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Kommunale Kriminalprävention bei der Stadt Freiburg

Schutz vor Gewalt gehört zu unserem Grundbedürfnis und ist ein entscheidender Faktor für Lebensqualität. Die objektive Kriminalitätslage deckt sich aber nicht immer mit unserem Sicherheitsgefühl. Das bloße Erfüllen gesetzlicher Auflagen durch einzelne Behörden reicht daher nicht. Vielmehr müssen Verwaltung, Polizei und Bürgerschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen und abgestimmt präventiv handeln.

Die Freiburger Kriminalprävention übernimmt dabei seit 1998 eine Scharnierfunktion. Sie organisiert aus unverbundenen Einzelaktionen sowie der Vernetzung vorhandener Ressourcen ein gemeinsames Aktionsfeld. Dabei werden zunehmend Ursachen vielfältiger Kriminalitätsformen in den Blick genommen. Der Freiburger Koordinationsrat zur Kriminal- und Suchtprävention besteht aus einer Lenkungsgruppe, einem Plenum und mehreren Arbeits- und Fachgruppen.

Grafik von Zahnrädern, die ineinander greifen
(Foto Jan Engel /stock.adobe.com)

Themenschwerpunkte Kriminalprävention:

Freiburg Ansicht bei Nacht
(Foto Simon /stock.adobe.com)

Sicherheit im Freiburger Nachtleben

Die "AG Sicheres Nachtleben" wird durch die kommunale Kriminalprävention in enger Zusammenarbeit mit der Stelle zur Gleichberechtigung der Frau koordiniert und tagt regelmäßig zum Austausch und zur Durchführung abgestimmter Präventionsaktivitäten für das Freiburger Nachtleben.

Ist Luisa hier?​

Unter anderem wurden Schulungen für Clubs mit Umsetzung der bundesweiten Kampagne "Ist Luisa hier?" in Zusammenarbeit mit Frauenhorizonte e. V. und dem Netzwerk für Gleichbehandlung entwickelt

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In Bürgerumfragen wurde die Bürgerschaft zum Sicherheitsgefühl befragt: An Orten an denen sich Bürger_innen im öffentlichen Raum generell unsicher fühlen, sind auch die Unterschiede zwischen Tag und Nacht gravierender. Insbesondere das Sicherheitsgefühl in Parks und Grünanlagen hängt von der Tageszeit ab. Auch an "Haltestellen von Bus/ Straßenbahn", in "Parkhäusern/ Tiefgaragen" sowie in "Fußgängerunterführungen" lassen sich tagsüber und nachts deutliche Unterschiede feststellen. Zudem fühlen sich Frauen nachts wesentlich unsicherer als Männer.

Konfliktprävention und Reduzierung von Angsträumen

Der öffentliche Raum in unserer Stadt ist Ausdruck sozialen urbanen Lebens, aber auch umkämpftes Terrain. Denn Plätze gibt es viele in Freiburg – und viele Menschen, die diese in unterschiedlicher Weise nutzen. Dabei prallen Interessen aufeinander und nicht alle sind miteinander vereinbar.

Der Arbeitskreis "Interessenkonflikte im öffentlichen Raum" ist kein Gremium, das Patentrezepte entwickelt oder schnelle Lösungen aus dem Hut zaubert, sondern eine Struktur, die einen offenen Dialog einerseits zwischen Vertreter_innen der Stadtverwaltung untereinander und andererseits mit den Polizeirevierleitungen ermöglicht. Auch wird in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Tiefbauamt durch die Verbesserung der Beleuchtung und dem Rückschnitt von Pflanzen der Reduzierung von Angsträumen Rechnung getragen.

Des einen Freud... Interessenkonflikte im öffentlichen Raum (Foto: Albert J. Schmidt)

Neben Begehungen trägt die Teilnahme an Runden Tischen in Stadtteilen oder die Mitorganisation von Veranstaltungen dazu bei die gefühlte sowie die tatsächliche Sicherheit zu verbessern.

Sicherheit im ÖPNV

Der Arbeitskreis "Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr" wird seitens der Freiburger Verkehrs AG (VAG) koordiniert. Teilnehmende sind Vertreter_innen der Verkehrsbetriebe, der Polizei und Stadtverwaltung.

Die VAG verfügt über videoüberwachte Fahrzeuge und geschultes Fahrpersonal, das bei Bedarf Kontakt zur Leitstelle herstellen kann. An Wochenenden und vor ausgewählten Feiertagen bietet die VAG Nachtverkehr an, den sogenannten Safer Traffic.

Zivilcourage

Zum Start der Kampagne "Freiburg zeigt Zivilcourage" wurden verschiedene Präventionsmaterialien entwickelt.

Auch entstand eine Internetplattform www.freiburg-zeigt-zivilcourage.de, auf der Sie sich über Möglichkeiten und Grenzen zivilcouragierten Verhaltens gerne informieren können.

Häusliche Gewalt
(Foto: motortion /stock.adobe.com)

Häusliche Gewalt

Die Freiburger Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt (FRIG) ist Teil der kommunalen Kriminalprävention mit einer eigenständigen Koordinierungsstelle.

Der Runde Tisch gilt als zentrales Kooperations- und Entscheidungsgremium. In drei Fachgruppen arbeiten Fachkräfte zu den Themenschwerpunkten "Frauen- und Kinder", "Polizei/ Justiz" und "Männer-/ Täterarbeit".

Das Arbeitskonzept besteht darin, dass alle mit Häuslicher Gewalt befassten Institutionen, Polizei, Justiz, Kommunaler Sozialer Dienst, Frauenhaus etc. zusammenarbeiten und ihre Interventionen aufeinander abstimmen

Graffiti

Die Geschäftsführung der Kriminalprävention koordiniert die vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen zur Entfernung und Prävention illegaler Graffiti.

Informationen zu legalen Flächen

Wo Graffiti erlaubt sind, soll und darf nach Lust und Laune gesprayt werden!
Legale Street-Art-/Kunstprojekte werden durch www.sicheres-freiburg.de gefördert.
Außerdem gibt es 14 legale Freiflächen im Stadtgebiet, mehr Infos unter www.freiburg.de/graffiti

Unerlaubtes Sprayen - ein ernst zu nehmendes Problem

Wenn fremdes Eigentum ungefragt "gestaltet" wird, liegt eine Straftat wegen Sachbeschädigung und wenn beim illegalen Besprühen ein Gelände verbotswidrig betreten wird, liegt zusätzlich ein Hausfriedensbruch vor.

Die Problematik und die hohen Kosten der Beseitigung sind vielen Bürger_innen nicht bewusst. Durch Graffiti werden nach Schätzung des Deutschen Städtetags jährlich Kosten in Höhe von 200 Millionen Euro verursacht. Auch die gravierenden strafrechtlichen Konsequenzen für Täter sind nicht allen bekannt. Je nach Örtlichkeit und Gestaltung kann es außerdem zu negativen Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum kommen.

Aktivitäten zur Graffiti-Prävention

  • Solidarmodell Anti–Graffiti:
    Um illegales Sprayen einzudämmen gibt es unter Federführung von Sicheres Freiburg e. V. und ehrenamtlicher Beteiligung der Malerinnung Freiburg-Müllheim seit 2007 das "Solidarmodell Anti-Graffiti", bei dem einmal jährlich in einem Stadtteil die Entfernung von illegalen Graffiti in Zusammenarbeit mit den Bürgervereinen organisiert wird mehr...
  • Städtische Maßnahmen und Hilfeprogramm für Eigentümer:
    2017 wurde desweiteren ein Maßnahmepaket geschnürt, das vor allem die Erhöhung der Anzeigenerstattung und das verstärkte Entfernen von Schäden beinhaltet. Die Stadtverwaltung geht dabei mit gutem Beispiel voran (Pressemitteilung vom Oktober 2017 (56,3 KB))

    Betroffene private Eigentümer erhalten zur Beseitigung wiederholter Schäden aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung seitens des Vereins "Sicheres Freiburg" mehr...

    Zur Kooperation mit anderen öffentlichen Institutionen wurde im Juli 2019 die Initiative "Graffiti Alarm – für ein schönes Stadtbild" ins Leben gerufen. Interessierte können sich gerne dieser Initiative anschließen. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Anzeigenerstattung bei der Polizei ohne großen Aufwand per E-Mail erfolgen kann? (Pressemitteilung vom Juli 2019 (261 KB))

Kooperationen

Viele verschiedene Menschen halten Puzzleteile in den Händen
(Foto: Foto Sale/stock.adobe.com)

Sicheres Freiburg e. V.​

Der 2002 gegründete Verein "Sicheres Freiburg" ist der operative Arm der Kriminalprävention und hat sich der Kriminalitätsverhütung verschrieben. Sicheres Freiburg e. V. fördert Projekte im Bereich der Gewalt- und Graffitprävention, hilft bei Sachbeschädigungen von Graffiti, bietet Kurse zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung an und ist in vielen Feldern, in denen es um eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls geht, aktiv.

Gemeinsam mit dem kommunalen Suchtbeauftragten und der Koordinationsstelle kommunale Alkoholpolitik werden die Koordinationsratssitzungen vor – und nachbereitet. Im Freiburger Aktionskreis Suchtprophylaxe (AKS) werden folgende Themen bearbeitet: Kinder, Schule, Betriebe, Straßenverkehr, Sucht im Alter.

Auch mit PräRIE, dem Kooperationsprojekt zur Alkohol- und Gewaltprävention des Arbeitskreises Suchthilfe und der Stadt Freiburg (Koordinationsstelle Kommunale Alkoholpolitik), gibt es eine sehr gute Vernetzung.

Netzwerk Kommunales Konfliktmanagement

Auch im Bereich des Konfliktmanagements ist ein überregionaler interdisziplinärer Austausch für unsere Kommune wichtig und hilfreich. Die kommunale Kriminalprävention sowie der Leiter des Vollzugsdienstes der Polizeibehörde Freiburg arbeiten mit derzeit 11 weiteren Kommunen aus ganz Deutschland im "Netzwerk Kommunales Konfliktmanagement im öffentlichen Raum" zusammen. Es ist ein Zusammenschluss aus Verwaltung, Streetwork, wissenschaftlichen Beratenden und Institutionen, die in Kommunen Konflikte im öffentlichen Raum bearbeiten.

Man trifft sich einmal im Jahr, um sich auszutauschen und auszuarbeiten, wie Konflikte und Irritationen zwischen Nutzerinnen und Nutzern bearbeitet und mit möglichst kommunikativen, dialogischen Mitteln gelöst werden können. Gastgeber war auch beim 2. Netzwerktreffen am 07.11.2019 die Fachstelle AKIM (Allparteiliches Konfliktmanagement in München) im Sozialreferat der Landeshauptstadt München (www.muenchen.de/akim) FAZIT des Austausches: Soziale Angebote und ordnungsrechtliches Eingreifen müssen im öffentlichen Raum zusammenarbeiten. Es gilt die Formel: Sozial = sicher!

Netzwerk Kommunales Konfliktmanagement

Sicherheitspartnerschaft

Logo "Sicher dabei"

Im Rahmen der Partnerschaft "Sicherer Alltag", die zwischen der Stadt Freiburg und dem Land Baden-Württemberg geschlossen wurde, begleitet die Kriminalprävention aktuelle Prozesse und bringt sich aktiv in die Projektarbeit ein. Durch die Mitarbeit in der Sicherheitspartnerschaft werden zudem präventive und repressive Maßnahmen miteinander abgestimmt und verbunden. Die Partner verfolgen im Schulterschluss konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der objektiven Sicherheit und des Sicherheitsempfindens. Dramatische Gewaltstraftaten in Stadt und Region erforderten sowohl eine stärkere Verzahnung der kommunalen Präventions- und Sicherheitsarbeit als auch eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium auf unterschiedlichsten Ebenen.

Stelle zur Gleichberechtigung der Frau

Zur Verbesserung der Sicherheit von Frauen und der Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt arbeitet die Kriminalprävention eng mit der Stelle zur Gleichberechtigung der Frau, der Interessensvertretung aller Mädchen und Frauen in Freiburg, zusammen. Das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die so genannte Istanbul-Konvention, trat in Deutschland im Februar 2018 in Kraft und stärkt den Schutz von Frauen und Mädchen. Aufgrund dieses Menschenrechtsabkommens, mit dem umfangreiche Maßnahmen zur Prävention und Sanktionierung von Gewalt und zum Gewaltschutz einhergehen, ist die Zusammenarbeit nochmals intensiviert worden.

Zusammenarbeit mit anderen Städten

Die Kriminalprävention ist bundes- und europaweit gut vernetzt mit anderen Städten, die ähnliche Problemlagen haben. Das deutsche Städtenetzwerk und die Mitgliedschaft beim deutsch-europäischen Forum für urbane Sicherheit ermöglichen einen kontinuierlichen und wertvollen Austausch der Fachstellen untereinander.

Angebote zur Gewaltprävention

Hier finden Sie eine Übersicht über Beratungs- und  Unterstützungsangebote, die Ihnen dabei helfen, Gewalt vorzubeugen, in Notfallsituationen angemessen zu reagieren und Konflikte möglichst konstruktiv zu lösen. Auch zum Opferschutz finden Sie Kontakte, die Ihnen den Zugang zu weiterführenden Informationen ermöglichen.

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Kontakt

Kommunale Kriminalprävention
Fehrenbachallee 12 (Rathaus im Stühlinger)
79106 Freiburg
Telefon (07 61) 2 01-48 80
Fax (07 61) 2 01-31 13

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Anlaufstellen
Gewaltprävention und Opferschutz
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