Die Stadt Freiburg befasst sich bereits seit 2007 mit dem Thema Anpassung an den Klimawandel. Zwischen 2011 und 2013 wurde in einer vom Umweltschutzamt geleiteten städtischen Arbeitsgruppe eine erste Strategie zur Klimaanpassung erarbeitet. Gemeinsam mit der stadtweiten „Projektgruppe Klimaanpassung“ wurde in den Jahren 2023/2024 eine neue Klimaanpassungsstrategie für die Stadt Freiburg (31,434 MB)entwickelt.
Das Herzstück der Strategie bildet der "Aktionsplan Klimaanpassung (721 KB)", in dem Maßnahmen zur Erreichung der Klimaanpassungsziele der Stadt festgelegt werden.
Der Plan fasst beinahe 300 Einzelmaßnahmen in einer Übersicht zusammen. Dabei wurde natürlich darauf geachtet, dass in allen Handlungsfeldern für alle Klimafolgen entsprechende Antworten entwickelt werden können. Nicht alle Maßnahmen werden sofort umgesetzt. Viele Maßnahmen werden im Laufe der nächsten Jahre Stück für Stück gestartet. Andere sind unkompliziert anzustoßen oder sehr dringend, diese Maßnahmen haben dann hohe Priorität und werden kurzfristig umgesetzt.
Davon wiederum wurden 18 Maßnahmen als "Leuchttürme (1,897 MB)" ausgesucht, die besonders große Bedeutung für die Klimaresilienz Freiburgs haben. Hier werden einige davon vorgestellt. Neugierig geworden, was die Stadt Freiburg noch vor hat in den nächsten Jahren? Es gibt zu jedem Leuchtturm-Vorhaben einen ausführlichen, eigenen Steckbrief!
Wissen aufbauen: Mehr Daten für eine zielgerichtete Klimaanpassung
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Die Stadt hat schon umfassende Datengrundlagen zu vielen Klimafolgen durch die Erarbeitung der sogenannten "Klimaanpassungskonzepte" zu Hitze und Wasser.Um Wissenslücken zu füllen, entwickelt die Stadt im Rahmen des Smart City Projekts "Daten:Raum:Freiburg“ weitere datenbasierte Grundlagen.
Unter dem Titel "Grün in der Stadt" wird zum Beispiel eine stadtweite Analyse von Satellitenbildern mithilfe von Künstlicher Intelligenz durchgeführt. Während viele Daten für die öffentlichen Flächen schon vorliegen, soll diese Analyse ein Bild der Gesamtstadt liefern: Wie viel Grünfläche gibt es? Wie viel Fläche ist versiegelt? Wie viele begrünte Dächer gibt es? Und wie viel Fläche wird durch Bäume beschattet in Freiburg? Die Ergebnisse können genutzt werden, um detaillierte Stadtklimasimulationen durchzuführen und Handlungsbedarfe im Stadtraum zu identifizieren. Außerdem kann die Entwicklung über mehrere Jahre dokumentiert werden, hierzu werden Kommunen in Zukunft auch durch die EU verpflichtet sein.
Die Maßnahme befindet sich aktuell in Planung bzw. in ersten Umsetzungsschritten.
Mehr Grün in der Stadt! Freiburger Grünoasen
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Städte sind immer auch Hitzeinseln: Um den Auswirkungen von dichter Bebauung und versiegelten Flächen entgegen zu wirken, braucht es mehr Grün in der Stadt!
Deswegen werden beständig begrünte Freiräume und schattige Aufenthaltsplätze geschaffen, in der Innenstadt, den Stadtvierteln und den umliegenden Ortschaften. Im besten Fall können Bäume gepflanzt werden, denn Bäume funktionieren wie eine natürliche Klimaanlage, sie sorgen mit ihrem Schattenwurf und ihrer Verdunstung für eine doppelte Abkühlung! Leider kann man aber nicht überall Bäume pflanzen, denn oft liegen Versorgungsleitungen im Boden oder es braucht oberirdisch Platz, zum Beispiel für barrierefreie Gehwege. Deswegen wird für jede Grünoase nach der bestmöglichen Lösung gesucht, um Erholung und Aufenthaltsqualität zu verbessern!
Die ersten Grünoase wurde im Rieselfeld bereits umgesetzt! Weitere folgen in den nächsten Jahren.
Feuchtbiotope – Klimaanpassung und Naturschutz gehen Hand in Hand
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Feuchtbiotope wie zum Beispiel Nasswiesen, Tümpel und Grabenstrukturen sind wahre Alleskönner! Sie bieten wasserabhängigen Arten wichtige Lebensräume und ermöglichen es Arten, zu wandern und sich zu verbreiten. Gleichzeitig können sie aber auch viel Wasser aufnehmen und zurückhalten und bilden daher einen wichtiges Landschaftselement, wenn bei extremen Wetterlagen viel Niederschlag auf einmal fällt. Außerdem speichern feuchte Standorte tendenziell viel Kohlenstoff und tragen daher zum Kilmaschutz bei.
Im Stadtgebiet werden Potentialflächen für den Schutz, die Pflege oder die Wiederherstellung solcher Lebensräume gesucht. Nach und nach werden diese dann umgesetzt. 2024 konnten so zum Beispiel im Gewann Stauden bei Waltershofen Grabenstrukturen wiedervernässt werden.
Weitere Leuchttürme
Die Inhalte dieser Seite werden laufend aktualisiert. Weitere Leuchttürme folgen bald. Wer weitere Infos zu den Leuchtturm-Projekten lesen möchte, findet sie hier (1,897 MB).