Perspektive Rempartstraße – mehr als Verkehr

Die Rempartstraße ist das lebendige Scharnier am südlichen Rand der Altstadt: Fuß-, Rad- und Autoverkehr, Gastronomie und Geschäfte, Freiraumnutzungen sowie das universitäre Leben prägen den Straßenraum. Zwischen Kollegiengebäuden, Universitätsbibliothek, Innenstadt-Mensa und den gemischten städtischen Nutzungen im Umfeld von Holzmarkt und Gartenstraße kreuzen sich hier täglich Wege von Studierenden, Beschäftigten und Besucher*innen der Innenstadt. Gleichzeitig erfüllt die Rempartstraße wichtige Funktionen: Sie erschließt zentrale Uni-Einrichtungen und führt zu zwei Parkhäusern.
Aktueller Zustand
Der heutige Zustand der Rempartstraße weist einige Defizite auf. Zudem stehen in den nächsten Jahren umfassende Baumaßnahmen an, wie der Anschluss an das Fernwärmenetz, die Erneuerung des Mischwasserkanals sowie die Sanierung der Fahrbahndecke. Was eine technische Notwendigkeit ist, bietet zugleich Anlass und Chance, die grundlegende Neugestaltung des gesamten Straßenraums und angrenzender Bereiche anzugehen.
In der Vergangenheit stand bei vielen Diskussionen zur Rempartstraße vor allem der Verkehr, insbesondere in Bezug auf das Kfz-Verkehrsaufkommen, im Vordergrund. Tatsächlich hat die Bedeutung der Rempartstraße für den Kfz-Verkehr in den letzten 30 Jahren deutlich abgenommen. Demgegenüber hat der Radverkehr erheblich zugenommen. Auch der Fußverkehr entlang der Straße inklusive vieler Straßenüberquerungen – nicht nur zur Mittagszeit an der Mensa – ist stark ausgeprägt. Auf diese veränderte Nutzung ist der aktuelle Zustand jedoch weder in der Zuweisung der Flächen noch in der Gestaltung des Straßenraums ausgerichtet.
Mehr als Straße

Die Rempartstraße soll zu einem vielfältig nutzbaren urbanen Aufenthalts- und Begegnungsraum entwickelt werden. Die funktionalen Anforderungen von Fuß-, Rad-, Liefer- und privatem Kfz-Verkehr einschließlich der Zufahrt zu den Tiefgaragen sollen auch weiterhin berücksichtigt werden, für die Gestaltung des Straßenraums sollen sie aber nicht im Vordergrund stehen.
Bei der Planung zur Umgestaltung sollen auch die Herausforderungen wie etwa im Hinblick auf Klimaanpassung, aktive Mobilität (z.B. Fuß- und Radverkehr), Aufenthaltsqualität in dicht bebauter Innenstadtlage sowie soziale Teilhabe durch barrierefreie Gestaltungen und Begegnungsräume berücksichtigt werden.
Der Weg zur Umgestaltung
Zur Umgestaltung der Rempartstraße wird ein mehrstufiger Planungs- und Beteiligungsprozess umgesetzt. Wichtig für den Prozess ist, dass Akteur*innen vor Ort und Bürger*innen beteiligt und in die Erstellung des Gesamtkonzepts einbezogen werden.
- Mehrere Planungsteams erarbeiten in zwei Phasen Konzeptplanungen für den Straßenraum und zum Teil auch angrenzende Flächen.
- Die Zwischenergebnisse werden mit einer Bewertungskommission diskutiert und anschließend weiterentwickelt.
- Am Ende spricht die Bewertungskommission eine Empfehlung für den besten Entwurf aus, der durch den Gemeinderat beschlossen wird.
- Dieser ausgewählte Gestaltungsentwurf soll dann die Grundlage für die weitere planerische Vertiefung und Umsetzung bilden.
Einbindung von Bürger*innen und Akteur*innen
Die Mehrfachbeauftragung wird durch eine dialogorientierte Akteurs- und Öffentlichkeitsbeteiligung vorbereitet und begleitet, um frühzeitig die verschiedenen Sichtweisen einzuholen. Erster Schritt ist eine öffentliche Auftaktveranstaltung Anfang Juli 2026, bei der über das Vorhaben informiert wird und erste Rückmeldungen gesammelt werden. Auch im weiteren Prozess wird es Beteiligungs- und Dialogformate geben.
Zur transparenten und kontinuierlichen Information und Rückkopplung des Planungsprozesses wird zudem eine Begleitgruppe eingesetzt. Die Begleitgruppe, die aus Vertreter*innen der Gemeinderatsfraktionen sowie verschiedener Akteursgruppen rund um die Rempartstraße besteht, nimmt eine beratende und unterstützende Funktion wahr. Die Mitglieder bringen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven in den Prozess ein. Dies soll u. a. dazu dienen, potenzielle Interessenskonflikte frühzeitig zu erkennen und konsensfähige Lösungen zu entwickeln.