Kunstkommission

Zur städtischen Lebensqualität tragen immer entscheidender die öffentlichen Räume, ihre Aufenthalts-, Kommunikations- und Aktionsqualitäten ebenso bei, wie ihre baukulturellen und ästhetischen Qualitäten. Kunst kann in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen Element des kulturellen Lebens in der Stadtöffentlichkeit werden. Aus diesen Gründen kann die Kunst im öffentlichen Raum neben ihren traditionellen Funktionen gerade im urbanen Umfeld wichtige Beiträge zum geistigen Klima in der Stadt beitragen.

Aus diesem Anspruch heraus beschloss der Freiburger Gemeinderat im Dezember 2014 die Wiedereinrichtung einer städtischen Kunstkommission für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum. Die Kunstkommission (KuKo) wird seitdem bei allen Vorhaben, welche die Kunst im Stadtraum oder Kunst an städtischen Gebäuden direkt betreffen oder indirekt tangieren, aktiv als fachkompetentes Beratungsgremium eingebunden. Die Kunstkommission prüft und berät alle Vorhaben und gibt schriftliche Voten und Empfehlungen ab, etwa über vorgesehene Standorte für Kunstwerke oder durchzuführende Wettbewerbe, über die Künstlerauswahl für Aufträge oder Wettbewerbe oder über Wiederaufstellungen oder auch den Abbau von Kunstwerken.

Aufgabe

Die Arbeit der Kunstkommission dient der Sicherung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Bildender Kunst in den öffentlichen Räumen der Stadt. Ein zentraler Gewinn für die Stadt Freiburg liegt in der Steigerung der künstlerischen Fachkompetenz bei der Entwicklung und Steuerung von Kunst im öffentlichen Raum und an städtischen Bauten und somit der Steigerung von Qualität und Attraktivität der Stadt insgesamt.

Neben Prüfaufträgen, die von Seiten der Stadt über die Geschäftsstelle in die Kunstkommission eingebracht werden, kann die Freiburger Kunstkommission auch von sich aus Themen setzen und der Stadt Vorschläge und Empfehlungen zur Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum unterbreiten. Die aktuelle Kunstkommission ist darüber hinaus auch bestrebt, die öffentliche Diskussion über Kunst in der Stadt zu beleben. Eine erste Veranstaltung „Perspektiven der Kunst im öffentlichen Raum“ fand im Juni 2016 im überfüllten Architekturforum Freiburg statt. Weitere Veranstaltungen sind in Planung.

Die Freiburger Kunstkommission ist in ihrer Arbeit und ihren Empfehlungen unabhängig. Ihr gehören weder Beschäftigte der Stadtverwaltung noch Bürgermeister oder Mitglieder des Gemeinderats an. Diese dürfen den nicht-öffentlichen Sitzung jedoch beiwohnen. Die Mitglieder der Kunstkommission sind fünf unabhängige Expertinnen und Experten unterschiedlicher Profession, die der Gemeinderat für fünf Jahre in ihre ehrenamtlich auszuübende Funktion berufen hat. Die Kunstkommission wählt den Vorsitz und die Stellvertretung aus dem Kreis ihrer Mitglieder.

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Mitglieder

Angeli Janhsen

geboren 1957, hat in Bochum Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Nach Studienaufenthalten in Pisa, Florenz und Venedig war sie Assistentin und dann Hochschuldozentin in Bochum. Seit 1997 ist sie Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt moderne und zeitgenössische Kunst) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Veröffentlichungen: „Perspektivregeln und Bildgestaltung bei Piero della Francesca“ (1990), „Dies. Hier. Jetzt. Wirklichkeitserfahrungen mit zeitgenössischer Kunst“ (2000), „Kunst sehen ist sich selbst sehen. Christian Boltanski. Bill Viola“ (2005), „Neue Kunst als Katalysator“ (2012), „Kunst selbst sehen. Ein Fragenbuch“ (2013). Außerdem Artikel zu Kunst im öffentlichen Raum: „Dekoration als Vandalismus“ (2008) und „Gegen Vandalismus. Über Ignoranz, Missbrauch und Zerstörung von Kunst im öffentlichen Raum“ (2009).


Michael Gies

geb. 1952, studierte Architektur in Berlin und Paris. Er wohnt seit 1990 in Freiburg. Seit 1996 ist er Inhaber eines eigenen Büros, das heute unter dem Namen Gies Architekten in Deutschland und Frankreich tätig ist. Das Arbeits- und Interessensfeld seines Teams ist breit gefächert. Michael Gies unterrichtet seit 2004 im Rahmen der Architektenausbildung und der beruflichen Fortbildung. So war er 2004/2005 Gastprofessor an der École Nationale Supérieure d’Architecture de Strasbourg und 2008/2009 an der École Nationale Supérieure d’Architecture de Paris-Belleville und hatte Lehraufträge u. a. an der École de Design de Québec in Montréal und an Hochschulen in Grenoble und Lyon. Er ist gelegentlich als Preisrichter tätig, war Mitbegründer der oberrheinischen Architekturtage und von 2007 bis 2012 Vorsitzender des Architekturforums Freiburg.


Klaus Merkel

geb. 1953, studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und in Freiburg bei Peter Dreher. 1980 schloss sich ein DAAD- Stipendium in Wien an. Weitere Stipendien der Kunststiftung Baden-Württemberg, des Kunstfonds Bonn und der Alfried Krupp v. Bohlen u. Halbach Stiftung folgten. 2001 war er auf Einladung des Apexart Residency-Programs in New York, im Rahmen des iaab mit der Christoph-Merian-Stiftung Basel 2004 in Montréal. Seine Werke waren bei Internationalen Ausstellungen in New York, London, Montréal, Madrid, Wien, Basel, Boston, Hangzhou, Leeds, Amsterdam, St. Gallen und Winterthur zu sehen. Ausstellungen in Deutschland wurden in Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt a.M., Münster, Kassel, Stuttgart, Freiburg, Leipzig, Karlsruhe, Nürnberg, Bielefeld und Baden-Baden gezeigt. Er war als Gastprofessor an Kunstakademien in Karlsruhe, Bukarest und Lyon und ist seit 2009 Professor für Malerei an der Kunstakademie Münster. Als ehemaliges Mitglied der Kunstkommission Baden-Württemberg kann er auf eine reichhaltige Erfahrung mit Kunst an Bauvorhaben des Landes zurückblicken.


Andrea Mihaljevic

Frau Prof. Andrea Mihaljevic ist zum November 2017 wegen eines mehrmonatigen Auslandsstipendiums aus dem Gremium zurückgetreten.
Das Nachbesetzungs-Verfahren ist eingeleitet.


Dietrich Roeschmann

1965 in Hannover geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Kunstkritiker und Grafiker in Freiburg. Er hat Germanstik, Philosophie und Geschichte in Freiburg studiert, war Soul- und HipHop-DJ, Musikredakteur bei der Stadtzeitung, Kulturredakteur bei der Zeitung zum Sonntag und gründete nach deren Insolvenz 2001 zusammen mit einem Freund das Redaktionsbüro text+partner für Corporate Publishing im Bereich Kultur und Wissenschaft. Im gleichen Jahr übernahm er die Konzeption und Redaktion des von ihm mitbegründeten Artline Kunstmagazins, das als grenzüberschreitendes Projekt zur Vernetzung der zeitgenössischen Kunstszenen in Süddeutschland, im Elsass und der deutschsprachigen Schweiz für vier Jahre von der EU gefördert wurde und seit 2005 sowohl online als auch in einer monatlichen Printausgabe erscheint. Über zeitgenössische Kunst schreibt er daneben regelmäßig u.a. für die Badische Zeitung und verschiedene Schweizer Medien.


Themen

Wandbild am Martinstor

Siegesdenkmal

Am 1. Juli 2017 rief die Kunstkommission der Stadt Freiburg zur Einreichung von "Ideenskizzen für die Neuaufstellung des Siegesdenkmals" auf. Anlass der Ausschreibung und der Veranstaltung waren die zu diesem Zeitpunkt noch offenen Fragen über Ausrichtung, Sockelgestaltung und mögliche Ergänzungen oder Interventionen am bislang noch unbenannten Platz. Alle Wettbewerbsbeiträge wurden vom 29. bis 31. Oktober 2017 in den Räumen des Architekturforums, Guntramstr. 15, 79106 Freiburg, öffentlich ausgestellt.


Rotteck-Denkmal

Kunstwettbewerb Rathaus im Stühlinger

Siegerentwurf  von Schirin Kretschman (Fotomontage)

Das Kunstwerk als integraler Bestandteil der Architektur in leuchtendem Gelb überzeugte die Jury vor allem wegen seiner „guten Balance zwischen kraftvoller Geste und der Interpretation in den Raum.“ Die Jury beeindruckte auch die Idee einer händisch hergestellten Arbeit, die die Wand als Ganzes mit einer dynamischen Wellenbewegung überzieht. Schirin Kretschmann schafft kein Abbild, lässt aber beim Betrachter Analogien zu Naturformen, Landschaften und kosmischen Phänomenen zu. Ohne selbst eine bestimmte Deutung vorzugeben, verwandelt das Kunstwerk den Empfangsbereich des Bürgerservicezentrums „in einen einzigartigen Verweilraum, den der Besucher individuell visuell erkunden“ kann.


Veranstaltungen

Diskussion: "Kunst und Stadtbild, Kapitel 23" (09.12.2016)

Kunst und Stadtbild ändern sich ständig. Die Umsetzung des Siegesdenkmals, die Umgestaltung des Rotteckrings und die Positionierung der dortigen Kunstwerke, das neue SC-Stadion, der geplante Stadtteil Dietenbach: Mit jedem Großbauprojekt verändert sich das Gesicht der Stadt.
Was heißt das für die Kunst im öffentlichen Raum? Was kann sie leisten? Wieviel Farbe verträgt die Stadt? Und ist alles, was bunt und kreativ ist, immer schon Kunst?
Um Fragen wie diese zu diskutieren, lud die Freiburger Kunstkommission am 9. Dezember unter dem Titel „Kunst und Stadtbild. Kapitel 23“ alle Interessierten zum Austausch über die derzeitige Situation von Kunst im öffentlichen Raum in Freiburg in das Architekturforum in die Guntramstraße 15 ein.


Die Kunstkommission stellt sich vor (14.6.2016)

Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau haben in Freiburg eine lange Tradition. Bis Mitte der 1980er Jahre wurden bei fast allen städtischen Bauaufträgen Kunstwerke integriert. Seitdem wurden städtische Kunstaufträge nur noch bei ausgewählten Bauprojekten vergeben. Seit Anfang 2015 existiert bei der Stadt Freiburg wieder eine vom Gemeinderat berufene Kunstkommission.
Nach den ersten drei Sitzungen lud die Kommission alle Kunstinteressierten zu einem offenen Erfahrungs- und Gedankenaustausch über die Perspektiven der Kunst im öffentlichen Raum in Freiburg ein und stellte sich und ihre bisherige Arbeit vor.


Kontakt

Geschäftsstelle Kunstkommission
Kulturamt
Achim Könneke
Direktor

Achim.Koenneke@stadt.freiburg.de
Telefon (07 61) 2 01-21 00
Fax: 0761/201-2199


Sitzungen

Die Kunstkommission tagt 3 bis 4 Mal im Jahr. Die Sitzungen sind nichtöffentlich.


Öffentliche Veranstaltungen

Die Kunstkommission initiiert bei Bedarf öffentliche Vorträge und Diskussionsveranstaltungen zur Kunst im öffentlichen Raum.


Satzung

Satzung über die Einrichtung einer Kunstkommission (27,6 KB)für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum - Kunstkommission (KuKo)