Engagement im Stadtwald
Bergwaldprojekt für stabile Mischwälder
Das Bergwaldprojekt ist wieder da. Von Sonntag, 27. September, bis Samstag, 10. Oktober, engagieren sich in zwei Projektwochen über 40 Freiwillige aus ganz Deutschland erneut im Stadtwald für einen naturnahen Wald und die Artenvielfalt. Ihre Aufgaben dabei: Pflanzung, Einzelschutz, Bachverbau und Steigbau.
Pflanztag mit 110 Teilnehmenden
Parallel zu diesen Projektwochen organisiert das Bergwaldprojekt in Kooperation mit dem städtischen Forstamt am Samstag, 3. Oktober, einen großen Pflanztag mit fast 110 Teilnehmenden. Auch dieser Einsatz findet im Revier Schauinsland statt.
Gemeinsam werden alleine an diesem Tag 2000 standortheimische Weißtannen gepflanzt und vor Wildverbiss geschützt, damit sie ungestört aufwachsen können. Auch hier geht es, neben dem tatkräftigen Anpacken, darum, die Freiwilligen für die Bedrohungen unserer natürlichen Lebensgrundlagen und einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen zu sensibilisieren.
Freiwillige pflanzen Weißtannen
Seit 2001 läuft die Kooperation zwischen dem Bergwaldprojekt und dem Freiburger Forstamt. In diesem Jahr pflanzen die Freiwilligen in den beiden Projektwochen unter Anleitung von Nana Schleißing vom Bergwaldprojekt Weißtannen und schützen sie vor Wildverbiss.
Der Charakterbaum des Schwarzwalds gilt in höheren Lagen hinsichtlich der Klimakrise als resilient, weil er dank des ausgeprägten Pfahlwurzelsystems Wasser auch in tiefen Bodenschichten erreichen und dadurch Trockenperioden überstehen kann. Darüber hinaus ist die Weißtanne bei Stürmen besonders standfest. In schneereichen Wintern dienen ihre frischen Zweige und Zapfen vielen Tierarten als energiereiche Futterquelle.
Bodenerosion verhindern
Außerdem verbauen die Teilnehmenden im Bergwald einen Bach im Holzkastenverfahren, um die Bodenerosion durch Starkregenereignisse zu verringern.
Zu guter Letzt werden die Wege und Natursteinmauern in den sogenannten Metz’schen Gärten im Forstrevier Roßkopf in Stand gesetzt.
Naturnahe Wälder erhalten
Die immensen Waldschäden durch Hitze und Dürre der vergangenen Jahre belegen, dass wir auf widerstandsfähige, naturnahe Wälder angewiesen sind.
Sie speichern und filtern Trinkwasser; bieten Schutz vor Erosion, Hochwasser, Steinschlag und Lawinen; kühlen und befeuchten die Landschaft; reinigen die Luft; speichern Kohlenstoff; und ermöglichen die nachhaltige, lokale Nutzung des nachwachsenden, vielseitigen Rohstoffes Holz.
Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Natürliche Waldgesellschaften sind Lebensgemeinschaften zahlreicher Arten und deshalb von enormer Bedeutung für die Biodiversität. Übergeordnetes Ziel der aktuellen Arbeiten ist es, einen artenreichen und klimastabilen Wald der Zukunft zu schaffen.
Wald ist nicht nur Rohstofflieferant, Freizeitstätte und Arbeitsplatz, sondern auch und vor allem Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.
Philipp Schell, Leiter des Forstreviers Schauinsland
Neue Beziehung zur Natur entwickeln
Mit den aktuellen Vorhaben setzt das Bergwaldprojekt seine vor über 20 Jahren begonnenen Arbeitseinsätze mit Freiwilligen am Schauinsland fort. Die Teilnehmenden lernten bei ihrer gemeinsamen Arbeit nicht nur die enorme Bedeutung von Wäldern für Klima und Biodiversität kennen, erklärt Projektleiterin Nana Schleißing. Sie entwickelten auch neue Beziehungen zur Natur.
Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert oftmals dazu, den eigenen Alltag naturverträglicher und damit zukunftsfähiger zu gestalten. Das trägt zur notwendigen sozial-ökologischen Transformation bei.
Projektleiterin Nana Schleißing
Bildungsarbeit begleitet Einsätze
Die Einsatzwochen werden von Bildungsarbeit begleitet und in einen größeren Umwelt- und Nachhaltigkeitszusammenhang gesetzt. In jeder Bergwaldprojekt-Woche ist zudem eine Exkursion vorgesehen, auf der die vielfältigen Aspekte des Ökosystems vor Ort näher beleuchtet und seine Bedeutung und Bedrohung verständlich gemacht werden. Das konkrete Beispiel hilft dabei, die globalen ökologischen Krisen zu veranschaulichen.
Untergebracht werden die Helfer*innen für die Wochen in einer Hütte des Forstamtes im Bergwald. Köch*innen des Bergwaldprojekts kümmern sich um die vegetarische, biologische, möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Ehrenamtlichen.
Bergwaldprojekt an 90 Standorten in Deutschland
Das Bergwaldprojekt organisiert seit mehr als 35 Jahren Freiwilligeneinsätze in Wald, Moor und Offenlandschaften. 2026 bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland rund 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden 170 Projektwochen an 90 Standorten in allen Regionen Deutschlands statt.
Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten. Dieses Jahr finden zudem 20 einzelne Einsatztage in ganz Deutschland statt, an denen standortheimische Bäume gepflanzt werden.
Das Bergwaldprojekt finanziert seine Arbeit größtenteils aus Spenden. Für den Einsatz der letzten Jahrzehnte mit mehr als 50.000 Freiwilligen wurde der Verein vom Bundesamt für Naturschutz als UN-Dekade-Projekt zur Wiederherstellung der Ökosysteme ausgezeichnet.
