„Willkommen in deiner Zukunft“
Die Jugendberufsagentur feiert zehnten Geburtstag

Es ist eine Koproduktion der besonderen Art: Vor zehn Jahren wurde in Freiburg die erste Jugendberufsagentur in Baden-Württemberg gegründet. In der Jubag25 unterstützen Stadt, Jobcenter und Arbeitsagentur gemeinsam junge Menschen bei Fragen rund um Schule, Ausbildung, Studium, Beruf und vielen weiteren Themen.
„Schön, dass wir Sie haben“, bedankte sich Oberbürgermeister Martin Horn bei dem kleinen Geburtstags-Festakt für die Arbeit des insgesamt 55-köpfigen Teams. „Wir sind eine junge, quirlige Stadt, und gerade wenn es um faire Zukunftschancen geht, brauchen wir Ihre Aufbruchstimmung und Ihren Anpackergeist.“
Willkommenskultur
Dieser „Spirit“ zeigt sich schon beim Betreten der Räume im ersten Stock der Bahnhofshalle: Sie sind hell und freundlich, mit runden Stehtischen, Sesseln und auch mal einem Kaffee zur Begrüßung. „Gerade nach Corona war es schwierig, an die Jugendlichen heranzukommen“, erzählte Josefine Polz, stellvertretende Leiterin des städtischen Amts für Soziales, in einer Talkrunde. Deswegen hat die Jubag25, die 2015 unter dem Namen Gleis 25 gestartet war, einiges umgestaltet: sowohl ihre Website – „Herzlich willkommen in deiner Zukunft!“, heißt es da – als auch ihren Eingangsbereich. Aus ihm wurde ein „pädagogischer Empfang“. „Es ging uns darum, dass man sich hier willkommen und wohlfühlt, sich öffnen kann. Unser Ziel war, dass die Jugendlichen herkommen, weil sie wollen, und nicht, weil sie müssen“, so Polz.
Das Konzept ging auf: Während im Schuljahr 2018/19 rund 3650 Jugendliche Beratung suchten, waren es 2023/24 schon fast 3000 mehr. Im Kalenderjahr 2024 zählte das Team insgesamt 10.415 Vorsprachen und Erstkontakte. „Wir wollten eine Willkommenskultur schaffen“, sagte Patrizia Zanolli, Geschäftsführerin der Jugendberatung e.V., die als einer der freien Träger mit an Bord ist. „Jeder, der kommt, wird freudig begrüßt und findet sofort eine Ansprechperson. Dann wird gemeinsam im ‚Clearing‘ besprochen, um was es eigentlich geht.“ Die Jugendlichen kämen mit Fragen wie „Ich habe einen Brief vom Jobcenter oder vom Finanzamt bekommen und blicke das nicht“ oder „Ich will mich bewerben und weiß nicht, wo ich anfangen soll“, berichtete Zanolli. Dann helfe das Jubag25-Team dabei, einen Lebenslauf zu schreiben oder sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten.
Kein Amtsmief
„Der niederschwellige Zugang ist schon etwas Besonderes“, betonte Alexander Merk, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. „Wir nutzen den Flow: Wenn ein Jugendlicher reinkommt und über seine Zukunft sprechen will, dann machen wir das und sagen nicht, er kann übermorgen wiederkommen.“ Es solle „ein Erlebnis außerhalb des Amtsmiefs“ sein, ergänzte Jobcenter-Geschäftsführer Tobias Wilde.
Cindy Thomann, Mitarbeiterin im U25-Team, war von Anfang an mit dabei: „Wir sind jünger geworden“, lautet ihr Fazit. „Wir haben es wie eine große Patchworkfamilie geschafft, dass jeder seine Expertise mitbringt. Egal mit welchem Anliegen die Jugendlichen kommen – ich weiß genau, wen ich fragen kann.“ Die Talkrunde endete mit vielen guten Wünschen für die Zukunft.
Infos: www.jubag25-freiburg.de
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 896 vom 11. Oktober 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!