Komplettsanierung mit Solarnutzung
In Kürze
- Gebäudeart: Mehrfamilienhaus mit Gewerbeeinheiten
- Wohn- und Nutzfläche: 600 m² Wohnfläche, 180 m² Nutzfläche
- Jahr der Sanierung: 2008-2009
- Baujahr: 1910
- Maßnahmen: Dämmung von Dach, Kellerdecke und oberster Geschossdecke, Fenster, solarthermische Anlage, Pufferspeicher, Heizungstausch, Abluftanlage
- Denkmalschutz/Erhaltungssatzung: ja
Endenergiebedarf
vorher: 515.7 kWh/m2a
nachher: 206.2 kWh/m2a
in kWh/m²a
Einsparung Endenergiebedarf: 60 %
Maßnahmen
Keller
16 cm Zellulose Einblasdämmung U-Wert Kellerdecke: 0,26 W/m²K
Dach
24 cm Zellulose Einblasdämmung plus 3,5 cm Holzweichfaserplatten; für oberste Geschossdecke: 28 cm Zellulose Einblasdämmung, U-Wert: 0,17 W/m²K
Fenster
Isolierverglaste Holzfenster U-Wert Fenster: 1,5 W/m²K
Heizung
Gas-Brennwertheizung
Lüftung
Wohnungsweise geregelte Abluftanlage
Erneuerbare
Solar-Kollektoren (8,32m²), Pufferspeicher (500 Liter)
Die Geschichte dahinter
Das Projekt:
Die Komplettsanierung des Gebäudes in der Wiehre, einem denkmalgeschützten Altbau, bestand in der Optimierung der Grundrisse, Maßnahmen zur Energieeinsparung und des Einbaus eines innenliegenden Aufzugs. Als Besonderheit ist hervorzuheben, dass eine solare Warmwasserbereitung straßenseitig verwirklicht werden konnte.
Maßnahmen
Im Rahmen der energetischen Sanierung wurde der alte Ölkessel mit 130 kW gegen eine modulierende Gas-Brennwertheizung ausgetauscht.Die Montage von vier genehmigungspflichtigen Solarkollektoren mit einer Gesamtfläche von 8,32m² auf der südseitigen Dachfläche zur Straße hin erfolgte mit Zustimmung und frühzeitiger Beratung der Denkmalschutzbehörde. Eine Zustimmung war möglich, weil die Anlage keine erhebliche Beeinträchtigung darstellt. Die gewonnene Solarenergie dient zur Unterstützung der Warmwassererzeugung. Der Pufferspeicher hat ein Volumen von 500 Litern. Der solare Anteil zur Warmwassererzeugung liegt bei mindestens 60 Prozent. Sämtliche Leitungen für Heizungsvor- und -rücklauf wurden erneuert und entsprechend der gültigen EnEV gedämmt. Die vorhandenen Rippenheizkörper aus den sechziger Jahren wurden gegen Röhrenradiatoren getauscht.Alle Abwasser-, Kalt- und Warmwasserleitungen wurden komplett erneuert und die Versorgungsleitungen entsprechend der gültigen EnEV gedämmt.Jede Wohnung ist mit einer Abluftanlage ausgestattet, diese ist wohnungsweise geregelt. Die Abluftstutzen befinden sich in Bad, WC und Küche. Somit wird sichergestellt, dass feuchte und geruchsbelastete Luft direkt abgesaugt wird. In den Wohnungen wird dadurch ein leichter Unterdruck aufgebaut. Die Zuluft erfolgt über Zuluftöffnungen in den Fenstern. Eine gemeinsame Fortluftleitung führt die Abluft über das Dach. Die bereits erneuerten Holzfenster hatten keine Dichtung und nur eine einfache Zweischeibenverglasung. Alle Fenster wurden gegen isolierverglaste Holzfenster ausgetauscht. Die Fensterrahmen wurden luftdicht zu den angrenzenden Bauteilen eingebaut. Pro Aufenthaltsraum erhielt jeweils ein Fenster eine Zuluftöffnung. Gedämmt wurde die Unterseite der Kellerdecke, im Dachboden die oberste Geschossdecke und im Mansardbereich die Dachfläche. Im Detail wurde folgender Schichtenaufbau entsprechend der Bauteile gewählt: Kellerdecke: Rahmenhölzer 8/18 cm von unten auf die Kellerdecke gedübelt, OSBPlatte 15 mm unter die Rahmenhölzer montiert und anschließend 16 cm Zellulose in die Konstruktion eingeblasen. Oberste Geschossdecke: feuchtevariable Dampfbremse auf dem Boden verlegt, Rahmenhölzer 8/28 cm auf den Boden aufgestellt, darauf OSBPlatte 15 mm verschraubt und anschließend den Hohlraum mit 28 cm Zellulose ausgeblasen. Mansardbereich: Die vorhandenen Mansardsparren wurden mit Rahmenhölzern 6/12 cm aufgedoppelt. Darauf wurde eine Unterdeckplatte aus latexiert 35 mm starker Holzweichfaserplatte als regensicheres Unterdach eingebaut und der Hohlraum ca. 24 cm mit Zellulose ausgeblasen. Durch die Verglasung des Innenhofes erfolgte ein hohes Maß an Energieeinsparung. Die ehemaligen Außenwände zum Innenhof wurden zu Innenwänden. Im Innenhof erfolgte der Einbau eines Aufzuges mit direktem Zugang aus den jeweiligen Wohnungen über zusätzliche Wohnungseingangstüren. Historische Wände zwischen Wohnräumen und dem Treppenhaus wurden raumseitig mit einer schalldämmenden Vorsatzschale schallschutztechnisch ertüchtigt. Neben den hier beschriebenen energetischen Maßnahmen wurde eine Vielzahl von denkmalgerechten Maßnahmen getroffen wie z.B. Erhalt und Ersatz von historischen Fliesen, Reparatur des vorhandenen Deckenstucks, Überarbeitung und Erhalt von Zimmer und Abschlusstüren.
Ergebnisse
Die durchgeführten Maßnahmen haben den Wohnwert des Hauses erheblich erhöht. Durch die umfangreichen energetischen Sanierungsmaßnahmen konnte der Primärenergiebedarf deutlich, um 63 Prozent reduziert werden.
Weitere Infos und Kontakt
- Standort: Freiburg-Wiehre
- Planung: Grießbach + Grießbach, Lorettostr. 30 79100 Freiburg, Tel: 0761-70740-22, E-mail: info@griessbach.net