Viele Zimmer, viele Nischen

Dritter Bauabschnitt der Knopfhäusle ist fast fertig

Stadtbildprägendes Ensemble: Rechts die bereits fertig sanierten Reihenhauszeilen, links davon die beiden fast fertigen Punkthäuser des dritten Bauabschnitts der Knopfhäusle. Die Zimmer in den beiden Häusern sind klein, aber zahlreich.

Eintausend Stadtbauwohnungen sind derzeit im Bau. Neben vielen Neubauprojekten fallen darunter auch einige Bestandssanierungen - so wie bei den Knopfhäusle in der Oberwiehre. Deren dritter Bauabschnitt ist jetzt fast fertig.

Die kleine Arbeitersiedlung aus dem 19. Jahrhundert prägt das Stadtbild im Freiburger Osten. Die 75 Reihenhäuser des ersten und zweiten Bauabschnitts sind bereits in den Jahren 2022 und 2023 fertig geworden und längst wieder bezogen. Der vierte Bauabschnitt mit den "Langhäusern" ist in vollem Gang und kommt voraussichtlich Ende des Jahres zum Abschluss.

Klein, aber fein

Quasi bezugsbereit sind jetzt aber schon die beiden Punkthäuser mit kleinem Innenhof, in denen ursprünglich ein Mädchenheim und die „Kinderbewahranstalt“ untergebracht waren und die später zu Wohnungen umgebaut wurden. Die Sanierung der Häuser brachte für die Freiburger Stadtbau große Herausforderungen mit sich. Das Konzept dafür erstellten die auf solche Projekte spezialisierten Fachleute des Büros Sutter.

Statt bislang acht Wohnungen pro Haus sind es jetzt nur noch vier, dafür jeweils sehr große, zumindest im Maßstab der Knopfhäusle. Auch hier sind die Zimmer sehr klein - aber es sind eben pro Wohneinheit auch vergleichsweise viele. Und durch die Neuaufteilung der Räume sind zahlreiche Nischen entstanden, die sich gut als Stauraum oder Stellfläche für Schränke und Regale eignen. Putzig ist der kleine Innenhof, der Licht in den Gebäudekomplex bringt - und jede der vier Wohnungen eine zwar kleine, aber eigene Miniterrasse beschert.

Nachhaltige Häuser mit Denkmaloptik

Ökologisch sind die Häuser dank Innendämmung, moderner Fenster und neuer Haustechnik auf einem sehr guten Stand, ohne ihre denkmalgeschützte Optik einzubüßen, wie Stadtbau-Chefin Magdalena Szablewska erklärte: „Erhalt und Reparatur der historischen Bausubstanz hatten Vorrang vor Austausch und Überformung. Fassaden, Dachlandschaften, Kamine, Holzfenster und Vorgärten wurden denkmalgerecht instandgesetzt und als identitätsstiftende Elemente bewahrt.“

Ihr kaufmännischer Vorstandskollege Matthias Müller machte einmal mehr deutlich, dass „solche Projekte in diesen Zeiten“ nur mit massiven öffentlichen Zuschüssen zu stemmen seien: „Ohne die Unterstützung von Bund, Land und Stadt wäre das in dieser Größenordnung nicht möglich. Die Städtebauförderung sowie KfW-Mittel schaffen die Grundlage dafür, dass wir historische Gebäude modernisieren und gleichzeitig faire Mieten sichern können.“ Um die Eigenmittel aufbringen zu können, müsse die Stadtbau aber auch in Eigentumsprojekte investieren. Damit schlug er einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart, denn das Mitarbeiterwohnen wie in der Risler’schen Arbeitersiedlung gibt es in moderner Form auch heute: mit Stadtbau-Projekten, die sich speziell an Firmen richten, die Wohnungen kaufen und dann ihren Mitarbeitenden zur Verfügung stellen wollen. Sein Credo: „Investieren Sie bei uns – wir sind die Guten!“

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 908 vom 11. April 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 13. April 2026