Preis würdigt literarisches Schaffen
Reinhold-Schneider-Preis 2025 verliehen

Bei einem Festakt im Historischen Kaufhaus haben Oberbürgermeister Martin Horn und Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach den Reinhold-Schneider-Preis 2025 in der Sparte Literatur verliehen. Ausgezeichnet wurden Beate Thill, Fatma Sağir, Kai Weyand und postum Marie T. Martin.
Hauptpreis für Übersetzerin, Stipendium wird geteilt
Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt die in Freiburg und Paris lebende literarische Übersetzerin Beate Thill. Die Jury aus Gemeinderät*innen und externen Fachleuten unter Vorsitz des Ersten Bürgermeisters würdigte sie als „herausragende Vermittlerin zwischen
den Kulturen und Verfechterin einer Welt gegenseitiger Anerkennung“. Thill übersetzt seit über 40 Jahren Werke der kreolischen Literatur aus der Karibik und Teilen Afrikas. Damit bringe sie dem deutschsprachigen Publikum außereuropäische Perspektiven, koloniale Erfahrungen und postkoloniale Denkweisen nahe, so die Jury.
Das mit 6000 Euro dotierte Stipendium wurde geteilt: Zum einen ging es an die in Freiburg lebende Kulturwissenschaftlerin, Übersetzerin und Autorin Fatma Sağir. Die 1974 in Anatolien/Türkei geborene Sağir verbindet in ihrer Arbeit Forschung, gesellschaftspolitische Reflexion und Literatur. So schlage sie „Brücken zu einem Lese- und Hörpublikum unterschiedlicher Herkunft und Lebensalter“, hieß es in der Begründung der Jury.
Der andere Teil des Stipendiums ging an den Freiburger lebenden Schriftsteller Kai Weyand. Der 1968 geborene Autor von Kurzgeschichten, Erzählungen und drei Romanen wurde für seine Fähigkeit ausgezeichnet, „große Themen wie Schuld, Tod, Vertrauen, Verlust und Liebe in schwebender Leichtigkeit und mit feinem Humor zu verhandeln“.
Ehrenpreis wird posthum verliehen
Mit dem Ehrenpreis würdigte die Kulturpreis-Jury posthum die 2021 im Alter von nur 39 Jahren verstorbene Marie T. Martin. Die Erzählungen, Kurzprosa und Gedichte der in Freiburg geborenen Autorin seien „voller poetischer Einfälle, sie schaffen große Resonanz und hallen lange in einem nach“, schrieben die Juror*innen.
Zu Ehren Reinhold Schneiders
Der städtische Kulturpreis wird in Erinnerung an den Schriftsteller Reinhold Schneider (1903 –1958) verliehen, der von 1938 bis zu seinem Tod im Jahr 1958 in Freiburg lebte. In seinen früheren literarischen Werken engagierte er sich gegen Unterdrückung, Rassenwahn und falsch verstandene Religiosität. Im Nationalsozialismus wurden seine Bücher verboten. Der Preis wird seit 1960 verliehen, seit 2024 jährlich in einer der Sparten „Bildende Kunst“, "Literatur“, „Musik“, „Fotografie/Film/Neue Medien“ und „Darstellende Künste“.
Alle Informationen zum Reinhold-Schneider-Preis und den Preisträger*innen unter www.freiburg.de/reinhold-schneider-preis
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 900 vom 6. Dezember 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!