Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Während seines Wachstums bindet es Kohlendioxid (CO₂) und speichert es langfristig in langlebigen Holzprodukten. Dadurch leisten der Freiburger Stadtwald und seine nachhaltige Forstwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Als regional verfügbare Ressource überzeugt Holz zudem durch kurze Transportwege und eine besonders gute Ökobilanz. Es lässt sich umweltfreundlich verarbeiten, vielseitig einsetzen und am Ende seines Lebenszyklus problemlos entsorgen. Die Holzproduktion stärkt zudem den ländlichen Raum und verbindet ökologische, wirtschaftliche und soziale Vorteile.
Holz verwenden ist Klimaschutz
Etwa 0,7 Tonnen Kohlendioxid benötigt eine Fichte zum Aufbau von einem Kubikmeter Holz. In allen Holzprodukten bleibt das CO₂ aber weiterhin gebunden. Erst bei der Verrottung oder Verbrennung wird genau diese Menge CO₂ wieder in die Atmosphäre abgegeben. Holz ist also "CO₂-neutral".
Der Stadtwald Freiburg bindet so jedes Jahr fast 30.000 Tonnen CO₂ in seinem Holz. Zusätzlich spart die Nutzung von Holz genau die CO₂-Mengen ein, die bei der Herstellung anderer Materialien entstehen würden.
Holz als Baustoff
Holz wird seit langem als Baustoff verwendet und spielt auch im modernen Bauwesen weiterhin eine wichtige Rolle. Aufgrund seiner klimarelevanten Eigenschaften gewinnt es in Zeiten des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. In Freiburg wurden in den vergangenen Jahren verschiedene innovative Holzbauprojekte umgesetzt. Im Rahmen der "lokalen Agenda" setzten Unternehmen Materialien aus dem Stadtwald ein. Insgesamt entstanden so 29 Holzbauprojekte innerhalb des Stadtgebiets.
Mit Holz können aber nicht nur Häuser gebaut werden. Auch Möbel, Fässer oder Furniere lassen sich aus Holz herstellen und sind nicht nur robust, sondern auch ästhetisch. Das Forstamt bietet neben den gängigen Rundhölzern unter anderem auch große Douglasienstämme aus dem Bergwald oder Furniereichen aus dem Mooswald zum Verkauf an.
Holz ist ein geradezu idealer Brennstoff: Zum einen ist er CO₂-neutral und zum anderen waldpfleglich, weil so die Durchforstung der Jungwälder gefördert wird.
Jedes Jahr werden 5000 bis 6000 Kubikmeter Brennholz entweder versteigert, frei verkauft oder von Bürger*innen selbst geschlagen ("Selbstwerbung"). Auf Wunsch fällen Facharbeiter die Bäume vor. Für Brennholzselbstwerber*innen bietet das Forstamt auch spezielle Motorsägenkurse an.
FSC®-Zertifizierung
Weltweit werden jährlich 12 bis 15 Millionen Hektar tropische und boreale Urwälder zerstört. Auf dem Weltmarkt fließt dieses Holz aus Raubbau derzeit mit Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft zusammen.
Um dem Raubbau den Markt zu entziehen und naturnah produziertem Holz einen Vorteil zu verschaffen, entwickelte die regierungsunabhängige Organisation "Forest Stewardship Council®" (FSC®) ein Zertifikat mit weltweit gültigen Prinzipien der Nachhaltigkeit.
Das FSC®-Siegel erhalten nur Wälder, die gleichzeitig umweltgerecht, wirtschaftlich tragfähig und sozial verantwortungsvoll bewirtschaftet werden. Die drei Säulen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Bei der Festlegung der Wirtschaftsgrundsätze werden die Interessen der Forst- und Holzwirtschaft, von Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie sozialer Gruppen (z.B. Gewerkschaften oder der Bürgerschaft) gleichberechtigt beteiligt.
1999 war der Stadtwald Freiburg der erste Forstbetrieb in Baden-Württemberg, der sich nach den Prinzipien des FSC® C021805 zertifizieren ließ.
#UnserHolz – eine Kampagne des Landes Baden-Württemberg
Auch Freiburg hat etwas gegen den Klimawandel: Den Freiburger Stadtwald. Der bindet nämlich jedes Jahr rund drei Prozent des städtischen CO2-Ausstoßes. Das neue Gebäude des Forstamts trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei: Es ist fast vollständig aus Holz gebaut. Wer nicht genug von diesem nachhaltigen Rohstoff bekommen kann, kann sich auch beruflich damit beschäftigen. Zum Beispiel mit einer Ausbildung als Forstwirt*in oder Trainee als Förster*in.