Von Bruckner bis Rudi Ratte
Die neue Konzertsaison des Philharmonischen Orchesters Freiburg

Acht Sinfonie- und acht Kammerkonzerte, ein Neujahrskonzert, aber auch Formate wie Stadtteil- oder Stummfilmkonzerte stehen auf dem Programm des Philharmonischen Orchesters für die neue Konzertsaison 2025/26. Zur Aufführung kommen Werke von Mendelssohn Bartholdy, Bruckner und Mozart ebenso wie von Fazil Say.
Die im Oktober beginnende Konzertsaison ist die zweitletzte Saison mit Generalmusikdirektor André de Ridder, der 2027 Chefdirigent der English National Opera in London wird – doch der bevorstehende Abschied war bei der Vorstellung des neuen Konzertprogramms kein Thema. Bis dahin steht in Freiburg noch viel auf dem Programm.
Auftakt ist im Oktober mit dem ersten Sinfoniekonzert, bei dem die „apokalyptische“ 8. Sinfonie Anton Bruckners auf dem Programm steht, flankiert von der Filmmusik zu „There Will Be Blood“; komponiert hat sie Jonny Greenwood, der Gitarrist der Kultband Radiohead.
November-Fernweh
Das zweite Sinfoniekonzert steht unter dem Motto „November-Fernweh für die Ohren“. Der neue Erste Kapellmeister Artem Lonhinov dirigiert das Konzert für Oboe des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů und Felix Mendelssohn Bartholdys „Schottische“ Sinfonie Nr. 3. Das Programm für das dritte Konzert hat die italienisch-türkische Dirigentin Nil Venditti zusammengestellt: mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Pariser Sinfonie“ und der Sinfonie Nr. 5 des 1970 geborenen türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say, die unter dem Eindruck des russischen Kriegs gegen die Ukraine entstand.
Beim vierten Sinfoniekonzert stehen das Cello-Konzert des zeitgenössischen Komponisten Unsuk Chin und Pjotr Tschaikowskis Sinfonie Nr. 5 auf dem Programm, beim fünften Konzert Ludwig van Beethovens Leonoren-Ouvertüre sowie seine Sinfonie Nr. 7 und die Kurzoper „La plus forte“ des 1952 geborenen irischen Komponisten Gerald Barry.
Das romantische und melancholische Konzert für Cello und Orchester von Edward Elgar und Gustav Mahlers mächtige 7. Sinfonie bestimmen das Programm des sechsten Sinfoniekonzerts. Und das siebte ist laut André de Ridder „ein Minizyklus“ mit den Sinfonien Nr. 6 und 8 von Antonín Dvořák. Beim achten und letzten Sinfoniekonzert im Juli 2026 trifft das Philharmonische Orchester dann auf das Ensemble Recherche und führt neben einem Werk von Béla Bartók zeitgenössische Musik auf – wie etwa „Murmurs“ der 1967 geborenen Komponistin Rebecca Saunders.
Hinzu kommen acht Kammerkonzerte mit Werken von Leonard Bernstein, Kurt Weill, Robert Schumann und vielen anderen, ein Neujahrskonzert mit noch unbekanntem Programm, ein Stummfilmkonzert und „junge Konzerte“ mit Rudi Ratte. Das beliebte Orchester-Maskottchen sucht in dieser Saison unter anderem das „Pssst“ – mit leisen Tönen zum Einschlafen für Klein und Groß.
„Feiert mit uns“
Die Reihe „Pinsa & Jazz“ mit Live-Jazz-Acts und Pinsa aus der Theaterbar wird ebenso fortgesetzt wie der „Freiburg.Phil Club“, bei dem das Orchester auf Größen aus Pop, Jazz oder der Elektro-Szene trifft. Und nach dem erfolgreichen Auftakt von „Phil.On.Tour“ im Frühsommer sind 2026 weitere Stadtteilkonzerte geplant. „Auf Augenhöhe in den Stadtteilen, etwa in einer Schule, zu spielen, war eine sehr schöne Erfahrung“, bilanziert André de Ridder. „Da kamen auch Familien mit Kindern – es war wirklich niedrigschwellig im geografischen wie philosophischen Sinne.“ Er hofft, dass das Format auch nach seinem Wechsel nach London Bestand haben wird.
„Um es kurz zu machen: Wir glauben, wir haben hier einfach das heißeste Konzertprogramm Baden-Württembergs für euch zu bieten“, schreibt der Generalmusikdirektor im neuen Programmheft. „Kommt und feiert es mit uns!“
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 892 vom 26. Juli 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!