Bis zum Kappler Knoten

Linie 1 soll verlängert werden

Höllentalbahn auf der rechten Seite, Rasenfläche in der mitte und Hecken und Bäume auf der linken Seite.
Derzeit hält die Stadtbahn der Freiburger Verkehrs AG (VAG) gar nicht in Littenweiler, die letzte Haltestelle der Linie 1 ist noch in Waldsee. Bald soll die Stadtbahn bis zum Kappler Knoten führen, wo auch die Höllentalbahn hält.

Die seit Langem geplante Verlängerung der Stadtbahn Littenweiler bis zum Kappler Knoten kann kommen. Einstimmig hat der Gemeinderat die Satzung der dafür notwendigen Bebauungsplanänderung beschlossen. Bevor es losgehen kann, muss aber zunächst die Sanierung der Kappler Straße abgeschlossen werden.

Ohne weitere Diskussionen haben die Mitglieder des Gemeinderats einen Haken an ein wichtiges Stadtbahnprojekt gesetzt. Die Linie 1 soll künftig nicht nur Littenweiler im Namen tragen, sondern tatsächlich auch dorthin fahren. Bislang ist das nicht der Fall: Die (in Zukunft überflüssige) Wendeschleife an der Laßbergstraße liegt noch im Stadtteil Waldsee.

Parkhaus für Pendler

Von der bisherigen Endhaltestelle führt die Trasse der verlängerten Stadtbahn durch die Lindenmatten­straße zum Bahnhof Littenweiler, wo der Umstieg in die S-Bahn möglich ist. Von dort geht es auf der Nordseite der Bahnstrecke schnurgeradeaus bis zum Kappler Knoten. Dort erlaubt der Bebauungsplan ein maximal viergeschossiges Parkhaus. Für den gesamtstädtischen Bedarf hält die Verwaltung aber eine Variante mit drei Geschossen und etwa 350 bis 370 Parkplätzen für ausreichend. Außerdem wird die Endhaltestelle zur Mobilitätsstation mit Leihrädern, Carsharing und Umstieg in städtische und regionale Buslinien.

Da die VAG bis zur angepeilten Inbetriebnahme Anfang 2030 ausschließlich Zweirichtungsfahrzeuge im Einsatz hat, ist an der Endhaltestelle keine Wendeschleife mehr erforderlich. Nicht zuletzt deswegen können auch große Teile der heutigen Unterkunft für Geflüchtete erhalten bleiben. Auch die Wendeschleife an der Laßberstraße wird nach dem Ausbau nicht mehr benötigt. Die dort frei werdenden Flächen stehen dann für eine städtebauliche Entwicklung zur Verfügung.

Kein langer Rückstau

Besonderes Augenmerk hat das Garten- und Tiefbauamt auf die Verkehrssituation in der Lindenmattenstraße vor dem Bahnübergang gelegt. Durch die gemeinsame Ampelanlage verlängern sich die Wartezeiten bei geschlossenem Bahnübergang nur unwesentlich – längere Rückstaus sind nicht zu erwarten.

Um die Wohngebiete südlich der Höllentalbahn gut an die neue Stadtbahnlinie anzuschließen, sind zwei neue, zusätzliche Bahnübergänge an den neuen Haltestellen Kappler Knoten und Römerstraße vorgesehen. Diese beiden Gleisquerungen brauchen aber noch eine separate Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium. Das Garten- und Tiefbauamt geht davon aus, dass beide Übergänge genehmigt werden – falls nicht, wird die Stadtbahnverlängerung trotzdem gebaut, da wesentliche Ziele – insbesondere die bessere Anbindung der östlichen Umlandgemeinden und eines Großteils der Bevölkerung im Freiburger Osten – trotzdem erreicht werden.

Enges Baufenster

Der Bau der neuen Stadtbahntrasse steht in engem Zusammenhang mit zwei weiteren Großprojekten. Aktuell läuft die Sanierung der Kappler Straße, die noch bis Anfang 2027 dauert. Außerdem plant das Regierungspräsidium eine umfassende Sanierung des Kappler Tunnels der B 31, während der eine leistungsfähige Umfahrung zur Verfügung stehen muss. Der Stadtbahnbau kann daher erst nach der Straßensanierung beginnen und muss an den neuralgischen Punkten vor Beginn der Tunnelsanierung abgeschlossen sein. Teilweise werden die Arbeiten aber auch parallel stattfinden, allerdings ohne sich gegenseitig zu behindern. Die Inbetriebnahme der Stadtbahn soll spätestens im Jahr 2030 erfolgen.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 892 vom 26. Juli 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Unabhängig davon laufen derzeit die Gleisarbeiten an den Stadtbahnlinien 1 und 3. Für die Sommerferien sind diese Strecken auf Höhe Rathaus im Stühlinger/Bissierstraße unterbrochen. Weiter Infos dazu gibt es hier.

Veröffentlicht am 25. Juli 2025