Denkmalschutz mit Kraftwerk
In Kürze
- Gebäudeart: Zwei Mehrfamilienhäuser mit Gewerbe
- Wohn- und Nutzfläche: 417 m² und 359 m²
- Jahr der Sanierung: 2009/2010
- Baujahr: 1914 und 1923
- Maßnahmen: Dach, Kellerdecke, Außenwand, Speicherboden, Fenster, Heizungstausch (BHWK)
- Denkmalschutz/Erhaltungssatzung: ja
Endenergiebedarf
vorher: 561 kWh/m2a
nachher: 144 kWh/m2a
in kWh/m²a
Einsparung Endenergiebedarf: 74 %
Maßnahmen
Außenwand
Rückseite des Gebäudes: Wärmedämmverbundsystem 16 cm WLG 035
Keller
12 cm Dämmung WLG 035
Dach
Zwischensparrendämmung sowie Aufdopplung, 24cm WLG 035
Fenster
Neue Holz-Sprossenfenster, zum Teil Ertüchtigung der Kastenfenster U-Wert Fenster: 1,3 W/m²K
Heizung
Gemeinsames Blockheizkraftwerk (BHKW), (12,5 kW therm., 5,5 kW elektr.) sowie Gas-Spitzen-Brennwertkessel, 30 kW
Förderung
Förderung BHKW „Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Bank“Die Geschichte dahinter
Das Projekt:
Bei zwei denkmalgeschützten Mehrfamilienhäusern mit Baujahr 1914 und 1923 im Stadtteil Herdern gelang der Wohnungsbaugenossenschaft Heimbau Breisgau eG der Spagat, eine moderne energetische Sanierung unter Berücksichtigung von denkmalpflegerischen Aspekten auszuführen.
Maßnahmen
Im ersten Schritt wurde die Gebäudehülle der zwei vierstöckigen Gebäude umfassend wärmeisoliert: Das Dach wurde im ausgebauten Teil mit einer Zwischensparrendämmung von 24 cm versehen. Dies machte eine Sparrenaufdoppelung notwendig. Der Speicherboden wurde mit 24 cm Hartschaum und OSB-Platte gegen das unbeheizte letzte Obergeschoss gedämmt. Die Kellerdecke bekam eine 12 cm Dämmung, die Rückfassade ein Wärmedämmverbundsystem mit 16 cm; alles mit Wärmeleitgruppe 035. Lediglich die denkmalgeschützte Straßenseite wurde von dem Dämmpaket ausgenommen und stattdessen denkmalpflegerisch hochwertig instandgesetzt. Im Zuge der Modernisierung wurde ein für beide Häuser gemeinsam genutztes kleines Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer thermischen Leistung von 12,5 kW und einer elektrischen Leistung von 5,5 kW eingebaut. Die Spitzenlast wird von einem neuen Gas-Brennwert-Kessel mit 30 kW Leistung übernommen. Ein hydraulischer Abgleich wurde an allen Heizkörpern durchgeführt. Der Einbau des BHKW erfolgte mit Blick auf die Fördermöglichkeiten aus dem Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Bank. Eine Besonderheit ist die Sanierung der in Teilen erhaltenen original Kasten-Sprossenfenster der Hauptfassade. Der bauzeitlich erhaltene innere Flügel wurde mit einer Isolierverglasung versehen und so energetisch ertüchtigt. Das bereits erneuerte Außenfenster wurde durch ein Holzsprossenfester ersetzt. Straßenseitig wurden neue Holz-Sprossenfenster (statt Verbundglas ohne Sprossen) mit gedämmten Einschub-Rollladenkästen eingebaut, rückseitig das gleiche ohne Sprossen. Sämtliche Fenster erreichen einen U-Wert von 1,3 W/m²K.
Ergebnisse
Der Energieverbrauch konnte auf Neubaustandard nach EnEV 2007 gebracht und auf weniger als ein Drittel gegenüber dem Ausgangszustand reduziert werden. Die Modernisierungskosten beliefen sich auf ca. 550.000 €. Die mietrechtlich relevanten Kosten liegen bei 270.000 €. Daraus ergab sich eine rechtlich mögliche Mieterhöhung von 3,20 €/ m² Kaltmiete. Aus sozialen und genossenschaftlichen Gründen wurde die Miete jedoch lediglich um 1,30 €/ m² erhöht.
Weitere Infos und Kontakt
- Standort: Freiburg-Herdern
- Architekten: Architektur Büro Wolters & Kollegen, Bismarckstr. 1, 79193 Waldkirch, Tel: 07681-474393-0, E-Mail: info@woltersundkollegen.de
- Planung: Heimbau Breisgau, Herr Geiges