Gemeinderat beschließt Strategiekonzept für die Freiburger Innenstadt

Die City für die Zukunft wappnen

belebte Kaiser-Joseph-Straße
Eine belebte Innenstadt ist Ziel des jetzt beschossenen Strategiekonzepts.

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat ein Strategiekonzept für die Freiburger Innenstadt beschlossen. Damit will die Stadt auf Veränderungen reagieren, die – wie in anderen Städten auch – durch Pandemiefolgen, Onlinehandel und globale Krisen beschleunigt wurden.

Das vom Stadtplanungsamt gemeinsam mit zahlreichen Akteur*innen erarbeitete Konzept dient als Leitlinie für die künftige Entwicklung. Auftakt war 2022 mit einem Innenstadtkolloquium; im Anschluss bewarb sich Freiburg für das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ und bekam noch im selben Jahr den Zuschlag für Fördermittel in Höhe von 1,18 Millionen Euro.

Das Geld floss in Projekte wie die Neugestaltung des Colombiparks oder Pop-up- Stores und in die Ausarbeitung des Strategiekonzepts, in dem viele Ideen und Empfehlungen gebündelt wurden: etwa dazu, wie der öffentliche Raum begrünt und an den Klimawandel angepasst werden kann, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Weitere Themen sind Barrierefreiheit, die Schaffung konsumfreier und gemeinwohlorientierter Orte sowie der Wandel und die künftige Nutzung großer 
Warenhäuser.

„Mit Leben füllen“


„Auch der Tanzbrunnen wurde mit Mitteln des Innenstadtkonzepts saniert“, betonte Timothy Simms von den Grünen zum Auftakt der Gemeinderatsdebatte. Mit dem vorliegenden Konzept könne der Stärkungsprozess der Innenstadt beginnen. „Nun gilt es, dieses mit Leben zu füllen.“

SPD/Junges-Freiburg-Stadtrat Ludwig Striet mahnte, dass die Innenstadt mit den vielen verschiedenen Erwartungen fast schon überladen werde. „Wichtig ist, dass wir alle relevanten Gruppen miteinbeziehen – nicht nur die lautesten, sondern auch junge Menschen und Wohnungslose.“

„Wir begrüßen das Konzept und hoffen, dass daraus etwas entsteht“, sagte Sophie Kessl von Freiburg for You – etwa ein „entsiegelter Karlsplatz und konsumfreie Räume“.

 Johannes Gröger von den Freien Wählern bemängelte, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt sowie die Gastronomie und Hotellerie zu wenig bedacht worden seien. „Wir werden zustimmen, aber hoffen auf ein allumfassendes Konzept, das weit über das heutige hinausgeht.“

AfD-Stadtrat Karl Schwarz warnte, konsumfreie Räume bedeuteten „weniger Wertschöpfung und mehr Problemklientel“. Die AfD lehne das Konzept ab, denn: „Wir wollen echte Verbesserungen und kein Srategiepapier.“ Dem widersprach FDP/BfF-Stadtrat Franco Orlando: Das Konzept sei wichtig, und alle wichtigen Akteure seien miteinbezogen worden. Er wolle den „Fokus auf das richten, „was sich positiv entwickelt hat“. Als letzter Stadtrat bemängelte Markus Schillberg von Kultur/Inklusion, dass in dem Konzept die Situation der Clubs und der Aspekt Barrierefreiheit fehlten.

„Auf einem guten Weg“

„Da ist richtig viel passiert“, sagte Oberbürgermeister Martin Horn abschließend und nannte als Beispiele für „sichtbare Veränderungen“ die neue Händler*inneninitiative „Gemeinsam Freiburg“, das „Fashion and Food Festival“, die Grünoasen und den Colombipark. „Das hier ist kein langweiliges Konzept. Der Spirit der Innenstadt hat an Fahrt aufgenommen, wir sind auf einem guten Weg.“

Auch Baubürgermeister Martin Haag betonte, dass sich eine Menge verändert habe: „In der Innenstadt selbst, aber vor allem in der Stimmung und Kooperation mit den Händlern und Grundstückseigentümern. Sie haben viel Verständnis entwickelt, etwa für die Fernwärmebaustellen vor ihrem Laden.“ Klar sei aber: „Das heute ist nicht der Abschluss, sondern nur ein Zwischenschritt. Wir werden immer wieder über dieses Thema reden.“

Eine große Mehrheit bekam anschließend ein interfraktioneller Änderungsantrag. Darin wird die Stadtverwaltung aufgefordert, im ersten Quartal 2026 einen Umsetzungsplan mit Maßnahmen für die nächsten fünf Jahre vorzulegen. Ebenfalls mit großer Mehrheit wurde anschließend das Strategiekonzept verabschiedet.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 893 vom 9. August 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 08. August 2025