Drei Fragen an...

Lena Reißner vom Theater Freiburg zur Uraufführung von „Verdammt verwandt“

Rotes Herz in Flammen - Emoticon, auf dem Dach des Stadttheaters
Ein rotes Herz in Flammen eröffnete auf dem Dach des Stadttheaters die neue Spielzeit.
Porträt Lena Reißner
Lena Reißner vom Theater Freiburg. (Foto: J.Roppel)

Mit einem Eröffnungswochenende bis Sonntag, 28. September, startet das Theater Freiburg in seine neue Spielzeit unter der Intendanz von Felix Rothen­häusler. Neu im Team ist Autorin und Regisseurin Lena Reißner, die sich in ihrer ersten Inszenierung dem Tantalidenfluch annimmt. „Verdammt verwandt. Eine mythische Familie“ wird am 17. Oktober um 20 Uhr im ­Kleinen Haus uraufgeführt.

1. In Ihrem Stück trifft griechische Mythologie auf eine 90er-Jahre-Familien­serie. Was erwartet uns?

Die Mischung aus weichgezeichneter 90er-Jahre-TV-Familie und der Brutalität des antiken Mythos macht uns in den Proben großen Spaß. Das Publikum kann sich auf eine witzige, absurde, manchmal gruselige und hoffentlich berührende Auseinandersetzung freuen – darüber, was Verwandtschaft bedeutet und wie wir Geschichten über Familie erzählen.

2. Sind „die Dramen der Ahnen“ aus Ihrer Sicht immer noch aktuell?

Der Tantaliden-Mythos ist eine der ältesten Familiengeschichten überhaupt. Spannend finde ich, dass schon vor über dreitausend Jahren erzählt wurde, wie sich Muster, Konflikte und Verletzungen von Generation zu Generation weitertragen. In der Antike erklärte man sich das mit einem Fluch, heute sprechen wir von transgenerationalem Trauma. Am Ende geht es um dasselbe: Was unausgesprochen bleibt, verschwindet nicht – es taucht wieder auf. Die Dramen der Ahnen sind also immer auch die Dramen der Gegenwart.

3.  Wie erleben Sie – als Hausregisseurin und Teil des Leitungsteams – den Aufbruch in die neue Spielzeit?

Nach anderthalb Jahren Vorbereitung kann ich es kaum erwarten, dass unser Programm endlich auf die Bühne kommt und die Menschen in Freiburg erreicht. Für mich ist Theater das gemeinsame Dasein – Spielende und Publikum teilen denselben Raum, denselben Moment. Eine Zauberbude, in der alles passieren kann: forschen, lachen, nachdenken, fühlen. Ich bin sicher: Das wird wild.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 895 vom 27. September 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 29. September 2025