Menschen unterstützen

Berufsbetreuer*innen gesucht

Ein Mann sitzt am Tisch und füllt etwas aus, ein anderer Mann steht neben ihm und hilft ihm dabei
(Foto: JackF/istockphoto.com)

Immer mehr Menschen in Freiburg sind auf rechtliche Betreuung angewiesen. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Berufsbetreuer*innen, viele werden ihre Tätigkeit in den kommenden Jahren reduzieren oder beenden. Daher werden weitere Berufsbetreuer*innen gesucht.

Warum werden Betreuer*innen gesucht?

Rund 3200 volljährige Menschen werden im Stadtgebiet durch durch rechtliche Betreuer*innen unterstützt. Etwa zwei Drittel dieser Betreuungen – rund 2200 – werden beruflich geführt. Davon übernehmen rund 1600 Fälle selbstständige Berufsbetreuer*innen mit Büro- oder Wohnsitz in Freiburg. Insgesamt sind dies derzeit 90 Personen.

Im Durchschnitt betreut jede dieser Fachkräfte 17 Menschen. Tatsächlich verteilt sich die Arbeit jedoch ungleich: Während viele 20- bis 50-Jährige die Tätigkeit nebenberuflich ausüben, stemmen vor allem über 60-Jährige einen Großteil der Fälle. Rund 940 Betreuungen liegen in ihren Händen. Und mit dem demografischen Wandel wächst der Unterstützungsbedarf weiter. Gleichzeitig werden viele erfahrene Betreuer*innen ihr Arbeitspensum altersbedingt reduzieren oder ihre Tätigkeit ganz beenden.

Warum gibt es Berufsbetreuer*innen?

Volljährige Menschen, die aufgrund einer diagnostizierten Erkrankung oder Behinderung ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können, haben Anspruch auf eine rechtliche Betreuung. 

Komplexe Problemlagen und krankheitsbedingte Verhaltensweisen können Angehörige oder Ehrenamtliche überfordern. In solchen Fällen übernehmen speziell qualifizierte Berufsbetreuer*innen die Verantwortung.

Rechtliche Betreuung ist dabei klar abgegrenzt: Sie umfasst keine pflegerischen oder medizinischen Leistungen. Seit 1992 ersetzt sie die frühere Vormundschaft über Volljährige und konzentriert sich ausschließlich auf festgelegte Aufgabenbereiche.

Was macht ein*e Berufsbetreuer*in?

Sie helfen psychisch kranken und Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen, die ihre Angelegenheiten nicht (mehr) selbst regeln können.

In ihr Aufgabengebiet zählen unter anderem das Prüfen von Rechnungen, das Ausfüllen von Anträgen oder das Abschließen von Verträgen. Sie kennen sich nicht nur rechtlich aus, sondern können auch gut mit unterschiedlichen Menschen reden und einfühlsam sein.

Die Tätigkeit als Berufsbetreuer*in gilt als anspruchsvoll und abwechslungsreich. Sie ermöglicht eigenverantwortliches Arbeiten in selbstständiger Form und bietet Einblicke in unterschiedliche Lebenssituationen und Fragestellungen.

Die notwendigen Voraussetzungen für diese Tätigkeit bringen Sozialarbeiter*innen und Jurist*innen mit. Quereinsteiger*innen sind aber ebenfalls willkommen. Allerdings müssen sie durch Fortbildungen und Seminare Sachkunde erwerben, welche sie selbst bezahlen müssen.

Stadt bietet Beratung und Mentoring

Für Interessierten bietet die städtische Betreuungsbehörde kostenlose Beratungsgespräche für den Weg in die Selbständigkeit als Berufsbetreuer*in an. Einsteiger*innen sowie Erfahrene können sich jederzeit an die Behörde wenden, wenn es Fragen zu konkreten Fällen gibt.

Ergänzend finden monatliche Mentoring-Treffen statt. Sie dienen dem fachlichen Austausch, der Klärung von Praxisfragen und der Vernetzung untereinander.

Wer sich genauer informieren möchte, kann sich an susanne.plau@freiburg.de oder telefonisch an 0761 201-3740 wenden.

Veröffentlicht am 17. Februar 2026