Optimal für 400 Ehrenamtliche

Schlussspurt beim Rettungszentrum

  • Das noch nicht fertiggebaute Rettungszentrum, davor ein Baukran und rechts die rote Hauptfeuerwache.
    Cool - von außen wie von innen: Neben der roten Hauptfeuerwache (im Foto oben rechts) in der Eschholzstraße entsteht das neue Rettungszentrum. Für den zweiten Bauabschnitt wurde kürzlich das Richtfest gefeiert.
  • Das noch nicht fertiggebaute Rettungszentrum von innen.
    Cool - von außen wie von innen: Neben der roten Hauptfeuerwache (im Foto oben rechts) in der Eschholzstraße entsteht das neue Rettungszentrum. Für den zweiten Bauabschnitt wurde kürzlich das Richtfest gefeiert.

Seit Frühjahr 2023 baut die Stadt Freiburg das neue ­Rettungszentrum neben der Hauptfeuer­wache an der Eschholzstraße. Am ­vergangenen Donnerstag wurde das Richtfest für den zweiten und letzten Bauabschnitt gefeiert – der letzte Meilenstein vor der Fertigstellung im zweiten Quartal 2027.

Mit dabei waren zahlreiche Vertreter*innen von Stadt und Land, vom Architekturbüro „Planungxgruppe Stuttgart“, von weiteren Planungsbüros und Baufirmen sowie von den beteiligten Hilfsorganisationen DRK, Malteser, Bergwacht, DLRG, Tauchergruppe Pinguine und von der Freiwilligen Feuerwehr.

In seiner Begrüßung betonte Oberbürgermeister Martin Horn die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts und die sicherheitsrelevante Bedeutung des Rettungszentrums für Freiburg und die Region. Im dreigeschossigen Riegel hinter der Hauptfeuerwache werden künftig 400 Ehrenamtliche optimale Bedingungen vorfinden. Dazu Horn: „Ob beim Großbrand in Hochdorf, der Evakuierung des St. Josefskrankenhauses nach einem Bombenfund oder bei den vielen anderen Einsätzen – immer wieder zeigen die ehrenamtlichen Retter, wie wichtig ihr Einsatz für die Sicherheit der Menschen in Freiburg ist.“

Dieses außergewöhnliche Engagement verdiene Dank, Respekt und Anerkennung. Aber es brauche dafür auch eine professionelle, zeitgemäße Infrastruktur. „Das neue Rettungszentrum wird das gemeinsame Zuhause für Hunderte Ehrenamtliche. Ich bin deshalb froh, dass wir jetzt das Richtfest für dieses Leuchtturmprojekt feiern und auf die Zielgerade einbiegen.“

Im Kostenplan

Baubürgermeister Martin Haag hob die baulichen, technischen und funktionalen Aspekte hervor: Der Neubau ist ein Multifunktionsgebäude mit Zwischengeschoss und Technikzentrale auf dem Dach. Er sei stolz darauf, „dass wir mal wieder bei einem Großprojekt, das so viele Unwägbarkeiten birgt, gut im Kostenplan liegen. Das ist gerade in diesen schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich.“ Sein Dank und Lob richteten sich an alle Beteiligten: von den Architekten und Planern über die Bauunternehmen und Handwerker bis zum federführenden Immobilienmanagement (IMF). Letzteres trägt zusammen mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz die Verantwortung für das Bauprojekt.

Haag erinnerte an den Beginn der Rohbauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt im Frühjahr 2025. Die Fertigstellung ist nunmehr für Anfang 2027, die Inbetriebnahme für das zweiten Quartal 2027 geplant. Gegenüber der ersten Planung ist das eine Verschiebung um gerade mal acht Wochen.

Auch bei diesem Bauteil setzt das IMF die städtischen Energiestandards um: durch den Einsatz von Passivhaus-Komponenten, Gründächern und Photovoltaik. „Wie bei den anderen Großprojekten, die wir in jüngster Zeit gestemmt haben, von der Staudinger- bis zur Anne-Frank-Schule, gelten unsere bewährten Ziele: Das Gebäude soll energieeffizient, nachhaltig und zukunftsfähig sein“, so Haag.

Dreifacher Mehrwert

Erreicht wird das durch ein ausgeklügeltes Raumprogramm. Im Erdgeschoss sind die Fahrzeughalle, eine Übungshalle und die Umkleideräume. Darüber befinden sich Ausbildungs-, Büro-, Besprechungs-, Sozial- und Lagerräume, außerdem Lehrsäle und ein Speisesaal mit Küche. Ebenfalls gesorgt ist für einen großen Ausgleichs- und Bewegungsraum mit Fitnessbereich – sowie für Umkleiden und Sanitärbereiche, die die Ehrenamtlichen der Hilfsorganisationen und der Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr nutzen werden. Die Schulungs- und Sporträume werden tagsüber von der Berufsfeuerwehr und dem städtischen Haupt- und Personalamt genutzt; abends „gehören“ sie den Hilfsorganisationen und der Freiwilligen Feuerwehr. Damit besitzt das Gebäude gleich einen dreifachen Mehrwert: Es dient der Fortbildung vieler Ehrenamtlicher, der Qualifizierung vieler Fachkräfte und der Gesundheitsförderung für Mitarbeitende der Stadt.

ürgermeister Stefan Breiter, der für Feuerwehr und die städtischen Finanzen zuständig ist, erinnerte an den Gemeinderatsbeschluss vom Dezember 2021 für den Bau und einen Kostenrahmen von 35 Millionen Euro. „Dass wir diesen Rahmen halten können, finde ich aller Ehren wert. Etwas enttäuscht bin ich vom Land Baden-Württemberg, das dieses für Stadt und Region so wichtige Projekt nur mit 963.500 Euro zu fördern bereit ist.“ Das entspricht knapp drei Prozent der Gesamtkosten. Immerhin, so Breiter: „Wir als Stadt legen hier ein klares Bekenntnis zur Investition in Sicherheit und Daseinsvorsorge ab.“

Er erinnerte daran, wie im April 2025 nach dem Bombenfund in der Albertstraße zahlreiche Einheiten von Hilfsorganisationen aus ganz Südbaden bei der Evakuierung des St. Josefskrankenhauses im Einsatz waren: „Das hat uns wieder verdeutlicht, wie wichtig eine zentrale Infrastruktur, eine zentrale Koordination, Versorgung und Ausbildung sind.“ Auch Breiter würdigte die enge Zusammenarbeit von Stadt, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Verwaltung, die nun an der Eschholzstraße erneut in Stein gegossen werde.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 902 vom 17. Januar 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 16. Januar 2026