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Freiburg spart Energie

Russlands Überfall auf die Ukraine verleiht dem Dauerbrenner-Thema Energiesparen besondere Dringlichkeit. Im Juni hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) erstmalig die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Lage ist angespannt, aber die Gasversorgung ist im Moment stabil und die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet.

Dennoch gilt, je mehr man jetzt Energie spart, desto besser kommen wir durch den Winter. Daher geht das klare Signal an alle Verbraucher_innen – sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten – so viel Wärme und Strom wie möglich einzusparen.

Die Verwaltung hat hier hilfreiche Informationen und Tipps zum Energiesparen zusammengestellt und prüft auch ihre eigenen Sparpotenziale, um den Verbrauch in der öffentlichen Verwaltung und in städtischen Unternehmen konsequent zu senken.

Energiesparen leicht gemacht

55

Euro pro Jahr

weniger Stromkosten

wenn die Wäsche an der Luft trocknet statt im Trockner

6

%

Energie einsparen

wenn die Raumtemperatur in der Wohnung um 1 Grad gesenkt wird

30

Kilogramm CO2

spart Kochen mit Deckel

im Jahr

3

Millionen

Waschmaschinen

wurden in Deutschland im Jahr 2018 abgesetzt.

Stoßlüften statt Fenster auf Dauerkippstellung

Gerade an kalten Tagen reichen weniger als 5 Minuten, in denen unerwünschte Raumfeuchte und verbrauchte Luft nach draußen transportiert werden. Einfach Fenster ganz öffnen und Stoßlüften. Am besten Durchzug machen, ansonsten in jedem Zimmer das Fenster weit öffnen. Kippstellung ist wirkungslos und verschwendet Heizenergie.

Raumtemperatur reduzieren

Ein Grad mehr oder weniger führen über das Jahr gesehen bereits zu einer Verbrauchsänderung von 6 Prozent bis 12 Prozent. Besonders in gut gedämmten Häusern kann die Raumtemperatur relativ niedrig sein, da die Innenseiten von Wänden und Fenstern behaglich warm sind. Eine Lufttemperatur von etwa 20 Grad oder niedriger wird hier meist als ausreichend empfunden.

Feuchtigkeit weglüften

Große Mengen Wasserdampf nach dem Duschen oder Kochen möglichst sofort nach draußen ablüften. Auch hier durch Schließen der Zimmertüren verhindern, dass sich der Dampf in der Wohnung verteilt. Wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet werden muss, weil ein Trockenraum fehlt, dieses Zimmer öfter lüften. Zimmertüre geschlossen halten.

Wasser im Wasserkocher vorkochen

Um Nudeln, Kartoffeln oder Reis zuzubereiten, das Wasser im Wasserkocher vorkochen und dann in Kochtopf geben.

Elektrogeräte auf Stand-by

Viele Elektrogeräte – von Computer bis zur HiFi-Anlage – sind ohne Notwendigkeit ständig eingeschaltet. Mit dem Abschalten des Stand-by-Betriebs mittels eines ausschaltbaren Mehrfachsteckers können Sie Ihre Stromrechnung erheblich reduzieren.

Wenig genutzte Räume nicht voll beheizen

Schlafzimmer, Keller und  Dachräume brauchen keine durchgängigen Temperaturen von 20 Grad. Besonders in Schlafzimmern reichen meist 17 bis 18 Grad, man sollte aber auf die Luftfeuchte achten sowie Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen tags und nachts geschlossen halten.

Nachts die Temperatur senken

Nachts kann die Heizung auf 15 bis 16 Grad heruntergedreht werden. Kühler sollte es über Nacht nicht sein, da das Wiederaufwärmen am nächsten Morgen sonst zu lange dauert. Auch bei längerer Abwesenheit tagsüber kann die Heizung heruntergedreht werden.

Weitere Tipps unter "Nachhaltiger Lebensstil"

Aktuelle Lage

Die Versorgungssicherheit in Freiburg ist wie in ganz Deutschland momentan weiter gewährleistet, aber die Lage ist angespannt. Die Gasspeicher in Deutschland sollten bis 1. November zu 95 Prozent gefüllt werden, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Anfang November lag der Gesamtspeicherstand bei fast 99 Prozent. Über den aktuellen Stand informiert die Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite.

Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

in Prozent

Monatlicher Gasverbrauch in Deutschland

in GWh/Tag

Petra Köpcke ist eine von mehreren Energiesparfüchs_innen in Freiburg. Im Auftrag der Stadt berät sie Bürger_innen bei Fragen rund um das Thema Energiesparen. Die Energiesparfüchse verstehen sich als Alltagsratgeber_innen, sie kennen die Freiburger Förder- und Beratungsprogramme und vermitteln bei spezifischen Fragen den Kontakt zu Fachexpert_innen in der Stadt.

Wie lange sind Sie schon als Energiesparfüchsin unterwegs?

Ich mache das seit etwa 5 Jahren, wobei wir während der Corona-Pandemie fast keine Beratungen durchführen konnten. Ich freue mich, dass wir mit unserem Infostand jetzt wieder in der Stadt unterwegs sind. Wir waren beim Dreisamhock und auch bei der Energiesparkampagne des Landes auf dem Rathausplatz. Und am Samstag sind wir mal wieder auf dem Wochenmarkt im Stühlinger.

Hat sich am Stand und im Kontakt mit den Menschen etwas verändert?

Die Leute sind offener, weniger zurückhaltend. Sie kommen mit Detailfragern viel aktiver auf uns zu und sind sehr interessiert, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Energiekrise.

Wonach wird denn am häufigsten gefragt?

Ein Renner sind nach wie vor die Solarmodule für den Balkon. Selbst Strom erzeugen zu können, das fasziniert die Menschen. Und hier haben auch Mieter_innen die Möglichkeit, selbst zu handeln.

Wäre es eigentlich sinnvoll, für den Winter schnell noch einen Heizlüfter zu kaufen?

Die Frage hat mir noch niemand gestellt. Nein, es ist definitiv nicht sinnvoll, mit einem Heizlüfter zu heizen, denn es ist ineffizient und treibt die Stromrechnung in die Höhe. Ich vermute aber, dass sie trotzdem schon ausverkauft sind.

Die  Energiesparfüchsinnen sind bis Weihnachten auf Wochenmärkten in Stadtteilen unterwegs. Sie treffen Petra Köpcke und Kolleg_innen am Freitag, 11. November, in Haslach, am Samstag, 12. November, in Mooswald, jeweils von 9 bis 12 Uhr.

Weitere Infos von Land und Bund

Schriftzug Cleverländ mit gelben Streifen

Die Kampagne "CLEVERLÄND – Zusammen Energie sparen" ruft in einem breiten Bündnis aus Baden-Württemberg zum Energiesparen auf. Auf einer Roadshow durchs ganze Land geben Expertinnen und Experten Tipps, wie Sie möglichst clever und effizient Energie einsparen können.

Foto: Vlad Yushinov / istockphoto.com ("Wie kann man noch sparen?"), katatonia / www.istockphoto.com ("Wie spart die Stadt?")