Pressemitteilung vom 4. Februar 2026

Der Freiburger Integrationspreis 2025 geht an vier Vereine und eine Einzelperson:

Ali Alsbih - Stadtpiraten - Bildung für alle - Sektion Freiburg-Breisgau des Deutschen Alpenvereins - Freiburger Wahlkreis 100%

Bereits zum 14. Mal hat die Stadt den Freiburger Integrationspreis verliehen. Um dem vielfältigen Engagement der Freiburger*innen Respekt zu zollen, lud Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach am heutigen Mittwoch zu einer Feierstunde in den Historischen Ratssaal ein. „Ob Sprachkurse, Kinderbetreuung, gemeinsames Wandern oder Demokratiebildung – ich bin beeindruckt, mit welcher Kreativität sich viele Menschen in unserer Stadt Tag für Tag für Integration einsetzen – abseits des Rampenlichts. Alle vorgeschlagenen Initiativen, Institutionen und Einzelpersonen hätten einen Preis verdient. Die Auswahl haben wir uns nicht leicht gemacht“, so Ulrich von Kirchbach.

Insgesamt sind 35 Bewerbungen eingegangen. Eine Jury aus Gemeinderät*innen und Mitgliedern des Migrantinnenbeirats unter Vorsitz des Ersten Bürgermeisters hat diese gesichtet und fünf Preisträger ausgewählt – letztes Jahr waren es vier. Es wurden zwei erste Plätze und drei zweite Plätze vergeben. Das Preisgeld hat die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau in diesem Jahr erneut mit 2000 Euro auf insgesamt 6000 Euro aufgestockt. Für den ersten Preis gab es jeweils 1500 Euro, die zweitplatzierten Initiativen können sich über je 1000 Euro freuen.

Ali Alsbih erhält ersten Preis für seinen unermüdlichen Einsatz für die nach Armenien abgeschobene Freiburger Pflegerin Zoufinar Murad

Einer der beiden ersten Preise geht in diesem Jahr an eine Einzelperson, den Freiburger Ali Alsbih. Er steht stellvertretend für ein Netz an Unterstützer*innen, die über Jahre alle Möglichkeiten genutzt haben, die nach Armenien abgeschobene Pflegerin Zoufinar Murad zurück nach Freiburg zu holen. Ihre Abschiebung im August 2022 hatte viele Menschen aus ihrem Umfeld erschüttert und empört. Sie wurde während ihrer Nachtschicht im St. Carolushaus überrascht und in ein Land gebracht, dessen Pass sie zwar hatte, das aber nie ihr Lebensmittelpunkt war. Anders als manch vergleichbare Geschichte ging diese mit einem Happy End aus: Mit viel Geduld und Durchhaltevermögen haben es Ali Alsbih und weitere Engagierte erreicht, dass Zoufinar Murad 2025 legal nach Freiburg zurückkommen konnte. Hier absolviert sie nun ihre Pflegeausbildung im St. Carolushaus. Der Verein Fairburg hat Ali Alsbih für den Intergrationspreis vorgeschlagen. Die Jury war sich einig, dass Alsbih mit seinem unermüdlichen Einsatz und dem beharrlichen Ringen um Gerechtigkeit ein starkes Zeichen für Menschlichkeit gesetzt hat.

Weiterer erster Preis geht an den Verein Stadtpiraten für integrative Angebote für Kinder, Teens und Eltern mit Fluchthintergrund

Die Stadtpiraten sind seit Jahren eine feste Größe in der Unterstützung und Förderung Geflüchteter in Freiburg. Sie stärken geflüchtete Kinder, Jugendliche und Eltern und schaffen Möglichkeiten zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, zur Entfaltung neuer Fähigkeiten und zum Wachstum sozialer Kompetenzen. Ihr Leitsatz „Du bist gewollt, begabt und geliebt“ kommt bei den Menschen an. Für ihr langjähriges Engagement werden sie mit dem – geteilten – ersten Preis gewürdigt.

Verein Bildung für alle bekommt den zweiten Preis für Sprachkurse für Zugewanderte und Geflüchtete

Sprache ist der essentielle Schlüssel zur Teilhabe an Bildung und gesellschaftlicher Integration. Der Verein Bildung für alle unterstützt Geflüchtete von Anfang an beim sprachlichen Ankommen in unserer Gesellschaft – und das seit mittlerweile zehn Jahren. Dank des großen Engagements von rund 50 Ehrenamtlichen kann der Verein kostenfreie Sprachkurse anbieten. Dabei geht es nicht nur ums Bewältigen sprachlicher Hürden. Die Teilnehmenden werden auch gestärkt und motiviert, andere Herausforderungen im Integrationsprozess mutig anzugehen. Dafür erhält der Verein den zweiten Preis.

Zweiter Preis für die Allpinistas der Sektion Freiburg-Breisgau des Deutschen Alpenvereins

Allpinistas ist ein Projekt der Sektion Freiburg-Breisgau des Deutschen Alpenvereins, das Bergsportangebote inklusiver gestalten möchte. Die Vielfalt unserer Gesellschaft auch im Bergsport sichtbar und erlebbar zu machen, ist die tragende Idee von Allpinistas. Willkommen sind alle, unabhängig von sozialen, finanziellen, körperlichen Voraussetzungen, Alter, Herkunft oder sexueller Orientierung. Menschen mit Fluchtgeschichte und Migrationserfahrung sind dabei eine wichtige Zielgruppe. Beim Klettern am Fels, bei Wanderungen oder mehrtägigen Ausfahrten geht es ums Wegefinden und Ankommen im doppelten Sinne – auf dem Berg wie in unserer Gesellschaft. Das Angebot „Climb & Coffee“ richtet sich speziell an geflüchtete Familien und lädt ein, sich beim Klettern in einem entspannten Rahmen zu begegnen. Für diese wichtige Arbeit gibt es einen weiteren zweiten Preis.

Weiterer zweiter Preis geht an den Freiburger Wahlkreis 100 % für das Projekt Democracy Crew 100 %

Die politische Teilhabe von jungen Menschen mit Migrationshintergrund in Freiburg stärken, darum geht es beim Projekt Democracy Crew 100 %. Seit 2023 realisiert der Freiburger Wahlkreis 100 % kreative Formate – von Playlist-Wahlen über Rap-Challenges bis zu Tanz- und Medienprojekten. Junge Menschen bekommen dabei die Möglichkeit, demokratische Strukturen und wichtige Akteure besser kennenzulernen, so dass sie selbstbewusst in politische Prozesse eingreifen können – auch wenn sie (noch) kein Wahlrecht haben. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg gefördert – und nun auch von der Stadt ausgezeichnet.

Veröffentlicht am 04. Februar 2026