Montag, 22. Oktober 2018: Jahrestag der Deportation der badischen Juden nach

Gurs

Gedenkfeier beim Synagogenbrunnen auf dem Platz der Alten Synagoge mit Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwili-Brücke

Seit Oktober 2003 liegt auf der Mauer der Wiwili-Brücke ein Mantel aus Bronze. Eine Tafel erläutert dieses Mahnmal:

Am 22. Oktober 1940 wurden mehr als 450 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Freiburg und Umgebung auf Befehl der nationalsozialistischen Gauleitung von der Güterhalle des Freiburger Bahnhofes aus in das südfranzösische Lager Gurs deportiert. Viele von ihnen kamen schon in Gurs durch Hunger und Krankheit um, die meisten wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Das Mantel-Mahnmal ist das Ziel eines Schweigemarsches am Montag, 22. Oktober, dem 78. Jahrestag der Deportation nach Gurs. Gemeinsam mit einem großen Mitveranstalterkreis gedenkt die Stadt Freiburg ihrer an diesem Tag vor 78 Jahren deportierten Bürgerinnen und Bürger.Die diesjährige Gedenkfeier beginnt um 18 Uhr beim Synagogenbrunnen auf dem Platz der Alten Synagoge. Die Feier beginnt mit Redebeiträgen von Bürgermeister Ulrich von Kirchbach und Cornelia Haberlandt-Krüger, Vorsitzende der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher.Im Zentrum steht das Vorlesen der Namen der am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportierten Freiburger Jüdinnen und Juden. Vorgelesen werden die Namen von Mitgliedern der beteiligten Gruppierungen und Organisationen (s.u.), von Schülerinnen und Schülern der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule sowie Vertreter_innen von Aktion Sühnezeichen Freiburg. Nach dem Vorlesen der Namen werden Mitglieder von Gescher zum Gedenken an die Opfer des Holocaust El Male Rachamim und Kaddisch beten.Im Anschluss geht es in einem Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwili-Brücke. Dort werden Kränze niedergelegt. Nach einem Redebeitrag von Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde, wir der Kantor der Israelitischen Gemeinde Moshe Hayoun zum Gedenken an die Opfer des Holocaust El Male Rachamim und Kaddisch beten. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an dieser Gedenkfeier teilzunehmen.


Weitere Veranstaltungen:

Sonntag 21. Oktober 2018, Kommunales Kino, Alter Wiehrebahnhof, 11 Uhr

Konzert mit Graphic Novels aus und über Israel

Die liberale jüdische Gemeinde veranstaltet eine Konzert-Matinee mit dem Pianisten und Komponisten Itay Dvori (Berlin/Tel Aviv)

Mit der Vertonung graphischer Literatur hat das yam yabasha ensemble unter der Leitung des Komponisten und Pianisten Itay Dvori eine Variation des Comic-Konzerts entwickelt, die an Kinosäle der Stummfilm-Ära erinnert. Im Mittelpunkt dieser Kompositionen steht das Inspirationsverhältnis von Bild und Klang. Mit Klangwelten lädt er dazu ein, den Raum von und für Musik neu zu vermessen. In Freiburg tritt der Musiker als Solist auf.

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Zentralrat der Juden in Deutschland.
Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.
Veranstalter: Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher


Sonntag 21. Oktober 2018, Nussmannstraße 14, Eingang Engelstraße

Israelitische Gemeinde Freiburg

17 UhrVortrag von Marlis Meckel: Laubhüttenfest 1940. Verhaftung, Deportation, Gurs18.30 Uhr Kantor Moshe Hayon betet El Male Rachamim und Kaddisch19 Uhr Konzert von Steven Steinke (Geige) mit Rimma Vainshtein (Begleitung am Klavier). Zwischen den Musikstücken werden Gedichte von Erich Kästner und Boris Pasternak rezitiert von Elina Lediankina, 6 Jahre aus Yarolslavl‘, Russland, und Simon Matt (angefragt).Der Eintritt ist frei.Veranstalter: Israelitische Gemeinde


Montag 22. Oktober 2018, Anna-Kirchplatz in der Kirchstraße, 11 Uhr

Stolperstein-Führung durch die Wiehre

Marlis Meckel, Stolperstein-Projekt Freiburg, bietet eine Stolperstein-Führung durch die Wiehre an. Die Stolpersteine vor den ehemaligen Häusern der verhafteten und in das KZ-Lager-Gurs gebrachten Freiburger_innen jüdischen Glaubens werden besucht und die Schicksale und Leidenswege der Menschen im Nazi-Terror erzählt.Treffpunkt ist der damalige Sammelplatz dieser Menschen, der Anna-Kirchplatz in der Kirchstraße.Dauer 90 min., für Rollstuhlfahrende geeignet.Der Eintritt ist frei.

Veranstalter:
Stolperstein-Projekt Freiburg


Das Lager Gurs​

In den Jahren 1939 bis 1945 wurden im südfranzösischen Gurs an die 60.000 Menschen interniert: zunächst Soldaten der im Spanischen Bürgerkrieg geschlagenen republikanischen Armee, dann in Frankreich "unerwünschte" Frauen und Kinder sowie "Politische" und schließlich jüdische Männer, Frauen und Kinder. Zuletzt waren es Sinti und Roma, die als Unerwünschte inhaftiert waren, bevor das Lager Gurs nach Kriegsende geschlossen wurde.


Deportation nach Gurs

Am 22. Oktober 1940 wurden mindestens 375 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Freiburg auf Befehl der nationalsozialistischen Gauleitung von der damaligen Güterhalle des Freiburger Bahnhofes aus nach Gurs deportiert.


Deportation nach Auschwitz​

Ab August 1942 wurden die 3.907 jüdischen Internierten, die bis dahin Hunger und Krankheit überlebt hatten, in französischer Kollaboration mit den deutschen Nationalsozialisten aus Gurs nach Auschwitz deportiert – in den gewaltsamen Tod.


Veranstalter​

Kulturamt der Stadt Freiburg
in Zusammenarbeit mit

  • Israelitische Gemeinde Freiburg
  • Deutsch-Israelische Gesellschaft
  • DGB Stadtverband Freiburg
  • Egalitäre Jüdische Gemeinde Gescher​
  • Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo
  • Gegen Vergessen – Für Demokratie
  • Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
  • Rosa Hilfe Freiburg
  • Stolperstein-Projekt Freiburg
  • SWR Studio Freiburg
  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.