Fragen & Antworten

Was genau ist ein Klimamobilitätsplan?

Der Klimamobilitätsplan wurde im Klimaschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg festgeschrieben. Er ist ein neuartiges Planwerk, das darauf angelegt ist, Klimaschutz und Mobilität gemeinsam zu betrachten. Konkret soll er dabei helfen, Maßnahmen zu identifizieren, mit denen sich die CO2-Emissionen im Verkehr möglichst schnell reduzieren lassen. Freiburg ist eine von fünf Modellkommunen, die sich an dem Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg beteiligen. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, soll der Klimamobilitätsplan als Instrument im gesamten Bundesland Anwendung finden.

Welches Ziel verfolgt der Klimamobilitätsplan?

Im Rahmen der Erstellung des Klimamobilitätsplans soll bis Ende 2022 ein Maßnahmen-Bündel identifiziert werden, das dazu geeignet ist, die CO2-Emissionen des Verkehrssektors bis 2030 (gegenüber 2010) um 40 Prozent zu reduzieren.

Warum beteiligt sich Freiburg an dem Pilotprogramm des Landes?

Freiburg hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2038 klimaneutral zu sein. Um dies zu erreichen, muss auch der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten. Mit dem Klimamobilitätsplan erhält die Stadt die Möglichkeit, die bisherigen Planwerke aus den Bereichen Mobilität (z.B. Verkehrsentwicklungsplan, Radkonzept) und Klimaschutz & Umwelt (z.B. Klimaschutzkonzept, Masterplan Green City) unter dem CO2 -Einsparziel gemeinsam zu betrachten. Das Land Baden-Württemberg finanziert dabei nicht nur die Erarbeitung des Klimamobilitätsplans, sondern unterstützt auch die Umsetzung der identifizierten Maßnahmen mit einem erhöhten Fördersatz.

Welche sind die anderen Pilotkommunen?

Neben Freiburg sind die Städte Stuttgart und Heidelberg, der Landkreis Ludwigsburg sowie der Gemeindeverband Mittleres Schussental die weiteren Pilotkommunen, die einen Klimamobilitätsplan erstellen. Unter der Moderation des Verkehrsministeriums stehen die Pilotkommunen während der Erarbeitung im kontinuierlichen Austausch miteinander. Der Prozess wird zudem von der Universität Stuttgart wissenschaftlich begleitet.

Wer unterstützt die Stadt Freiburg bei der Erarbeitung des Klimamobilitätsplans?

Zur Erarbeitung des Klimamobilitätsplans hat die Stadt zwei jeweils für ihren Bereich spezialisierte Büros eingebunden. Ein Planungsbüro verantwortet die fachliche Erarbeitung des Klimamobilitätsplans. Dies umfasst insbesondere die Anpassung des Verkehrsmodells, mit dem die Wirkungen der möglichen Maßnahmen analysiert und die Gesamtwirkungen von unterschiedlichen Maßnahmen-Bündeln berechnet werden können. Die Einbindung der Bürger_innen und Fachakteure sowie zur begleitenden Kommunikation unterstützt zudem ein auf Dialog spezialisiertes Büro. Es verantwortet die Beteiligungsformate im Rahmen des Erarbeitungsprozesses.

Wie ist die Ausgangslage Freiburgs beim Klimaschutz im Verkehr?

Der Anteil des Verkehrssektors an den CO2 -Emissionen in Freiburg ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und beträgt inzwischen 28 Prozent. Dies liegt vor allem daran, dass die Zahl der Fahrzeuge deutschlandweit kontinuierlich zunimmt und diese Fahrzeuge zusätzlich schwerer und leistungsstärker werden. Die Effizienzgewinne durch bessere Motoren können dies nicht kompensieren. Obwohl Freiburg aufgrund der Bemühungen der letzten Jahre insgesamt besser dasteht als viele andere Städte, stehen auch wir vor einer großen Herausforderung. Eine gute Übersicht über die Situation in Freiburg und erste strategische Handlungsansätze liefert das Strategiepapier „Klimaschutz und Mobilität“ von 2021.

Welche Maßnahmen werden im Rahmen des Klimamobilitätsplans untersucht?

Aktuell werden Maßnahmen aus den Bereichen „Mobilitätsinfrastruktur“, „Mobilitätsangebot“, „Regulierung der Kfz-Mobilität“ und „Stadtentwicklung und Raumordnung“ untersucht.

Werden nur Maßnahmen der Stadt untersucht?

Das CO2 -Einsparziel ist sehr ambitioniert und wird nur mit entsprechenden Beiträgen aller Akteure und vor allem in Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden erreichbar sein. Im Klimamobilitätsplan wird zwischen Maßnahmen unterschieden, die in der ausschließlichen Zuständigkeit der Stadt liegen und Maßnahmen, bei welchen zwingend die Umlandgemeinden und Landkreise einzubeziehen sind. Darüber hinaus gibt es denkbare Maßnahmen, die nur umgesetzt werden können, wenn zuvor auf Bundes- oder Landesebene die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

An wen kann ich meine Fragen richten?

Sie haben Fragen zum Klimamobilitätsplan oder dem Erarbeitungsprozess? Dann kommen Sie gerne auf uns zu. Das Team des Klimamobiltätsplans steht Ihnen für Ihre Fragen und Anregungen unter kmp@stadt.freiburg.de zur Verfügung.

abgestellte Fahrräder vor der UB