Following – some kind of same – π

Tim Bohlender / Tanja Goetzmann / Nozomi Tanabe

7. Februar - 15. März

Ausstellungsansicht von "Following – some kind of same – π". Auf dem hellen Galerieboden sind zahlreiche kleine keramische Skulpturen in organischen Formen und gedeckten Farben (Ocker, Grau, Rosa, Gelb) frei verteilt. An den weißen Wänden hängen kleinformatige Gemälde mit grafischen Motiven.

Foto: Marc Doradzillo

Die Positionen der Ausstellung Following – some kind of same – π nähern sich dem Seriellen aus einer jeweils eigenen Perspektive.

Tanja Goetzmanns keramische Objekte bewegen sich zwischen Funktion, Fragment und Form. In einem offenen, prozessorientierten Dialog mit dem Material Ton wächst die Serie tastend weiter. Die Objekte oszillieren zwischen Gefäß und Skulptur; ihre Nutzung bleibt bewusst unbestimmt. Als „Geister“ entziehen sie sich eindeutiger Verortung und behaupten eine autonome Präsenz zwischen privatem und öffentlichem Raum.

Nozomi Tanabe arbeitet seriell mit fein geschnitzten Holzreliefs, die Gesichtsfragmente, Lippen und sprachliche Andeutungen zeigen. Durch Wiederholung entstehen Reflexionsräume, in denen Sprache, Körper und Symbol in Beziehung treten. Ihre Arbeiten verweisen auf Prozesse sprachlicher Aneignung ebenso wie auf deren Brüche und Leerstellen und verdichten sich zu einer fragilen Momentaufnahme gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Tim Bohlender verfolgt in Malerei und Druck eine konsequent serielle Praxis. Aus reduzierten Elementen der Gebrauchsgrafik – Typografie, Zeichen, Schablonen – entwickelt er ein visuelles Regelwerk, das durch oft minimale Abweichungen, Spiegelungen und Störungen immer wieder neu befragt wird. Wiederholung fungiert dabei als analytisches Instrument, um zentrale Parameter der Malerei wie Komposition, Farbe und Oberfläche fortlaufend neu zu verhandeln.

Bei Tim Bohlender wird das Wort zum Bild: Zeichen, Fragmente und typografische Setzungen lösen sich von ihrer ursprünglichen Funktion und werden zum Anlass für Malerei. Nozomi Tanabe greift das gesprochene Wort aus einer anderen Richtung auf – ihre seriellen Holzreliefs zeigen Gesichter und Lippen als Orte von Sprache, als körperliche Schnittstellen zwischen Innen und Außen, Kommunikation und Schweigen. Tanja Goetzmanns keramische „Geister“ wiederum erscheinen als Hüllen, wesenhaft, als Spuren von Präsenz und Abwesenheit. Auch sie sprechen, jedoch über Oberfläche, Farbigkeit und Materialität.

In der Verbindung dieser Ansätze verschieben sich die Ebenen: Sprache wird Bild, Bild wird Körper, Körper wird Hülle. Farbigkeit und Oberfläche verbinden Keramik mit Malerei, während Tanabes Gesichter zwischen Objekt und Zeichen vermitteln. So entsteht ein Resonanzraum, in dem das Serielle nicht nur formales Prinzip ist, sondern ein Mittel, um Wahrnehmung, Bedeutung und Identität immer wieder neu zu verhandeln.