62. Sitzung | 5. Dezember 2024, 14 Uhr
TOP 1: Neubau eines Wohnhochhauses
2. Weiterentwicklung aus Sitzung am 13. Juli 2023 und 1. Februar 2024
Auwaldstraße 13 | Landwasser
Bauherr*in: UNMÜSSIG Bauträgergesellschaft Baden mbH, Freiburg
Planverfasser*in: WWA Architekten Wöhr Heugenhauser Johansen PartmbB, München
Protokoll
Auf der Grundlage der Variante 2, die im Rahmen der Baukörperstudien in Massenmodellen favorisiert wurde, hat das Konzept eine konsequente Weiterentwicklung erfahren. Im November wurde auf Grundlage der favorisierten Baukörperkonstellation auch bereits der Aufstellungsbeschluss für den Vorhaben bezogenen Bebauungsplan A “Auwaldstraße 13“ beschlossen. Die 2. Weiterentwicklung des Projektes umfasst Konkretisierungen in den Grundrissorganisationen sowie Fassadenstudien. Für die Organisation der Grundrisse ist dem Bauherrn wichtig, dass die Anforderungen der Förderfähigkeit erfüllt sind. Ebenso wird darauf Wert gelegt, dass ein breiter Wohnungsmix aus 1 – 4 Zimmerwohnungen realisiert wird.
Der Gestaltungsbeirat befürwortet grundsätzlich die Weiterentwicklung des Projektes. Insbesondere die Verlegung der Zu- und Abfahrt der Parkgarage nach Norden ist ein Gewinn für die stadträumliche Qualität an der Auwaldstraße. Begrüßt wird auch die Absicht, überall dort, wo man den gewachsenen Boden unmittelbar erreichen kann, so viele Bäume wie möglich und gestalterisch angemessen zu pflanzen.
Trotz der im Prinzip guten Weiterentwicklung des Projektes bittet der Gestaltungsbeirat um Klärungen offener Fragen, erforderlichen Nachweisen und Berücksichtigung einiger Empfehlungen:
- Unklar sind die Anzahl der Wohneinheiten, das Wohnungsgemenge und die damit verbundene Anzahl der Stellplätze. Der erforderlichen Nachweise müssen noch in nachvollziehbarer Form erbracht werden.
- Ebenso muss die Übereinstimmung der Grundrisse mit den Fassaden hergestellt werden. Dies ist für einige der vorgestellten Fassaden, insbesondere in Hinblick auf die unterschiedlich weit auskragenden Balkone noch nicht stimmig.
- Bezüglich der vorgestellten Fassaden sollte die Idee, die Hochhausfassade im Bereich der freifinanzierten Wohnungen „bewegter“ und facettenreicher zu gestalten, nicht weiterverfolgt werden. Angesichts der Präsenz des Hochhauses im Stadtraum sollte die Fassade einheitlich und möglichst filigran gestaltet werden, wobei die Idee, durch zweigeschossige Fassadenbereiche die bloße einheitliche Schichtung auch mal zu durchbrechen und kleine vertikale Gärten zu ermöglichen, begrüßt wird.
- Grundsätzlich teilt der Gestaltungsbeirat das gestalterische Prinzip, das vordere Gebäude anders als das Hochhaus zu gestalten und dennoch die Zusammengehörigkeit deutlich zu machen. Die Schaubilder zeigen dazu aber noch keine stimmige Lösung.
- Die Begrünungen der Flachdächer aller drei Gebäudeteile sollten noch umfangreicher sein. Ebenso sollte auch der Versiegelungsgrad im Erdgeschoss und auf dem Hofplateau zugunsten von maximaler Grünfläche reduziert werden. Auch die Treppenanlage bietet noch Begrünungsmöglichkeiten, was eventuell auch hilft, die notwendige sozialräumliche Differenzierung zwischen öffentlicher Nutzbarkeit der Treppe und gemeinschaftlicher Nutzung des Hofplateaus zu unterstreichen. Und schließlich muss die Unterhaltung der Balkongärten technisch und organisatorisch sichergestellt sein.
- Das vordere Gebäude an der Straßenkreuzung wie auch der Verbindungstrakt parallel zur Elsässerstraße sind barrierefrei nur über die Aufzugsanlage des Hochhauses zu erreichen. Der Beirat empfiehlt deshalb zu prüfen, wie eine eigenständige, barrierefreie Erschließung dieser Gebäude und damit auch eine identifizierbare Adressierung hergestellt werden können.
Der Gestaltungsbeirat dankt dem Bauherrn und Architekten für die gute Weiterentwicklung. Eine Notwendigkeit für eine erneute Vorlage in öffentlicher Sitzung sieht der Beirat nicht. Die notwendigen Nachweise, Konkretisierungen und Überarbeitungen können im Dialog mit dem Stadtplanungsamt und mit dem Baurechtsamt erfolgen. Der Gestaltungsbeirat sollte aber über den weiteren Fortgang des Bauvorhabens informiert bleiben.