Kleine Ameise, großer Name, riesige Kolonien

Große Drüsenameise (Tapinoma magnum)

Mehrere Ameisen ganz unterschiedlicher Größe auf einem Blatt Papier
Sie heißt zwar Große Drüsenameise, aber mit 2 bis 5 Millimetern ist sie doch eher klein. Charakteristisch ist, dass die Arbeiterinnen ganz unterschiedlich groß sind.

Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und breitet sich derzeit – auch klimawandelbedingt – rasch in Süddeutschland aus. Sie steht auf der Beobachtungsliste, ist aber nicht als nicht heimische, invasive Art gelistet.

Die Ameise bildet ihre Nester mit mehreren Königinnen und Tausenden von Arbeiterinnen. Daraus entstehen mit der Zeit sogenannte Superkolonien, die sich über große Flächen ausdehnen und sogar Gebäude oder andere Infrastruktur schädigen können. Weil es in einer Kolonie so viele Individuen gibt und diese zudem sehr widerstandsfähig sind, kann die Art nur schwer bekämpft und zurückgedrängt werden.

Die Große Drüsenameise erkennen

Starker Sandauswurf an einem Bordstein
  • schwarzer, eher kleiner Körper (2 bis 5 Millimeter)
  • verschiedener Größen innerhalb der Arbeiterinnen
  • chemischer, acetonähnlicher Geruch, der an Nagellackentferner erinnert
  • zahlreich Tiere, die bei Störung schnell aus dem Boden hervorkommen
  • starker Auswurf von Erde oder Sand entlang von Straßenrändern und Gehwegen
  • mehrspurige Ameisenstraßen

Achtung beim Kauf von Pflanzen

Da die Ameise meist mit befallenen Pflanzen aus Gärtnereien und Gartencentern auf private Grundstücke kommt, achten Sie beim Kauf von Pflanzen darauf, dass sich keine Ameisen im Wurzelballen befinden.

So bekämpft Freiburg die neue Ameisenart

Die Stadt Freiburg testet derzeit - wie auch die meisten anderen betroffenen Kommunen - in einer Pilotphase die Bekämpfung befallener Flächen mit heißem Wasser. Das Wasser wird dabei über einen längeren Zeitpunkt hinweg mehrmals pro Woche mit einer Lanze möglichst dicht bei Nestern und Gangsystemen ins Erdreich gepumpt. Dies ist allerdings nur dort möglich, wo die Gänge der Ameise zu erreichen sind und Gebäude, Infrastruktur oder Bäume nicht durch das heiße Wasser geschädigt würden.

Eine Bekämpfung mit freiverkäuflichen Insektiziden und klassischen Ameisenködern aus dem Baumarkt funktioniert bei Tapinoma magnum nicht und sollte unbedingt vermieden werden. Solche Mittel schädigen andere Insekten und Bodenlebewesen, auch Gegenspieler der Ameise, und können deshalb sogar kontraproduktiv sein. Außerdem können sie das Grundwasser verunreinigen. Aus diesem Grund kommen chemisch-synthetische Mittel auf städtischen Flächen nicht zum Einsatz.

Sie vermuten einen Befall?

In Ihrem Stadtviertel oder auf Ihrem Grundstück gibt es einen Ameisenstaat und es könnte die Große Drüsenameise sein?

Überprüfen Sie Aussehen und Geruch

Treffen Größe und Aussehen (wie oben beschrieben) zu? Gibt es Sand- oder Erdaufwurf? Riechen die Tiere nach Nagellackentferner?

Machen Sie Fotos

Um die Tiere für eine Nahaufnahme anzulocken, geben Sie am besten eine zuckerhaltige Lösung (Honigwasser, Agavendicksaft oder ähnliches) auf ein weißes Papier. Machen Sie zusätzlich auch Übersichtsfotos vom Befall (Ameisenstraßen, Materialauswurf...).

Melden Sie die Sichtung

Melden Sie Ihre Sichtung mit Ortsangabe und Fotos bitte an umweltschutzamt@freiburg.de. Auch wenn die Stadt sich auf städtische Flächen fokusiert und private Grundstückseigentümer*innen nur im Rahmen ihrer Kapazitäten beraten kann, ist diese Meldung wichtig, um die Sichtung zu überprüfen und die invasive Ameisenart gegebenenfalls gezielt zu bekämpfen.

Greifen Sie rechtzeitig ein

Für die Bekämpfung sind die jeweiligen Grundstückseigentümer*innen zuständig. Besonders wenn Infrastruktur oder technische Einrichtungen gefährdet sind, sollten Sie aktiv werden. Bedenken Sie von Anfang an, dass sich diese Art sehr stark ausbreitet. Handeln Sie also lieber früher als später. Da sich Kolonien häufig über verschiedene Grundstücke ausbreiten, ist es sinnvoll, auch Ihre Nachbar*innen einzubinden. 

Wenn möglich, nutzen Sie für die Bekämpfung heißes Wasser. Vorsicht ist damit allerdings in der Nähe von empfindlichen Gehölzen geboten. Bei trockener Witterung können Sie auch Nematoden oder Kieselgur ausbringen. Dieser natürliche Wirkstoff beschädigt die Panzer der Insekten, die dann austrocknen. Zudem kann es ratsam sein, sich an professionelle Schädlingsbekämpfer*innen zu wenden, die auf Tapinoma spezialisiert sind.

Der Einsatz von freiverkäuflichen Insektiziden und klassischen Ameisenködern aus dem Baumarkt ist sinnlos und kann sogar kontraproduktiv sein. 

Kontakt

Umweltschutzamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon (Sekretariat) +49 761 2016101
Fax +49 761 2016199

Fotos: A.Höcherl / SMNS