Menschenrecht auf Wasser

Freiburg ist Blue Community

Freiburg ist Blue Community: Maude Barlow übergibt das Zertifikat an Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit. (Foto: Francesco Sabatino)

Die Stadt Freiburg ist Blue Communitiy. Blue Communities stellen den Schutz des Wassers und den freien Zugang zu Wasser als Menschenrecht in den Mittelpunkt. Weltweit bekennen sich 49 Gemeinschaften (Städte, Gemeinden, Kirchen, Orden und Universitäten) zu den Prinzipien.

Bei einem Festakt im Mai 2022 übergab die Menschenrechtlerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Maude Barlow, das Zertifikat an Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit. Maude Barlow war maßgeblich daran beteiligt, dass die Vereinten Nationen 2010 das Menschenrecht auf Wasser in ihren Statuten verankert haben.

Blue Community Logo (stilisierter Tropfen auf blauem Kreis)

Blue Communities verstehen Wasser als öffentliches Gut und unterstützen die Umsetzung der Menschenrechte auf Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung. Sie gehen schonend mit den Wasserressourcen um und setzen sich für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in öffentlicher Hand ein. Zudem fördern sie, dass Leitungswasser statt Flaschenwasser getrunken wird und unterstützen andere Länder dabei, eine funktionierende öffentliche Trinkwasserversorgung bereitzustellen. Außerdem bekennen sie sich zur Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Wasserkreisläufe. Viele dieser Punkte setzt Freiburg bereits um, an manchen Punkten wird noch weiter gearbeitet.

Trinkwasser ist in Freiburg keine privatwirtschaftliche Angelegenheit

Der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz hat bereits 2003 entsprechende Leitlinien zur Anerkennung des Zugangs zu freien Wassers als Menschenrecht beschlossen. Dabei wurde etwa festgelegt, dass Wasserbewusstsein geweckt werden soll, der Energie- und Rohstoffverbrauch minimiert werden sollen und Wasserressourcen naturschonend genutzt werden. Weiterer wichtiger Aspekt einer Blue Community: Wasserdienstleistungen bleiben in öffentlicher Hand. Vor 20 Jahren, 2000, hat Freiburg in der sogenannten „Liberalisierungsdrucksache“ zum Ausdruck gebracht, dass es in den Bereichen Trinkwasser und Abwasser keine privatwirtschaftliche Öffnung geben soll.

Freiburg pflegt außerdem internationale Partnerschaften etwa mit Wiwili. Dort wurde bereits in der Vergangenheit die Herstellung von Trinkwasserleitungen von der Stadt Freiburg unterstützt. Diese internationalen Public–public Partnerschaften, also Kooperationen der öffentlichen Hand über Grenzen hinweg, sind auch eine Selbstverpflichtung der Blue Communities.

Ebenfalls ein Grundsatz, den Freiburg bereits erfüllt, ist der Appell, bevorzugt Leitungswasser zu trinken. So gibt es etwa bereits in 80 Prozent der Schulen Trinkbrunnen, der Ausbau soll weitergehen. In dem Projekt „Wasserquartier Waldsee“ hat das Umweltschutzamt mit den Menschen darauf hingearbeitet Flaschenwasser durch Leitungswasser zu ersetzen. Auch auf Musikfestivals soll es frei zugängliches Trinkwasser geben. In diesem Bereich gibt es aber noch Ausbaupotenzial. Der Klimawandel mit heißer werdenden Jahreszeiten macht es zunehmend wichtiger, dass Menschen sich dezentral im öffentlichen Raum mit Trinkwasser versorgen können.

Trinkwasserbrunnen in der Innenstadt

Gemeinsam mit bnNETZE unterstützt die Stadt Freiburg deshalb den Umbau der geeigneten Brunnen zu Trinkwasserbrunnen. An ausgewiesenen Trinkwasserbrunnen, sogenannten Laufbrunnen, gibt es den Berthold-Schwarz-Brunnen auf dem Rathausplatz und den Brunnen vor der alten Münsterbauhütte in der Herrenstraße. Weitere Laufbrunnen sind der Brunnen vor dem Schwabentor auf dem Schwabentorplatz, der Brunnen vor dem Martinstor und den Brunnen gegenüber der Universitätskirche in der Bertoldstraße/Ecke Niemensstraße. Trinkwasserspender, die keine Brunnen sind, gibt es in Freiburg am Platz der Alten Synagoge, auf dem Alfred-Döblin-Platz und am Betzenhauser Torplatz. Die Brunnen werden im Winter (um Einfrieren zu vermeiden) abgebaut oder abgestellt.

Bis zum 3. Oktober 2022 in Neuenburg am Rhein

Die Ausstellung des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, die im Rahmen der Landesgartenschau gezeigt wird und anschließend auf Wanderschaft geht, widmet sich unterschiedlichen Aspekten des Themas Grundwassers, um eine breite Öffentlichkeit über unsere wichtigste Trinkwasserressource sowie über ein wichtiges Ökosystem zu informieren und für dessen Schutz zu sensibilisieren. Insbesondere stehen dabei die im Grundwasser lebenden Organismen im Mittelpunkt.

Lehrkräfte können mit ihrer Klasse die Ausstellung kostenlos besuchen, wenn sie sich rechtzeitig vorher per E-Mail anmelden:  info@neuenburg2022.de

Kontakt

Umweltschutzamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon 0761 201-6101 Sekretariat
Fax 0761 201-6199