewusstsein und Einsichten in die Funktion und Struktur von Schrift und anderen Zeichen.
  • Gut zu wissen: Wenn Kinder erkennen, dass Wörter durch eine Abfolge von Schriftzeichen abgebildet werden, befinden sie sich in der logographischen Stufe der Schreibentwicklung. In dieser Stufe können sie meist ihren Namen schreiben, verfügen aber noch nicht über die Kenntnisse Laute in Buchstaben umzusetzen. Sie betrachten die Gestalt des Wortes und prägen sich das Wortbild als Ganzes ein.

Svenja Ernsten/Christine Henkel: Welches Tier lief denn hier?
Eine spannende Spurensuche.
Stuttgart: Franckh-Kosmos 2018, 32 Seiten | € 14,99 | ab 4

Kontakt

Daniela Bischler
Trägerübergreifende Fachberaterin Sprachliche Bildung

Amt für Kinder, Jugend und Familie
Abteilung Förderung von Kindertageseinrichtungen
Europaplatz 1
79098 Freiburg

Tel. 0761 / 201 - 8431
Fax 0761 / 201 - 8409
daniela.bischler@stadt.freiburg.de

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