Sicheres Nachtleben – Gastro-Schulungen in und um Freiburg

"Ist Luisa hier?"

Seit 2017 können sich Diskos, Clubs und Bars mit dem bundesweiten Schulungskonzept „Ist Luisa hier?“ auch hier in Freiburg und im Umland kostenlos schulen lassen. Was steckt dahinter?

Viele Frauen* geben an, in Clubs und Diskotheken massiv belästigt oder bedrängt zu werden. Mit der Frage „Ist Luisa hier“? kann sich die Betroffene an Theken-Personal oder Türstehende wenden und bekommt Unterstützung, um aus der unangenehmen Situation schnell heraus zu kommen, ohne sich groß erklären zu müssen. Das Barpersonal kennt den Code-Satz und weiß dann, dass die Person Hilfe braucht. Die Betroffene wird in einen separaten Raum oder Rückzugsort gebracht, wo – wenn sie möchte - in Ruhe besprochen wird, was vorgefallen ist, welche Unterstützung gebraucht wird und was als nächstes passieren soll: eine Freundin* oder einen Freund* holen, ein Taxi rufen, den Belästiger des Clubs verweisen, den Frauen-Notruf wählen oder die Polizei rufen. Die Frau* bekommt Hilfe und wird nicht alleine gelassen.

Wer sich bedrängt fühlt, kann mit „Ist Luisa hier?“ auf einfache Weise nach Hilfe fragen. Die Code-Frage soll nicht den Sachverhalt verschleiern, sondern eine Barriere überwinden. Viele Betroffene schämen sich, Opfer einer sexuellen Belästigung geworden zu sein, und denken, sie müssten selbst damit klar kommen. Der Code „Ist Luisa hier?“ ist ein zusätzliches Angebot für mehr Sicherheit im Freiburger Nachtleben.
Geschulte Clubs sind somit sensibilisiert für die Thematik sexuelle Belästigung im Nachtleben und für die Bandbreite an Möglichkeiten, die aus der Situation helfen können. Mitarbeitende achten auch verstärkt aufeinander. Zudem ist die Listung ein Prädikat das den Gästen zeigt, wir nehmen die Sicherheit unserer Besucher*innen ernst und lassen uns schulen.

Initiiert wurde die Aktion vom Frauen-Notruf in Münster. Die Teilnahme ist kostenfrei. In ganz Deutschland gibt es die Aktion in zahlreichen Städten – und es werden immer mehr. In Freiburg ist die Kampagne an die Beratungsstelle „Frauenhorizonte – Gegen sexuelle Gewalt“ angebunden, dort können sich betroffenen Frauen auch melden. Clubs, die mitmachen und ihr Personal entsprechend schulen, sind an aushängenden Plakaten und Aufklebern erkennbar; sie wurden bis 2019 bundesweit gelistet, seither hier auf der städtischen Webseite.

 „Luisa-ist-hier“ zählt zu den Maßnahmen, die aus dem Runden Tisch Sicherheit im Freiburger Nachtleben hervorgegangen sind. Umgesetzt wird die Kampagne von „Frauenhorizonte – Gegen sexuelle Gewalt“, von der Stelle zur Gleichberechtigung der Frau, der Kommunalen Kriminalprävention der Stadt, dem Polizeipräsidium und dem Netzwerk für Gleichbehandlung. Finanziell unterstützt wurde die Umsetzung der Kampagne eingangs aus dem Programm „Demokratie leben“.

Interessierte Clubs, Bars und Diskotheken können sich an Frauenhorizonte wenden: luisa-in-freiburg@frauenhorizonte.de oder telefonisch unter 0761 285 85 85. 

Hier ist Luisa schon

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0761  / 2 85 85 85