Ausgleichsmaßnahmen zum Schutz von Reptilien, Vögeln und Mäusen

Auf dem Mundenhof und am nördlich des neuen Stadtteils gelegenen Hardacker hat die Stadt die letzten Wochen Ausgleichsmaßnahmen für das Erdaushubzwischenlager und den Ausbau des Dietenbachs hergestellt. Da für die Errichtung des Lagers und den Bachausbau manch Fortpflanzungs- und Ruhestätten einzelner streng geschützter Arten wie der Zauneidechse, der Goldammer und der Haselmaus entfallen, mussten vorab neue Lebensstätten für diese Tierarten geschaffen werden.

In Zukunft sollen die Zauneidechsen und Goldammern auf dem Mundenhofgelände und im Gewann Hardacker ein neues Zuhause bekommen. Auf dem Mundenhof entstehen rund 3.600 Quadratmeter und im Hardacker rund 2,7 Hektar Offenland-Lebensräume. Darüber hinaus wird derzeit noch eine 2,3 Hektar große Waldfläche am Gewann Hardacker für streng geschützte Fledermausarten, Haselmäuse und Vogelarten wie den Star oder den Grauschnäpper aufgewertet. Die Ausgleichsmaßnahmen sind so konzipiert, dass neben dem Artenschutz auch geschützte Wiesen- und Gehölzbiotope entstehen, die Bodenfunktion verbessert wird und sie gleichzeitig auch als bauleitplanerischer Ausgleich dienen.

Für die wechselwarmen Eidechsen wurden auf den entsprechenden Flächen Steinriegeln, Totholzhaufen und Sandlinsen neu angelegt, so dass ausreichend Schatten- und Sonnenplätze als auch Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Ihre Nahrung – vor allem Insekten – finden die Zauneidechsen auf den blütenreichen Saumflächen und auf den mageren Wiesen. Wegen ihrer vielfältigen Lebensraumansprüche werden Eidechsen auch als eine "Schirmart" bezeichnet – das heißt, dass die Lebensräume der Eidechsen auch von vielen anderen, seltenen Tierarten wie zum Beispiel den Wildbienen und Heuschrecken genutzt werden können.

Im Gewann Hardacker und im angrenzenden Waldstück wurden für die Goldammern aber auch für andere Vogelarten wie dem Star und Grauschnäpper sowie für Fledermäuse und Haselmäuse unterschiedliche früchtetragende Gehölze gepflanzt und Niströhren aufgehängt, um ihnen ausreichend Nahrung und Nistmöglichkeiten zu bieten.

In den kommenden Monaten werden sich die angelegten Wiesenflächen, Gehölz- und Staudenpflanzungen entwickeln, so dass die neuen, funktionsfähigen Lebensräume von den meisten Tieren im nächsten Frühjahr dann selbst besiedelt werden können. Nur die Zauneidechsen werden von Experten im nächsten Sommer eingesammelt und auf die neuen Ausgleichsflächen umgesiedelt – und dann durch einen Reptilienzaun geschützt. Erst wenn die Funktionsfähigkeit der Ausgleichsmaßnahmen sichergestellt ist, kann mit den Arbeiten zum Bau des Erdaushubzwischenlagers und dem Ausbau des Dietenbachs begonnen werden.

Darüber hinaus werden alle Maßnahmen dauerhaft gepflegt und im Rahmen eines artspezifischen Monotorings wird die Entwicklung der betroffenen Tierarten sowie Biotope über einen längeren Zeitraum untersucht, um sicherzustellen, dass die vorgenommen Maßnahmen auch wirksam sind.

Veröffentlicht am 10. Dezember 2020

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