„Was ’ne coole Schule!“

Der Neubau der Staudinger-Gesamtschule wurde feierlich eingeweiht

Offene Türen des Haupteingangs der Staudinger-Gesamtschule; von außen kommen Leute herein
Schlüssel zum Glück: Über den Hefezopf in Schulschlüsselform freuten sich Bürgermeisterin a. D. Gerda Stuchlik, viele Schüler*innen, OB Martin Horn, Schulleiterin Natalie Gros sowie die Bürgermeister*innen Ulrich von Kirchbach, Martin Haag und Christine Buchheit (v. l.).

Der Schuljahresbeginn war ein ganz besonderer für die Staudinger-Gesamtschule: Der zweite Bauabschnitt wurde fertig, neun Jahre nach Planungsbeginn. Unterricht und Baustelle gleichzeitig – das war nicht immer einfach. Doch jetzt läuft alles rund, und von den Schulfluren ist zu hören: Alle sind glücklich mit ihrer neuen Schule.

Das sorgte bei der feierlichen Einweihung kürzlich für große Freude bei Oberbürgermeister Martin Horn, Erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, Schulbürgermeisterin Christine Buchheit, Baubürgermeister Martin Haag und der neuen Schulleiterin Natalie Gros. OB Horn betonte, wie wichtig das Großprojekt für Freiburg ist: „Mit der neuen Staudi haben wir das größte und teuerste Bauvorhaben in der Freiburger Schulgeschichte erfolgreich abgeschlossen. 110 Millionen Euro fließen hier direkt in die Zukunft unserer Kinder.“ Schule solle nicht nur ein Ort des Wissens sein, fügte Horn hinzu, „sondern auch des Staunens, Entdeckens und des Wachsens. Ich finde, das passt super zu eurer Schule.“

Christine Buchheit ergänzte: „Als Schulbürgermeisterin freue ich mich, dass wir den 1192 Schüler*innen hier ein modernes, helles und pädagogisch wertvolles Lernumfeld bieten können.“ Baubürgermeister Haag freute sich, dass das Projekt exakt im Kosten- und Zeitrahmen geblieben ist. „Das ist nicht selbstverständlich, ganz besonders in diesen schwierigen Zeiten. Jetzt kann das Gebäude mit Leben gefüllt werden.“

„Gut Schule machen“

Das wurde es – und zwar direkt bei der Einweihung: Sowohl die Schüler*innen- als auch die Lehrer*innen-Band sorgten mit mitreißenden Songs für Stimmung. Und Lilli Härtenstein aus der Kursstufe 2 erzählte, was ihr an dem neuen Gebäude besonders gut gefällt: „Dass es so lichtdurchflutet ist.“ Schulleiterin Natalie Gros ergänzte: „Dass es so transparent und offen ist. Hier können wir gut Schule machen.“

Das hängt mit der besonderen Architektur zusammen: Jede siebenzügige Klassen­stufe hat ihren eigenen Lehrer­*innen- und Schüler*innen-Arbeitsraum, einen Inklusions­raum und einen Aufenthalts­bereich – angeordnet um einen Innenhof herum und dadurch von Tageslicht durchflutet. Bis zur achten Klasse lernen alle gemeinsam in einem Haus – unabhängig von ihrer Grundschulempfehlung. Erst dann folgt die Aufteilung auf die einzelnen Schularten.

Alle Jahrgangshäuser wiederum sind durch eine Verkehrszone verbunden, die über 100 Meter lange „Magistrale“. Daran angegliedert sind der Ganztagsbereich und die Verwaltungsräume. Außerdem wird entlang der Magistrale gelernt, gekocht, gegessen und gelesen: Im Erdgeschoss liegen die Mensa mit eigener Küche, die Lehrküchen, der Bereich „Hauswirtschaft und Textiles Werken“ sowie die Stadtteilbibliothek.

Im Frühling wird's grün

Ganz fertig sind die Bauarbeiten aber noch nicht: Ab Frühling 2026 werden die Freianlagen hergestellt, darunter auch der Eingangsbereich der Bibliothek, ein Teilstück am Bachufer, eine Fahrrad­überdachung, Grün- und Wiesenflächen, der Schulgarten und ein Basketballfeld; zuletzt folgt 2027 der Parkplatz.

Schulleiterin Gros wünschte sich zum Abschluss der Feier, „dass wir dem Gebäude mit Wertschätzung begegnen und verstehen, dass es ein großes Geschenk ist“. Und was wünscht Schülerin Lilli den künftigen Jahrgängen? „Dass sie in zehn Jahren sagen: Hey, wir waren an der Staudi. Was ’ne coole Schule!“

Hintergrund

Schon bei ihrer Gründung 1970 hatte die Staudinger-Gesamtschule ein außergewöhnliches Konzept und passte nicht in das Raster des gängigen Schulsystems. Als die Landesregierung Ende der 1980er-Jahre versuchte, das zu ändern, kam es zu Protesten und Streiks der Schulgemeinschaft. 1988 folgte ein Kompromiss: Die Staudinger wurde als „Schule besonderer Art“ ins Schulgesetz aufgenommen. Das bedeutet unter anderem, dass es keine äußere Trennung der Schüler*innen nach den Schularten Hauptschule, Realschule und Gymnasium gibt.

Bis zum Schuljahr 2016/2017 war der Gymnasialzug der Staudinger-Gesamtschule achtjährig, seit dem Schuljahr 2017/2018 ist er neunjährig. 2020 feierte die Schule ihr 50-jähriges Bestehen – das Jubiläum musste jedoch pandemiebedingt ausfallen. Im September 2022 konnte schließlich der erste Bauabschnitt eingeweiht werden.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 898 vom 8. November 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 06. November 2025