Energie fürs Quartier

Kleineschholz soll klimaneutral werden – dafür sind besondere Anstrengungen nötig. Im neuen Quartier wird es ein Netz für alle geben, also eine gemeinsame Infrastruktur und Technik, an die alle Haushalte angeschlossen werden.

Ausschreibung erfolgt „technikoffen“

Das Energiekonzept wird EU-weit ausgeschrieben, aber ohne die Festlegung auf eine bestimmte Technik. Vorab hat das Umweltschutzamt zwölf Varianten verglichen und vier davon als Favoriten näher untersucht. Das beste Verhältnis von Preis und Klimaschutz versprechen Fernwärme oder eine zentrale Grundwasserpumpe zur Wärmenutzung. Letztere gilt bei der Ausschreibung als Referenzvariante, an der sich die Angebote messen lassen müssen. Sieger wird, wer entweder zum selben Preis mehr Klimaschutz bietet oder denselben Klimaschutz zum besseren Preis.

Zeitplan für das Energiekonzept:

  • Ende November 2021: Der Gemeinderat beschließt formal die Ausschreibung mit ihren Vergabekriterien.
  • Mitte 2022: Entscheidung, wer aus dem zweistufigen Bewerbungsverfahren den Zuschlag bekommt.

Mehrfamilienhäuser als Herausforderung

Ein klimaneutrales Einfamilienhaus zu errichten, ist heute kein Problem mehr. Die Nutzung von Erdwärme und der Sonnenkraft stellt genügend Energie bereit, um zumindest rechnerisch den kompletten Strom- und Wärmebedarf vor Ort zu decken. Im Mehrfamilienhaus und damit in Kleineschholz ist diese Aufgabe sehr viel schwerer zu erfüllen. Die zur Energieerzeugung nutzbare Dach- und Bodenfläche ist nämlich kaum größer, der Energiebedarf hingegen schon.

Dennoch kann auch ein ganzes Quartier zumindest perspektivisch klimaneutral sein. Ein kleines Beispiel: Weil die Dächer der neuen Siedlung für Gemeinschaftsgärten eingeplant sind, soll jeweils nur ein Drittel mit Solaranlagen ausgestattet werden. Man könnte aber auch beide Themen kombinieren und Gewächshäuser bauen, auf deren Dachflächen Sonnennutzung möglich wäre. Ob es in Kleineschholz so kommt, steht bislang nicht fest.