Abgesegnet vom Gemeinderat
Letzte zwei Grundstücke in Kleineschholz vergeben

Jetzt steht fest, wer in Kleineschholz baut: Der Gemeinderat hat die zwei letzten Grundstücke im neuen Quartier im Stühlinger vergeben. Fünf Projektgruppen hatten sich auf die Flächen am künftigen Quartiersplatz mit Supermarkt sowie am nördlichen Quartierseingang an der Lehener Straße beworben. Bereits im April hatte das Bewertungsgremium die Projekte "GrünHaus" und "Stadt | Land | Gut" zur Vergabe empfohlen. Diesem Votum hat sich der Gemeinderat gestern angeschlossen.
60 Prozent geförderter Wohnraum
Mit der Vergabe dieser letzten beiden Grundstücke ist nun offiziell: In Kleineschholz wird es rund 60 Prozent geförderter Wohnraum geben. Damit wird das Mindestziel von 50 Prozent übertroffen. Weitere 20 Prozent der entstehenden Wohnfläche ist mietpreisreduziert. Die Wohnungen richten sich an verschiedene Zielgruppen, darunter Menschen mit Behinderung, Menschen in sozialen Notlagen, Senior*innen, Familien, Azubis oder auch Angestellte der Geschäfte im Quartier. Rund um den Quartiersplatz entstehen Dienstleistungs- und Versorgungsangebote wie Co-Working-Flächen, Werkstätten, Cafés und ein Supermarkt, auch gemeinschaftliche Angebote wie Quartiersräume, Dachgärten oder Freiflächen sowie zwei Kindertagesstätten wird es geben. Viele der Gebäude entstehen im Holzbau oder in Holzhybridbauweise.
Grundstücke MU 9 und 12
Auf dem Marktgrundstück MU 9 wird das Projekt "Stadt | Land | Gut" bauen. Es besteht aus den Kooperationspartnern Beckesepp und Unmüssig Bauträgergesellschaft, die sich in einer neuen Gesellschaft zusammenschließen. Durch ein Mieterbeteiligungsmodell, das die Mieter*innen als Kommanditist*innen an der Gesellschaft beteiligt, erfüllt das Projekt die Anforderungen an die Gemeinwohlorientierung. In das Erdgeschoss ziehen ein Supermarkt, ein inklusiv betriebenes Restaurant und ein Café. In den Obergeschossen entsteht zu 100 Prozent geförderter Mietwohnraum. Ein Teil davon werden Mitarbeitendenwohnungen für Beckesepp, ebenso wird es Wohngemeinschaften für Auszubildende beider Partner geben. Auch die Stadt erhält ein Recht an Wohnungen zur Versorgung von Menschen aus der Wohnungsnotfallkartei.
Den Hochpunkt im Quartier bildet das Grundstück MU 12 B am nördlichen Quartierseingang in Richtung Lehener Straße. Dort plant die junge Genossenschaft "GrünHaus" ein gemeinschaftliches und generationenübergreifendes und vor allem ökologisches Vorzeigeprojekt. Der Schwerpunkt liegt auf einer ressourcenschonenden Bau- und Lebensweise mit eigenem Lebensmittelanbau auf dem hauseigenen Dachgarten sowie auf bezahlbaren und flexibel nutzbaren Wohnungen. Das Projekt sieht zudem eine belebende Erdgeschosszone mit Kleingewerbe, Ladengeschäft sowie interkulturellem Bildungsangebot vor.
Stimmen aus dem Rathaus
Oberbürgermeister Martin Horn betont: "Kleineschholz hat einen ambitionierten sozialen, inklusiven und ökologischen Auftrag – das war mir von Anfang an ein großes persönliches Anliegen. Jetzt, wo alle Projekte beisammen sind, sehen wir nochmal deutlich: Mit so viel geballtem Pioniergeist sind wir auf dem richtigen Weg. Wir haben uns bewusst für einen grundlegend neuen Ansatz entschieden und ermöglichen damit eine vielfältige, nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung. Bald entstehen hier über 500 neue Wohnungen mit über 60 Prozent sozial gefördertem Wohnraum. So gelingt es, dass unsere Stadt nachhaltig und lebenswert wachsen kann."
Baubürgermeister Martin Haag ergänzt: "Die Messlatte für die Bewerberprojekte auf Kleineschholz haben wir bewusst hoch angesetzt. Alle Projekte müssen sich vertraglich verpflichten, langfristig an der Gemeinwohlorientierung festzuhalten. Dass wir jetzt so ein gutes Ergebnis in der Hand haben, ist ein starkes Zeichen: Es war richtig, ehrgeizige Ziele zu setzen, an die sich alle halten müssen. Noch in diesem Jahr wollen wir die ersten Verträge abschließen, damit ab 2026 im Quartier gebaut werden kann. Damit das gelingt, brauchen wir ein stabiles Fundament, vor allem durch verlässliche Förderbedingungen."
Die für die Vermarktung zuständige Teilprojektleiterin, Mareike Schöpf, zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: "Wir haben mit den letzten beiden Grundstücken alle Flächen in Kleineschholz vergeben und dabei vielfältige Projekte gefunden, die dieses Quartier nun mit Leben füllen.“ Projektleiterin Stefanie Lausch ergänzt: „Wie auch die erfolgreichen Projekte der ersten Runde, begleiten wir die beiden neu ausgewählten ab jetzt mit regelmäßigen Statusgesprächen, um die Bauprojekte in der Reservierungsphase inhaltlich und gestalterisch zu unterstützen."
Projektgruppen stellen sich vor
Im Herbst stellen sich einige Projektgruppen aus Kleineschholz auf einer öffentlichen Veranstaltung vor. Start für den Bau der ersten Gebäude ist voraussichtlich Anfang 2026. Weitere Infos zum Quartier und den Projekten gibt es unter www.freiburg.de/kleineschholz