Pressemitteilung vom 20. Januar 2025

Beteiligungsbericht 2025 zeigt wirtschaftliche Entwicklung der städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe

  • Gesamtumsätze aller städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe in 2024 von 1,9 Milliarden Euro, Gesamtinvestitionen von 308 Millionen Euro
  • Gesellschaften erwirtschaften 2024 14 Millionen Euro für den städtischen Haushalt – 81 Millionen Euro leistet die Stadt zur Aufgabenerfüllung an Unterstützung für ihre Töchter und Eigenbetriebe
  • Beträchtliche Investitionen der Gesellschaften und Eigenbetriebe als große Freiburger Arbeitgeber*innen

Der Beteiligungsbericht 2025 liegt jetzt vor. Die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe bieten den Freiburger Bürger*innen vielfältige Leistungen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass es bezahlbare Wohnungen gibt, der Müll abgeholt oder die Wirtschaft und das städtische Theater gefördert werden. Weitere wichtige Leistungen sind der Betrieb des ÖPNV und der Bäder, die Versorgung mit Energie und die Entsorgung von Abwasser, die Wiedereingliederung von Menschen in den Arbeitsmarkt sowie der Neubau der Staudinger Gesamtschule.

In der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses haben die Geschäftsführungen die vielfältige Leistungsbilanz der städtischen Gesellschaften anhand eines Rückblicks auf die Jahre 2024 und 2025 vorgestellt. Am Dienstag, 3. Februar, wird sich der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung abschließend noch einmal mit dem Bericht befassen.

Oberbürgermeister Martin Horn unterstreicht die Bedeutung der städtischen Beteiligungen für Freiburgs Zukunft: „Die städtischen Gesellschaften übernehmen außerordentlich wichtige Aufgaben für uns alle in der Stadt. Wohnungsbau, Verkehrswende oder Energieversorgung und Abfallwirtschaft – damit halten sie unsere Stadt mit am Laufen. Und von den städtischen Gesellschaften, Eigenbetrieben und Zweckverbänden gehen wichtige wirtschaftliche, nachhaltige und soziale Impulse für die Wirtschaft und die Gesellschaft in Freiburg sowie die Region aus, zudem sind sie selbst große Arbeitgeberinnen. Es stehen weiterhin wichtige Investitionen an, um die Aufgaben auch in Zukunft innovativ angehen zu können. Die Mittel sind hier gut angelegt, um unsere Stadt weiterentwickeln zu können. Ein herzliches Dankeschön für dieses große Engagement für unsere Stadt – gerade in diesen herausfordernden Zeiten“, so Oberbürgermeister Martin Horn.

Der Finanzbürgermeister Stefan Breiter betont: „Die Gesellschaften erwirtschaften jeden Tag rund 5,2 Mio. Euro Umsatz und investieren jeden Tag knapp 1 Mio. Euro. Die Dimension dieser Zahlen verdeutlicht die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Freiburg und die Region. Der Beteiligungsbericht gibt dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit einen kompakten Überblick zu den vielfältigen Leistungen und zur Wirtschaftlichkeit der städtischen Beteiligungen. In den Gesellschaften und Eigenbetrieben stehen prägende Zukunftsinvestitionen an, die es mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren gilt. Die Vorstände sowie die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sind sich dieser besonderen Herausforderung bewusst und werden das Jahr 2026 mit uns in diesem Sinne gestalten.“

Im Berichtsjahr 2024 erwirtschafteten die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe einen Gesamtumsatz von 1,9 Milliarden Euro und investierten 308 Millionen Euro. Der städtische Haushalt nahm gut 14 Millionen Euro durch die Gesellschaften ein und gab 81 Millionen Euro für die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe aus. Nachdem die Ausgaben im Vorjahr wegen der Übernahme der ehemaligen Sparkasse-Tochter Entwicklungsmaßnahme Dietenbach (EMD) und deren Grundstücksankäufe zur Realisierung des Neubaugebiets Dietenbach außergewöhnlich hoch waren, bewegen sich die Ausgaben nun wieder auf dem Niveau von 2022.

Auch 2024 befanden sich die Gesellschaften in einem krisengeprägten Umfeld mit inflationsbedingten Aufwandssteigerungen und weiterhin hohen Kreditbeschaffungskosten. Die städtischen Gesellschaften konnten diese negativen Effekte jedoch gut abfedern. Insgesamt liegen die Umsätze der städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe 2024 zwar mit 1,9 Milliarden Euro 249 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Dieser Rückgang wird jedoch fast ausnahmslos von den gesunkenen Umsatzerlösen der Badenova (-205 Millionen Euro) getrieben. Wie bereits in den vergangenen Jahren ist die Badenova mit 1,4 Milliarden Euro an der Spitze der Gesellschaften mit den höchsten Umsätzen zu finden, gefolgt von der VAG mit 84 Millionen Euro, der FSB mit 83 Millionen Euro und der ASF mit 52 Millionen Euro.

Die Investitionen der städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe von 308 Millionen Euro in 2024 lagen 65 Millionen Euro über denen des Vorjahrs und verteilten sich im Wesentlichen auf die Badenova mit 122,4 Millionen Euro, auf die Stadtbau mit 88,7 Millionen Euro, auf die VAG mit 30,3 Millionen Euro und auf die ASF mit 9,4 Millionen Euro. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (ESE) gab 9,9 Millionen Euro vor allem für Kanalsanierungen und den Ausbau des Kanalnetzes aus. Der Eigenbetrieb Verwaltungszentrum und Staudinger Gesamtschule investierte in 2024 36,6 Millionen Euro überwiegend in den Freiburger 2. Bauabschnitt des Rathauses im Stühlinger (RIS).

Die Verbindlichkeiten aller Gesellschaften erhöhten sich zum 31. Dezember 2024 auf 1.042 Millionen Euro (+124 Millionen Euro). Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Gesellschaften lag 2024 mit 33,5 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert mit 34,0 Prozent. Der Schuldenstand der Eigenbetriebe erhöhte sich um 2 Millionen auf 291 Millionen Euro.

Die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe zählen zu den großen Arbeitgeber*innen in Freiburg. Dies zeigt sich in der Anzahl der Beschäftigten. Im Jahr 2024 waren im Jahresdurchschnitt 4.189 Personen inklusive 166 Auszubildenden bei den städtischen Gesellschaften und Eigenbetrieben beschäftigt.

Die städtischen Gesellschaften haben auch in 2024 viele Projekte vorangetrieben, wie exemplarisch:
  • den Bau und die Eröffnung des Außenbeckens im Westbad sowie den Umbau des Verwaltungsbüros und der Kassentheke im Faulerbad,
  • die Bestellung von 22 weiteren E-Bussen inkl. Infrastruktur,
  • die Erneuerung der Hauptbahnhof-Brücke einschließlich Aufzüge und die Erneuerung der Gleisinfrastruktur,
  • die Fertigstellung von 123 neuen Wohneinheiten im FSB-Bestand und 423 Wohneinheiten im Bau zum 31.12.2024, um die Lage auf dem Freiburger Wohnungsmarkt zu entspannen,
  • die weitere Sanierung und Instandhaltung der Bestandsimmobilien der FSB und der FSI (Knopfhäusle-Siedlung, Breisacher Hof),
  • Investitionen in Betriebsimmobilien, insbesondere das Recyclingkaufhaus „Fundfabrik“,
  • Fortsetzung der Umstellung des Fuhrparks auf nachhaltige Antriebstechniken bei der ASF,
  • den Neubau der Staudinger Gesamtschule und den Baubeginn des zweiten Bauabschnitts des neuen Rathauses im Stühlinger,
  • die Umsetzung und Fortentwicklung des Tourismuskonzepts sowie Maßnahmen im Bereich der Wirtschaftsförderung der FWTM,

Viele dieser Projekte werden auch im Jahr 2026 weiter vorangetrieben. Zudem arbeiten alle städtischen Beteiligungen und Eigenbetriebe weiter intensiv an der Umsetzung der Klimaneutralitätsziele - mit dem ambitionierten Ziel, 2035 im „Konzern Stadt Freiburg“ klimaneutral zu sein.

Als Fazit bemerkt OB Horn: „Wir packen auch in 2026 entscheidende zukunftsgerichtete Projekte gemeinsam mit unseren städtischen Gesellschaften und Eigenbetrieben an. Damit können wir trotz der herausfordernden aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation weiterhin die notwendigen Investitionen in die Zukunft unserer Stadt sicherstellen.“

Den Beteiligungsbericht gibt es online unter www.freiburg.de/beteiligungen

Veröffentlicht am 20. Januar 2026