Sanierung im Originalfarbton
In Kürze
- Gebäudeart: Mischgebäude
- Wohn- und Nutzfläche: 138 m²
- Jahr der Sanierung: 2019
- Baujahr: 1926
- Maßnahmen: Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke, Neue Dacheindeckung, Farbanstrich in historischer Originalfarbe, Ertüchtigung der Fenster, neue Fenster in den Gauben
- Denkmalschutz/Erhaltungssatzung: ja
Maßnahmen
Dach
60 mm Holzweichfaser (Aufsparren), 140 mm Mineralwolle (Zwischensparren) Erreichter U-Wert Dach: 0,211 W/m²K
Fenster
Die Gauben im Dach haben neue Fenster erhalten mit zweifach Wärmeschutzverglasung U-Wert Fenster: 1,30 W/m²K
Lüftung
Fensterfalzlüfter
Impressionen
Förderung
Förderung über BEG Einzelmaßnamen für Dachsanierung und FensterDie Geschichte dahinter
Das Projekt:
Seit über 100 Jahren widmet sich der Landesverein Badische Heimat der Bewahrung und Erhaltung des heimatlichen Kulturguts, dem Umwelt-, Natur-, Landschafts- und Denkmalschutz sowie der Pflege des Geschichtsbewusstseins und der Landeskunde in Baden. Aus dieser Verpflichtung heraus, sollte das inzwischen in die Jahre gekommene Haus der Badischen Heimat eine behutsame Erneuerung erfahren. Frei gewordene Flächenreserven sollen zu dringend benötigtem Wohnraum umgewidmet werden und der Baukörper – vom Freiburger Architekten Max Meckel 1926 erbaut – sollte wieder in seiner ursprünglichen, roten Farbgebung erstrahlen. Damit einhergehend sollte auch die Energiebilanz des Gebäudes verbessert werden und auf heutige Standards gehoben werden. Ganz im Sinne des Vereins verbinden sich in dieser Modernisierung Fortschritt und Bewahrung von Kulturgut in einer vorbildlichen Art und Weise.
Maßnahmen
Das Dach und die Oberste Geschossdecke wurden gedämmt und das Dach neu gedeckt. Im Rahmen des Wohnungsausbaus im Dachgeschoss entstanden auch zwei neue Gauben. Die Fassade wurde überarbeitet und in der historisch originalen ochsenblutroten Farbe gestrichen. Besonderes Augenmerk erhielten die Details, die möglichst originalgetreu gestaltet wurden. Vorhandene und funktionierende Bauteile, wie Fenster wurden so weit wie möglich erhalten, um Ressourcen zu schonen und aus Respekt vor der handwerklichen Leistung damaliger Zeit. Für den Landesverein Badische Heimat war es ein großer Wunsch beim eigenen Gebäude mit gutem Beispiel voranzugehen. Im Rahmen der Bauforschungen zum Gebäude und der von Max Meckel ursprünglich angedachten Farbgebung zeigten sich eindrucksvoll die Schwierigkeiten der späten 1920er Jahre, zunächst musste aus finanziellen Gründen eine günstige Farbe gestrichen werden, die schnell verblasste. Die nachfolgende gelbe Farbgebung war auch zum Teil ideologisch geprägt. So war diese Sanierung auch eine Reise zur eigenen Vergangenheit.
Ergebnisse
Durch die Dämmung des Daches und der obersten Geschossdecke konnten die Heizkosten signifikant gesenkt werden, das hatten wir erwartet. Der U-Wert des Daches hat sich von 1,357 W/m²K auf 0,211 W/m²k reduziert. Überraschend war es für uns, zu erfahren, dass auch die älteren Bauteile oft besser waren, als es den Anschein hatte. Die handwerklich hervorragenden Kastenfenster aus der Bauzeit mussten nur leicht überarbeitet werden, um auch modernen energetischen Anforderungen zu genügen. Diese Herangehensweise, die ja nicht nur ressourcenschonend ist, sondern auch dem baukulturellen Erbe und der damaligen Handwerkskunst Respekt zollt, hat uns besonders beeindruckt.
Weitere Infos und Kontakt
- Standort: Freiburg Waldsee
- Planung: Grundmann+Wiedemann Architekten|Innenarchitekten Dr. Diana Wiedemann, Sandstr. 4 79106 Freiburg, Tel: 0761-5031415, E-mail: info@grundmann-wiedemann.de


