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Waltraut vom Mühlwald ist der höchste Baum Deutschlands

Eine von den Freiburger Förstern liebevoll auf den Namen Waltraut vom Mühlwald getaufte Douglasie gilt als der höchste Baum Deutschlands. Seit dem Jahr 1913 steht sie hier im Freiburger Stadtwald im Mühlwald bei Günterstal, wo sie im Alter von drei Jahren gepflanzt wurde. Trotz des hohen Alters von über 100 Jahren ist Waltraut noch immer vital und wächst Jahr für Jahr 30 cm an Höhe zu.

Der höchste Baum Deutschlands von unten fotografiert.
Forstamts-Mitarbeiter Andreas Schäfer lehnt an dem vermutlich höchsten Baum in Deutschland (Foto: Klaus Echle).

Die Forstleute haben seinerzeit versuchsweise Baumarten aus Nordamerika gepflanzt, die das durch die letzte Eiszeit in Mitteleuropa eingeschränkte Spektrum an Baumarten bereichern sollten. Die aus Nordamerika stammende Douglasie
(Pseudotsuga menziesii) hat sich dabei hier sehr gut integriert und wächst deutlich höher und schneller als ihre heimischen Nadelbaumverwandten.

Im Jahr 2017 hat sich erneut eine langgehegte Vermutung bestätigt: Eine Messung durch angehende Vermessungstechniker_innen der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule in Freiburg erbrachte eine Rekordhöhe von 66,58 Metern. Damit ist Waltraut wohl der höchste Baum und das größte Lebewesen Deutschlands. Im Jahr 2019 wurde Waltraut von den Machern von monumental-trees.com neu vermessen, was eine Höhe von 67,10 Metern ergab. Der Stammumfang liegt in 1,30 Meter Höhe übrigens bei 3,38 Meter. Gemessen am geschätzten jährlichen Zuwachs von 30 Zentimetern müsste der Baum heute etwa 67,5 Meter hoch sein.

Aus Nordamerika nach Freiburg

Von einer Weltumsegelung (1791-1795) brachte der Naturforscher Archibald Menzies das erste Douglasienexemplar von Vancouver-Island mit nach Europa, wo der Botaniker Lambert es erstmals 1803 botanisch beschrieb.

Geerntete Douglasien-Zapfen werden aus einem Eimer geschüttet.
Begehrt: Douglasien-Zapfen werden alljährlich in Freiburg geerntet (Foto: Klaus Echle)

1880 beschloss der Verein deutscher forstlicher Versuchsanstalten Anbauversuche in größerem Umfang. Seit 1896 werden Douglasien im Freiburger Stadtwald angepflanzt. In Baden blieb der Anbau vorläufig auf Versuchsflächen wie am Standort von Waltraut im Forstrevier Günterstal beschränkt.

Sämtliche Spuren der Freiburger Douglasienherkunft enden bei Samenhändlern in den Staaten Washington und British-Columbia. Es wird vermutet, dass die Freiburger Douglasien aus einer in Nordamerika zwischenzeitlich  untergegangenen Herkunft stammen. In jedem Fall wurde mit der Freiburger Douglasie ein seltener Glücksgriff getan: Sie zeigte sich in mehreren Anbauversuchen anderen Douglasien-Herkünften überlegen.

Später wurde auch eigenes Saatgut zur Anzucht neuer Douglasienpflanzen verwendet. Heute verjüngen sich die Freiburger Douglasien natürlich - nur in Ausnahmefällen (bei Sturmschäden), wird gepflanzt. Das Freiburger Saatgut ist inzwischen ob der guten Qualität sehr begehrt.

Entdecken Sie Waltraut und den Günterstäler Wald!

Als Ausgangspunkt zum höchsten Baum Deutschlands eignet sich das WaldHaus Freiburg an der Wonnhalde oder die Haltestelle der Linie 21 „Kyburg“:

  • Vom WaldHaus Freiburg folgen Sie über ca. 4,5 Kilometer und 180 Höhenmeter der Beschilderung „Höchster Baum Deutschlands“, bis Sie über die „Waldfahrstraße Lorettoberg-Kyburg“, „Illenbergweg“ und „Mühlwaldweg“ zu Waltrauts Standort gelangen.
  • Von der Haltestelle „Kyburg“ folgen Sie dem markierten Wanderweg des Schwarzwaldverein e. V. in Richtung „Luisenhöhe“ und „Horben“ jenseits der Brücke über den Bohrerbach. Er trifft in seinem Verlauf auf den oben genannten „Illenbergweg“. Biegen Sie dann dem links abgehenden „Mühlwaldweg“ zu Waltrauds Standort. Der Weg ist ebenfalls mit Hinweisschildern „Höchster Baum Deutschlands“ bezeichnet und führt steiler über 150 Höhenmeter und ca. 2,5 Kilometer zum Ziel.

Alle Nutzer_innen eines GPS-Systems können Waltraut bei den Koordinaten N 47.9533 / E 7.8609 (WGS-84) oder 414955 / 5311736 (UTM) finden.

Kontakt

Forstamt
Günterstalstraße 71
79100 Freiburg
Telefon 0761/ 201-6201 oder -6202, Wochenendnotfalldienst: 0175 / 9322476
Fax 0761 / 77982

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