Denkmalschutz klimaneutral
In Kürze
- Gebäudeart: Mehrfamilienhaus mit 3 WE
- Wohnfläche: 270 qm (vorher), 290 qm (nachher); Nutzfläche: 375 qm (vorher), 355 qm (nachher)
- Jahr der Sanierung: bis 2024
- Baujahr: 1905
- Maßnahmen: Dach- und Fassadendämmung, PV-Anlage, solarthermische Anlage, wassergeführter Stückholzofen, Fenster, Lüftungsanlage
- Denkmalschutz/Erhaltungssatzung: ja
- KfW Effizienzhausstandard 70 Denkmal
Endenergiebedarf
vorher: 370.4 kWh/m2a
nachher: 68.9 kWh/m2a
in kWh/m²a
Einsparung Endenergiebedarf: 81 %
Maßnahmen
Außenwand
10 cm Zellulose Innendämmung mit Dampfbremse, Kalziumsilikat in der Fensterlaibung, U-Wert: 0,28 W/m²k
Keller
Zellulosedämmung unterseitig U-Wert: 0,20 W/m²k
Dach
Zellulose Einblasdämmung, Holzweichfaser Platten U-Wert: 0,14 W/m²k
Heizung
2.OG -DG: Solarthermie, Holzofen wasserführend, EG+OG: Wärmepumpe
Lüftung
mit Wärmerückgewinnung :dezentral im EG , zentrale Lüftung OG und 2.OG-DG
Erneuerbare
Solarthermie (auf Flachdach aufgeständerte Solarthermie, 12 m²) & Photovoltaik (am Balkon senkrecht, Überdachung Balkon, Steildach Süd, 6 W Peak, Batteriespeicher und Wallbox)
Impressionen
Förderung
KfW EffizienzhausDie Geschichte dahinter
Das Projekt:
Das denkmalgeschützte Gebäude aus der Gründerzeit wurde innerhalb von 15 Jahren sehr anspruchsvoll in ein klimaneutrales Mehrfamilienhaus verwandelt. Das zweite Obergeschoss und die zwei Dachgeschosse wurden zu einer Wohneinheit mit 170 m² Wohnfläche zusammengefasst. Diese Wohnung bewohnen die Bauherren, selbst, mit ihren drei Kindern.
Maßnahmen
Bei der Sanierung legten die Bauherren großen Wert auf Nachhaltigkeit. Die Beheizung der drei oberen Stockwerke erfolgt ausschließlich über erneuerbare Energien. Ein Holzofen im Wohnzimmer, der über eine Wassertasche mit dem Heizungs- und Warmwassersystem verbunden ist, und eine Solarthermieanlage mit insgesamt 12,5 m² Flachkollektorfläche, liefern hierfür die Wärme. Die Wärmeübertragung der oberen Etagen erfolgt über Fußboden- und Wandheizung. Frischwasser wird hier direkt über einen Wärmetauscher mit einer modernen Frischwasserzentrale erhitzt. Zur Speicherung dient ein 1.000 Liter Schichtenspeicher. Teil des energetischen Konzeptes ist eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die unteren Stockwerke werden durch eine Wärmepumpe versorgt. Der Warmwasserbedarf wird hier im Sommer ebenfalls über die Solaranlage gedeckt. Die Lüftung erfolgt im Erdgeschoss dezentral und ebenfalls mit Wärmerückgewinnung.
Für die Dämmung des Dachs wurden die Sparren zusätzlich um 16 cm aufgedoppelt und mit 30 cm Zellulose ausgeblasen. Außen als regensicheres Unterdach dienen nochmals 36 mm Weichfaserplatten. Schwierige Stellen wurden mit Hanf gedämmt. Der U-Wert des Daches erreicht so mit 0,14 W/m²K Passivhausstandard. Auch die Außenwände wurden bei der Dämmung berücksichtigt. Die historische Fassade blieb erhalten. An der Straßenseite wurde eine 10 cm starke Innendämmung mit Zellulose ausgeführt (U= 0,28 W/m²K). Als Dampfbremse wurde eine feuchtevariable Folie angebracht, die für eine schnelle Rücktrocknung sorgt. Raumseitig sind 25 mm starke Gipskartonplatten und in den Fensterlaibungen Kalzium-Silikat-Platten installiert. Um die Maßnahme komplett zu machen, wurden die Kappendecke im Keller mit 16 cm Zellulose gedämmt
Ergebnisse
Für die Bauherrn war es ein ganz besonderer Moment, durch die Umstellung auf Solar und Holzofen schon vor über 10 Jahren ohne fossile Energieträger, warmes Wasser und Wärme erzeugen zu können. Das gelang durch ein gut gedämmtes Gebäude mit Innendämmung als wesentlicher Baustein eines historischen Gebäudes und eine Lüftung mit
Wärmerückgewinnung. Der Erfolg der Sanierungsmaßnahmen ist beachtlich: Lag der Energiebedarf früher bei 100.000 kWh/a, sind es seit 2010 nur noch knapp 25.000 kWh/a. Bei 270 qm Wohnfläche entspricht das ca 70 kWh/m²a. Die Kosten für die energetische Sanierung haben sich, abzüglich der Förderung, nach 15 – 20 Jahren und somit innerhalb der Lebensdauer der Sanierungsmaßnahmen amortisiert. „Das, was uns am meisten erfreut, ist aber gar nicht zu beziffern. Etwa die große Behaglichkeit und das Gefühl etwas für den Umweltschutz geleistet zu haben“, so fassen es die Eigentümer*innen zusammen.
Weitere Infos und Kontakt
- Standort: Freiburg-Wiehre, Mehrfamilienhaus mit Gewerbe in der Wiehre
- Energieberatung und Planung: Dischler Gebäude-Energieberatung, Urs Dischler, Erwinstraße 4 79102 Freiburg, Tel: 0173 - 671 80 75, E-mail: info@fachwerk-freiburg.de