Erfolgreicher Projektabschluss: "Zukunft Holzbau – die Stadt als Akteurin des Wandels"
Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag eröffnete die Veranstaltung.
Mit der Abschlussveranstaltung „Zukunft Holzbau – die Stadt als Akteurin des Wandels“ setzte die Stadt Freiburg im November 2025 einen erfolgreichen Schlusspunkt unter das Projekt „Urbaner Holzbau im Quartiersmaßstab – Möglichkeiten der Verwaltung“. Im gut besuchten Freiburger Humboldtsaal kamen Fachleute aus Verwaltung, Forschung und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Projektergebnisse und Perspektiven des urbanen Holzbaus zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch Freiburgs Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag, der Freiburgs bisherige Aktivitäten im Holzbau und die ambitionierten Ziele der Stadt in einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufzeigte, eröffnete Simon Treml vom Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung der Universität Stuttgart den Vortragsabend mit einem Beitrag zu „Innovationen im Holzbau – Potenziale und Strategien für eine ressourceneffiziente Baukultur“. Im Fokus standen neue Konstruktionsmethoden, digitale Planungsansätze sowie materialeffiziente Bauweisen, die den Holzbau als zukunftsfähige Alternative im urbanen Kontext stärken.
Fabian Schulmeyer, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Würrtemberg.
Anschließend beleuchtete Fabian Schulmeyer, Leiter des Referats „Holzbasierte Ökonomie“ im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und damit zuständig für die Holzbau-Offensive Baden-Württemberg, in seinem Vortrag „Die Kommunen als Vorreiter für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen mit Holz“ die strategische Rolle der Städte und Gemeinden. Er zeigte auf, wie kommunale Bauvorhaben, Förderinstrumente und Vergabepraxis gezielt eingesetzt werden können, um klimafreundliches Bauen mit Holz voranzubringen.
Unter dem Titel „Was wird gebaut in Freiburg – Quartiere Kleineschholz und Dietenbach“ stellten Stefanie Lausch(Projektgruppe Kleineschholz) und Mario Pfau(Projektgruppe Dietenbach) den aktuellen Planungsstand der beiden großen Stadtentwicklungsprojekte vor. Sie gaben Einblicke in städtebauliche Konzepte, Nutzungsstrukturen und die geplante Umsetzung von Holzbauweisen im Quartiersmaßstab.
Im Anschluss präsentierten Henry Heinen vom Baurechtsamt Freiburg und Dr. Bernd Wippel von der unique land use GmbH zentrale Ergebnisse aus beiden Projektphasen „Urbaner Holzbau im Quartiersmaßstab“. Unter dem Titel „Botschaften aus den Projekten“ zeigten sie, welche Erkenntnisse in den insgesamt vier Jahren Projektarbeit gewonnen wurden, wo Hemmnisse bestehen und welche Handlungsempfehlungen sich für Verwaltung und Planungspraxis ableiten lassen.
Robert Böker, WoodenValley gGmbH, Projektleiter TýR
Robert Böker von der WoodenValley gGmbH stellte mit dem Vortrag „Gebäude als Kohlenstoffspeicher – Vom Forschungsprojekt zur Methodik für CO₂-Speicherzertifikate in Baden-Württemberg“ eine innovative Entwicklung im Holzbau vor. Referiert wurde über das Forschungsprojekt TýR, das sich mit Grundlagen und aktuellen Fortschritte bei der Entwicklung einer Methodik für Baden-Württemberg beschäftigt, mit der die CO₂-Speicherleistung von Holzgebäuden künftig systematisch erfasst und zertifiziert werden kann.
Die anschließende Publikumsdiskussion, moderiert von Dr. Bernd Wippel (unique land use GmbH), zeigte das große Interesse an den vorgestellten Themen. Fragen, Anmerkungen und Erfahrungsberichte aus dem Publikum machten deutlich, dass der urbane Holzbau sowohl fachlich als auch gesellschaftlich auf hohe Resonanz stößt.
Den Ausblick auf die nächsten Schritte und die weitere strategische Verankerung des Holzbaus in Freiburg gab Holger Ratzel, Amtsleiter des Baurechtsamts. Dabei wurde betont, dass die Stadt den eingeschlagenen „Holzbauweg“ konsequent weiterverfolgen und die gewonnenen Erkenntnisse in künftige Projekte einfließen lassen wird. Insgesamt bestätigte die Veranstaltung die große Wirkung des Projekts auf die Entwicklung des Holzbaus in Freiburg und unterstrich die Bereitschaft der Stadt Freiburg, den urbanen Holzbau als wichtigen Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung weiter auszubauen.
Referent*innen bei der Podiumsdiskussion. Von links: Henry Heinen, Stefanie Lausch, Mario Pfau (Stadt Freiburg), Robert Böker (WoodenValley), Fabian Schulmeyer (MLR), Simon Treml (Universität Stuttgart), Bernd Wippel (unique land use).