Sitzungen des Gestaltungsbeirats

TOP 1: Errichtung eines Ärztehauses (Wiedervorlage)

Mercystraße 2 | Unterwiehre

Bauherr*in: TreuBau Freiburg AG

Planverfasser*in: Dörr & Irrgang Architekten, Au

Protokoll

Das Projekt hat sich positiv weiterentwickelt. Die rechtwinklige Gebäudekontur sorgt für eine bessere Einbindung des Hauses in die Umgebung. Dabei konnte die Grundrissstruktur beibehalten und sogar verbessert werden. Auch die Einbindung in das steil abfallende Gelände ist klarer definiert.
Unklar ist noch die Aufnahme der vorhandenen Baufluchten, die durch die straßenbegleitende Mauer und die benachbarte Villa vorgegeben werden. Auf eine Verbreiterung des Gehwegs sollte zugunsten der fluchtgerechten Fortführung der Mauer verzichtet werden. Die Front des ersten und zweiten Obergeschosses sollte nach Möglichkeit die Flucht des seitlichen Anbaus der Villa aufnehmen, dazu sollte das Gebäude etwas nach hinten verschoben oder leicht gekürzt werden.
Der Vorbereich des Ärztehauses sollte nicht komplett überbaut werden sondern infolge der Trennung von Mauer und Baukörper von oben belichtet werden.
Die Mauer entlang der Straße sollte sich kontinuierlich und möglichst ohne Unterbrechungen in einer Höhe die gerade noch Sichtschutz bietet vor das Gebäude schieben. Die einzige größere Öffnung ist dann im Bereich der Einfahrt zur Tiefgarage vorhanden. Hier können Krankenanlieferfahrzeuge auch wieder ausfahren.
Der Neubau des Ärztehauses sollte körperhafter in Erscheinung treten. Deshalb wäre es sinnvoll, die Stützmauern nicht als Fortsetzung der Außenwände des Hauses aufzufassen, sondern gestalterisch den Freianlagen zuzuordnen. Um die Einbindung in das Gelände zu klären, empfiehlt der Gestaltungsbeirat, ein Modell im Maßstab 1:100 oder 1:200 anfertigen zulassen. In diesem Zusammenhang lassen sich auch die Anschlüsse der Fassadenbrüstungsbänder an die Geländestützmauern klären. Darüber hinaus sollte ein qualifizierter Freiflächenplan aufgestellt werden. Über diesen lassen sich die genannten Probleme der Höhen, der vorhandenen und schützenswerten Vegetation und der Mauern und deren Anschlüsse an das anspruchsvolle Gelände präziser erkennen und lösen.
Die moderne Architektursprache der Fassade mit ihrer horizontalen Bänderung wird grundsätzlich für möglich gehalten. Allerdings sollte die Bänderung nicht wie vorgeschlagen an einer Stelle unmotiviert unterbrochen werden. Das in übersetzter Form aufgenommene Klappladenmotiv der Villa wird anerkannt, könnte jedoch noch plastischer herausgearbeitet werden.
Eine weitere Wiedervorlage des Projekts erscheint nicht notwendig, der Gestaltungsbeirat würde sich aber freuen, das Modell anschauen zu können.