Fossilfrei und preisstabil
In Kürze
- Gebäudeart: Mehrfamilienhaus
- Wohn- und Nutzfläche: vorher 290 m², nachher: 290 m²
- Jahr der Sanierung: 2022 – 2024
- Baujahr: 1974
- Maßnahmen: Fenstertausch (2022), Wanddämmung (2022-23), Heizungstausch, Balkon-PV Solarbalkongeländer, Batteriespeicher, Lüftungsanlagen (2024) zuvor schon: Dachdämmung (2001), PV-Anlage (Dach: 2013), solarthermische Anlage (2013), -
- Denkmalschutz/Erhaltungssatzung: nein
Endenergiebedarf
vorher: 99 kWh/m2a
nachher: 30 kWh/m2a
in kWh/m²a
Einsparung Endenergiebedarf: 69 %
Maßnahmen
Außenwand
20 cm Mineralwolle (WLG 035), 20 cm Schaumglas als Perimeterdämmung (WLS 042), 5 cm Vakuumdämmung bei Balkonwänden, um wenig Balkonfläche zu verlieren (WLS 005) U-Wert zwischen 0,15 und 0,09
Dach
20cm Mineralwolle (WLG 035) Zwischen- und Aufsparrendämmung, erzielter U-Wert 0,19 W/m²K Gaubenwangen 24cm Mineralwolle (WLG 035), erzielter U-Wert 0,16 W/m²K
Fenster
3-fach Verglasung mit Kunststoffrahmen U-Wert 0,83 (im Durchschnitt)
Heizung
Luftwärmepumpe (5,6 kW elektrisch mit Propan als Kältemittel, 9 kW thermisch).
Lüftung
Solarlüftungen (Zu- und Abluft) in den 3 Wohnungen Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung in ausgebauten Räumen im KG Die Lüftung kann in Sommer auch zur Nachtkühlung genutzt werden
Erneuerbare
Solarthermie: 12 m² Aperturfläche (13,4m² gesamt), PV-Anlage: Aufdachanlage und Solargeländer auf 3 Balkonen
Impressionen
Förderung
KfW-Kredit, Förderung klimafreundlich Wohnen der Stadt FreiburgDie Geschichte dahinter
Das Projekt:
Das 3-Familienhaus aus dem Jahr 1974 wurde von 2022 bis 2024 umfassend saniert. Für die Eigentümer*innen war es ein großes Anliegen, unabhängig von fossiler Energie zu werden und durch einen hohen Eigenversorgungsgrad des Hauses auch von Preissteigerungen unabhängig zu sein. Durch die umfassenden Maßnahmen konnte für das Haus KfW-Effizienzhaus 55 erreicht werden.
Maßnahmen
Im Rahmen der Sanierung wurden die Außenwände bis zur Bodenplatte mit Mineralwolle sowie Schaumglas zur Perimeterdämmung versehen. An den Balkonwänden wurde eine Vakuum-Dämmung gewählt, um keine Balkonfläche zu verlieren. Außer den Gaubenfenstern, wurden alle Fenster durch dreifach wärmeschutzverglaste Fenster ersetzt. Zudem wurden die Rollläden zur Reduzierung von Wärmebrücken ersetzt, in die Dämmebene versetzt und für eine bessere Luftdichtigkeit von Gurt auf elektrischen Antrieb umgestellt. Die alte Ölheizung aus dem Jahr 1994 wurde durch ein Luftwärmepumpe ersetzt, die alten Heizkörper konnten beibehalten werden. Die bestehende solarthermische Anlage (Baujahr 2013) unterstützt weiterhin die Warmwasserbereitung. Die bereits bestehende Dach-PV-Anlage (Baujahr 2013) wurde durch einen Batteriespeicher sowie Balkon-Module als Ersatz für drei Balkonengeländer ergänzt. Für jede der drei Wohnungen wurde eine solare Lüftungsanlage verbaut. Die neu geschaffene Wohnung im KG erhielt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Ergebnisse
Dass die Sanierung eine herausfordernde Zeit wird, war der Bauherr*innen bewusst, aber mit der Erwartung verbunden, dass es die Sache wert ist. Die Handwerkersuche, gestiegene Bau-, Zins- und Energiekosten und die herausfordernde Baustellenorganisation mit vielen Verzögerungen bei einem vollständig bewohnten Gebäude kosteten die Eigentümer*innen viel Zeit und Kraft. Zusammenfassend sagen die Eigentümer*innen: Vom anfänglichen „Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich erst gar nicht angefangen“ bis zum „Was bin ich froh, dass es gemacht ist!“ war alles dabei. Die Eigentümerin hat viel Herzblut in die Sanierung gesteckt. „Energische Sanierung ist zu einem Hobby geworden und ich bin sehr stolz auf das Ergebnis. Es fühlt sich gut an, sich zu einem gehörigen Teil eigenständig mit Energie zu versorgen und jetzt schon das Ziel 'Klimaneutralität' beim Haus so weit erreicht zu haben, wie man es als Privatperson schaffen kann. Das genieße ich bei jedem Ablesen der Zähler.“
Weitere Infos und Kontakt
- Standort: Freiburg-Ebnet
- Planung: Eigenständige Umsetzung auf Basis des Energieberatungsberichts



