Ukrainische Partnerstadt
Freiburg spendet mehr als 3,4 Millionen Euro an Lviv

2022 beschloss der Freiburger Gemeinderat, Spenden für Lviv bis zu einer Gesamtsumme von einer Million Euro aus städtischen Mitteln zu verdoppeln. Diese Summe wurde sogar übertroffen: Seit Beginn der russischen Vollinvasion wurden rund 2,4 Millionen Euro auf das städtische Hilfskonto gespendet. Zusammen mit der städtischen Verdopplung ergibt sich damit eine Unterstützung von rund 3,4 Millionen Euro.
Engagement aus der Zivilgesellschaft
Möglich wurde die Spende maßgeblich durch das Engagement aus der Zivilgesellschaft. Mit großem Einsatz sammelte etwa eine private Initiative eine sechsstellige Summe für Freiburgs Partnerstadt. Oberbürgermeister Martin Horn bedankte sich bei den Menschen, Unternehmen, Vereinen und Initiativen, die diese Hilfe möglich machen und bekräftigte, die Zusammenarbeit beim Wiederaufbau ausbauen zu wollen.
Ich bin dankbar und stolz, dass wir unsere Freundinnen und Freunde mit den Spenden so tatkräftig unterstützen können.
Oberbürgermeister Martin Horn
Erst vor wenigen Tagen gab es eine erneute massive Angriffswelle des russischen Militärs. Raketen und Marschflugkörper attackierten viele Städte bis in den Westen des Landes, darunter auch Lviv. Dort meldeten die Behörden fünf Verletzte.
Freiburger Delegation reist nach Lviv
In den kommenden Tagen wird erneut eine Freiburger Delegation nach Lviv reisen, um bestehende Projekte weiterzuentwickeln und neue Formen der Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen.
Erstmals werden auch Wirtschaftsvertreter*innen Teil der Delegation sein. Ziel ist es, Kontakte zu Unternehmen und Institutionen in Lviv auszubauen und gemeinsame Perspektiven auszuloten. Der Wiederaufbau der Ukraine beginnt bereits heute, dafür braucht es auch eine ökonomische Zusammenarbeit. Kommunen und Regionen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württembergs kooperiert etwa mit der Region Lviv.
Partnerschaft entwickelt sich weiter
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges hat sich die Zusammenarbeit zwischen Freiburg und Lviv deutlich intensiviert. Nach der russischen Vollinvasion 2022 stand zunächst die akute Nothilfe im Vordergrund. Inzwischen richtet sich der Blick auf langfristige Kooperationen. Zentral ist dabei ist die Unterstützung des Rehabilitationszentrums Unbroken. Hier werden körperlich und psychisch verletzte Menschen aus der ganzen Ukraine versorgt.
Das Zentrum übernimmt eine wichtige Aufgabe für die medizinische und psychosoziale Versorgung von Kriegsverletzten aus der gesamten Ukraine. Als Dank für eine große Freiburger Spende wurde 2022 ein ganzes Stockwerk des Rehabilitationszentrums nach Freiburg benannt.
Kooperation ermöglicht Einrichtung für Kriegsverwundete
Teil von Unbroken ist das Trauma- und Rehabilitationszentrum „Maisternia“, das gerade entsteht. Es ist heute das wichtigste Kooperationsprojekt zwischen Freiburg und Lviv. Die Einrichtung für Kriegsverwundete und ihre Familien wird durch finanzielle Hilfe aus Freiburg ermöglicht, gleichzeitig ist eine fachliche Kooperation geplant. Im Sommer 2025 wurde der Grundstein für das Zentrum gelegt.
Maisternia entsteht in einem ehemaligen Heizwerk und ergänzt Unbroken um Angebote der psychosozialen Betreuung. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Kunsttherapie und weitere Therapieangebote, die Menschen bei der Verarbeitung von Kriegstraumata und dem Wiedereinstieg in das gesellschaftliche Leben unterstützen.
Ukrainische Kinder erholen sich in Freiburg vom Krieg
Auch der Austausch zwischen den Menschen bleibt ein wichtiger Bestandteil der Städtepartnerschaft. Deshalb dürfen sich auch in diesem Jahr wieder Kinder aus Lviv in Freiburg vom Alltag im Krieg erholen. Bei dem Aufenthalt in den ersten Augustwochen geht es aber nicht um ein reines Freizeitprogramm. Neben der Erholung werden die Kinder, die ihre Väter im Krieg verloren haben, psychologisch begleitet und bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse unterstützt.
Möglich wird das Programm auch durch die Unterstützung nichtstädtischer Akteure wie der Freiburger Turnerschaft von 1844 (FT) sowie durch eine Spende der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Auch die VAG und die FSB unterstützen, etwa mit Tickets für die Schauinslandbahn oder für das Strandbad. Die jungen Menschen aus der Ukraine bekommen während ihres Aufenthalts die Möglichkeit, am Ferienprogramm der FT teilzunehmen.
Freiburger Hilfsbereitschaft
Seit dem 24. Februar 2022 – dem Beginn der russischen Vollinvasion – wurden rund 2,4 Millionen Euro an das städtische Hilfskonto für Lviv gespendet. Dazu kommt eine Million Euro aus dem Verdopplungsprogramm Insgesamt kamen so rund 3,4 Millionen Euro für die Unterstützung der Partnerstadt zusammen.
Darüber hinaus gab es weitere Hilfe aus Freiburg, die hier nicht einberechnet ist. Das Land hat über die Uniklinik zu Beginn des Krieges große Mengen an medizinischem Material nach Lviv gebracht. Auch Notstromgeneratoren wurden angeschafft. Die Freiburger Verkehrs AG spendet Busse für den Nahverkehr in der Ukraine.
2023 wurde eine Grundschule in Lviv von einer russischen Rakete zerstört. Mit 100.000 Euro aus Freiburg konnte die Schule schnell wieder aufgebaut werden. Das Geld kommt direkt dort an, wo es gebraucht wird. Viele der Freiburger Spenden fließen in das Hilfezentrum Unbroken und das neue Projekt Maisternia. Aber auch Soforthilfe ist möglich.
Spendenkonto
Lviv ist weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Spenden sind auf folgendes Konto der Stadt möglich:
Spendenkonto Nothilfe Lviv
IBAN: DE75 6805 0101 0000 1919 19
Stichwort: „Nothilfe Lviv“