Sanierung im Schnellverfahren
Wentzinger-Sporthalle nach den Sommerferien wieder am Start

Sie wird vielleicht als Rekordbaustelle in die Freiburger Geschichte eingehen: Kaum ein Jahr nach Beginn der Planungen werden die Sanierungen an Dach und Hallenboden der Wentzinger-Sporthalle voraussichtlich pünktlich zum Ferienende abgeschlossen.
Undichtes Dach
Undichtigkeiten am Dach und in der Folge massive Wasserschäden im Hallenboden hatten eine Sanierung unaufschiebbar gemacht. Seit Februar dieses Jahres war die Halle dann komplett gesperrt – katastrophal für den Schulsport und die vielen Vereine, die in der Halle normalerweise trainieren und spielen.
Unter der Projektleitung von Jürgen Ichterz hat das Immobilienmanagement (IMF) der Stadt dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Sanierung zu planen, die Bauleistungen auszuschreiben und alle Firmen so zu koordinieren, dass zum Start des neuen Schuljahres tatsächlich wieder regulärer Betrieb möglich ist. Restarbeiten auf dem Dach, bei der Montage der PV-Anlage und in den Umkleiden werden aber noch ein bisschen länger dauern. „Wir haben alle Spielräume ausgereizt“, sagte Amtsleiter Ulrich Becht – und machte zugleich deutlich, dass dieses Tempo nicht bei allen Vorhaben zu halten sein wird.
„Das Beste, was es gibt“
Beim Vor-Ort-Termin zeigten die Fachleute zunächst die neue Dachabdichtung. Hier kam Foamglas zum Einsatz, ein Dämmstoff aus geschäumtem Glas. Der ist besonders haltbar, kann sich nicht mit Wasser vollsaugen und verhindert durch vollflächige Verklebung, dass eventuell eintretendes Wasser an einer ganz anderen Stelle wieder austritt und damit die Fehlersuche erheblich erschwert. Kurzum, so Becht: „Das Beste, was es gibt.“ Auch statisch hat der leichte Zauberstoff Vorteile: Auf ihm ist die Montage der vorgeschriebenen Solaranlage (mit einer Leistung von 93 Kilowatt Peak) ohne zusätzliche Kiesschüttung möglich, wie sie bei konventionellen Dämmungen zum Einsatz kommt – hier aus statischen Gründen aber ausscheidet. Komplett erneuert wurden auch die rund 3200 Quadratmeter Lichtbänder – sie waren zuvor eine der Hauptquellen des Wassereintritts.
Motorbetriebene Zuschauertribüne
Im Innern der Dreifeld-Halle sind die Arbeiten ebenfalls weit fortgeschritten. Bereits fertig ist das taghelle neue LED-Licht. „Ich hab dich nicht gesehen“, kann künftig keine Ausrede mehr für Fehlpässe sein. Nicht sichtbar, aber wirkungsvoll sind die 840 neuen Laufrollen samt Lager, auf denen die Zuschauertribüne ein- und ausfährt – jetzt übrigens komplett motorbetrieben, bislang haben die äußeren Teile Handarbeit erfordert.
Mehr als zufrieden waren auch die anwesenden Vertreter vom Bündnis Hallensport und Sportkreis Freiburg. Dessen Vorsitzender Hans-Jürgen Muri lobte die guten Gespräche mit der Stadtverwaltung: „Die Kommunikation flutscht!“ Auch Amtsleiter Becht schätzt diesen Austausch: „Auf manche Lösungen kommt man erst, wenn man miteinander redet.“
Weitere Sanierungen stehen an
Die positiven Erfahrungen sollen auch in die nächsten beiden anstehenden Sanierungsprojekte einfließen: Die Gerhard-Graf-Halle in der Innenstadt sowie die Jahnhalle in Zähringen sind ebenfalls nicht mehr ganz dicht. Man werde aber, so Becht, priorisieren müssen. Sein Amt ist für 500 städtische Gebäude zuständig, viele davon aus derselben Altersklasse wie die Wentzinger-Sporthalle und damit in ähnlichem Zustand. Die Sanierung dort kostet allein 2,8 Millionen Euro, das vom Gemeinderat zusätzlich bereitgestellte Budget für Hallensanierungen von 1,5 Millionen Euro ist jetzt also schon aufgebraucht und hat gerade mal zur Hälfte gereicht: „Den Rest haben wir aus dem allgemeinen Bauunterhalt gestemmt“, sagte zum Abschluss Manuela Riesterer vom IMF.
Weitere Infos zu der Vorhabenliste für Bau- und Planungsprojekte gibt es hier.
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 891 vom 12. Juli 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!