Pressemitteilung vom 21. Juli 2025
Richtfest im Stühlinger: Der Rohbau für Freiburgs neues Familienrathaus steht
- Jetzt geht es an Dach, Fassaden und Innenausbau. Fertigstellung für Ende 2026 geplant, Nutzung ab 2027
- Im Bauteil B des preisgekürten Rathauses bündelt die Stadt künftig ihren Verwaltungsbereich Familien
An der Seite des bundesweit beachteten, mehrfach preisgekürten Rathauses im Stühlinger (RiS A) sprießt seit Monaten ein zweites Verwaltungsgebäude empor – das sogenannte RiS B. Wiederum als Teil eines städtebaulichen Gesamtkonzepts, wiederum als modernes Gebäude für die Menschen und die Mitarbeitenden der Stadt – und wiederum mit einem vorbildlichen Energiekonzept, dass in Sachen ökologische Standards selbst das hochgepriesene Energiekonzept des RiS A nochmals übertrifft.
Die Arbeiten unter der Regie des städtischen Immobilienmanagements (IMF) sind so weit fortgeschritten, dass heute mit dem Architekten Christoph Ingenhoven und 210 geladenen Gästen der nächste Meilenstein gefeiert werden konnte: das Richtfest.
Zur Begrüßung hob Oberbürgermeister Martin Horn hervor: „Wir feiern das Richtfest nur ein Jahr nach der Grundsteinlegung, das zeigt, wie gut wir bei diesem zentralen Großprojekt vorankommen. Mit dem Familienrathaus investieren wir in unser Verständnis von Stadtverwaltung – offen, erreichbar, gut vernetzt und ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Familien und Mitarbeitenden gleichermaßen. Wir setzen unseren Weg fort: hin zu einer modernen Arbeitswelt, zu besseren Services für die Menschen in unserer Stadt und zu einer nachhaltigen, zukunftsfesten Infrastruktur.“
Baubürgermeister Martin Haag betonte: „Als Hausherr, Bauherrenvertreter und Nachbar bin ich begeistert, wie schnell und professionell unser zweites Rathaus entstanden ist. Das RiS B setzt neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Technik, mit Photovoltaik an Dach und Fassade und mit modernster Gebäudetechnik. Mein besonderer Dank gilt allen Handwerkerinnen und Handwerkern, allen Planungs- und Projektbeteiligten und den städtischen Mitarbeitenden für ihre hervorragende Arbeit.“
Es entsteht nicht einfach ein Verwaltungsgebäude, das neue Rathaus ist Teil eines städtebaulichen Gesamtkonzepts und ein modernes Gebäude für die Menschen und Mitarbeitenden der Stadt. Die Kubatur von RiS B entspricht etwa der von RiS A (allerdings ohne die Halle im Erdgeschoss). Die Bruttogrundfläche über alle Etagen beträgt rund 22.000 m², das ist eine Nettoraumfläche von 19.622 m². Auch diese Werte ähneln dem bestehenden Rathaus. Bei der Nachhaltigkeit macht RiS B dagegen einen weiteren Sprung gegenüber dem bereits als ökologisch vorbildlich geltenden Nachbarn: Rechnerisch ist der Energiebedarf für die Wärme- und Kälteversorgung beim Neubau 30 Prozent geringer. Und auch in Sachen Mobilität geht es einen großen Schritt nach vorne. Unter dem Familienrathaus entstehen in einer Tiefgarage für Fahrräder 600 Stellplätze nebst Spinden und Duschen. So wird das Pendeln auf zwei Rädern für die Mitarbeitenden richtig attraktiv.
Der Kostenrahmen von 111 Millionen Euro wird voraussichtlich eingehalten – das ist keine Selbstverständlichkeit in einem Bauprojekt von dieser Größe und diesem Zeitraum zwischen ersten Planungen und Fertigstellung.
Auch beim Innenleben unterscheidet sich RiS B in feinen Details von RiS A. Im Untergeschoss wird nicht nur die Haustechnik untergebracht sondern auch eine große Tiefgarage für rund 600 Fahrräder, samt Duschen und Spinden. Das Erdgeschoss wird (neben Räumen für Gemeindevollzugsdienst und Vollzugsdienst) ein Beratungszentrum mit über 30 individuellen Beratungsräumen umfassen. Die fünf Obergeschosse sind der Büroarbeit vorbehalten, und zwar in Form des „aktivitätsorientierten Arbeitens“: Es gibt hier also verschiedenartige, für unterschiedliche Anforderungen gestaltete Arbeitsplätze, unter denen die Mitarbeitenden ortsflexibel wählen können. Dazu zählen optimierte Räume für Videokonferenzen, Telefonboxen, Teambereiche mit mehreren Schreibtischen auf einer offen gestalteten Fläche, aber auch kleine Rückzugsbüros. Ob Teilzeitarbeit, Fortbildung, Urlaub oder Homeoffice: nie sind alle Beschäftigten gleichzeitig im Büro. Dank des neuen Konzeptes sind künftig weniger Schreibtische nötig.
Zum Einzug vorgesehen sind folgende Ämter bzw. Dienststellen: das Amt für Kinder und Jugend, das Amt für städtische Kindertageseinrichtungen, das Amt für Schule und Bildung, das Amt für öffentliche Ordnung, das Sportreferat, die Stadtkämmerei, das Dezernatsbüro von Bürgermeister Breiter, das Referat für Chancengerechtigkeit, der Gesamtpersonalrat und Teile des Amtes für Wohnraumentwicklung und Vermessung; das Baurechtsamt ist bereits am Standort und wechselt nur das Gebäude. Damit erreicht die Verwaltung gleich zwei Ziele: familiennahe Leistungen werden im RiS B, inoffiziell auch „Familienrathaus“ genannt, gebündelt – und die Stadt spart sich die Mietkosten etwa für das Gebäude am Fahnenbergplatz, in dem derzeit noch viele Ämter untergebracht sind. Damit werden im zweiten Oval rund 800 Mitarbeitende der Stadtverwaltung ihren Arbeitsplatz haben.
Im Beratungszentrum finden Familien künftig die meisten Services an einem Ort vor und können ihre Anliegen effizient klären. Hier entstehen viele helle und freundliche Räume, die ebenerdig und somit einfacher mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl zu erreichen sind. Zudem ist auch das RiS B für alle Menschen der Stadt gut erreichbar. Mit dem Bürgerservicezentrum (Bauteil A), dem Familienrathaus (Bauteil B) und dem benachbarten Bestandsbau (RiS C) werden künftig die meistnachgefragten Leistungen an einem Ort angeboten.
Das RiS B gleicht von der Größe und Optik her dem bestehenden Rathaus. Neben den Bürgerinnen und Bürgern sollen auch die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung vom neuen Bau profitieren. Er war auch notwendig geworden, da die Möglichkeiten zur Modernisierung in den bisherigen Amtsgebäuden an Grenzen gestoßen waren. Nun setzt Freiburg den Weg der Verwaltungskonzentration fort und nutzt dessen enorme Vorteile.
Noch bleibt aber einiges zu tun. Parallel zum Abschluss der Rohbauarbeiten haben bereits die Arbeiten am Dach und den Fassaden begonnen, ebenso der Innenausbau. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2026 geplant. Dann geht es ans Regulieren der Haustechnik und das Einrichten der Büros. Die Nutzung beginnt dann voraussichtlich im Jahr 2027.