19 Arten unter besonderem Schutz
Kommunales Artenschutzkonzept

Weltweit, aber auch in Baden-Württemberg und im Stadtkreis Freiburg gibt es immer weniger Tier- und Pflanzenarten, deren Populationen auch noch stark zurückgehen. Die Gründe sind vielfältig: Flächen werden immer intensiver genutzt, es gibt Nährstoffeinträge, einst zusammenhängende Lebensräume werden durch Straßen, Siedlungen oder landwirtschaftliche Flächen getrennt. Auch der Klimawandel und invasive, also eingewanderte Arten bringen die Ökosysteme unter Druck. Das führt dazu, dass es von einigen charakteristischen gebietsheimischen Arten immer weniger Exemplare in den einzelnen Landesteilen und auch im Stadtkreis gibt oder sie komplett aussterben.
Schon gewusst?
Zielarten
Zielarten des kommunalen Artenschutzkonzepts der Stadt sind Tierarten, die in Baden-Württemberg selten sind und auf der Gemarkung Freiburgs vorkommen. Freiburg trägt daher eine besondere Verantwortung für diese Arten und ihre spezifischen Lebensräume. Der Fokus liegt auf der Sicherung der Bestände und der Aufwertung ihrer Lebensräume. Die Arten haben dabei oft eine Vertreterfunktion für bestimmte Lebensräume und alle darin lebenden Organismen. Ihr Schutz dient also dazu, nicht nur die Art selbst, sondern auch die gesamte Lebensgemeinschaft zu erhalten.
Ein lokaler Beitrag gegen das Artensterben
Um dem Rückgang der Artenvielfalt entgegenzuwirken setzt das Umweltschutzamt seit 2010 ein kommunales Artenschutzkonzept um. Damit leistet die Stadt einen wichtigen lokalen Beitrag gegen das Artensterben, der auch global wirkt.
Im Konzept geht es um 19 Zielarten Baden-Württembergs, die in Freiburg einen wichtigen Verbreitungsschwerpunkt haben oder für die eine große Schutzverantwortung besteht. Auch die bekannten Verbreitungsräume der jeweiligen Art und die notwendigen Schutzmaßnahmen werden aufgelistet. Dabei liegt der Fokus auf Tierarten, die im Offenland oder an und in Gewässern vorkommen. Ziel ist es, diese Arten gezielt mit Schutzmaßnahmen zu unterstützen und ihre Lebensräume aufzuwerten und zu vergrößern, so dass es mehr Exemplare und Lebensräume für diese Arten im Stadtkreis gibt.
Priorisierung anhand der Roten Liste
Die Arten sind unterschiedlich priorisiert, je nachdem wir ihr Gefährdungsgrad auf der Roten Liste in Baden-Württemberg ist und welchen europäischen Schutzstatus sie haben. Durch das Konzept wird nicht nur den Arten direkt geholfen, auch Lebensräume werden aufgewertet, erweitert und gepflegt. Die meisten Arten werden regelmäßig mit einem systematischen Monitoring erfasst.
Das Artenschutzkonzept ist ein dynamisches Konzept. Aufgrund neuer Verbreitungsgebiete, Gefährdungen und Datengrundlagen schreibt das Umweltschutzamt es immer wieder fort, zuletzt im Jahr 2025. Bei der Umsetzung gibt es große Synergien mit dem städtischen Aktionsplan Biodiversität, der mit konkreten Maßnahmen die biologische Vielfalt im Stadtkreis Freiburg gesamthaft fördert.


















