Vier Vereine und eine Einzelperson

Freiburger Integrationspreis verliehen

Preisträger Ali Alsbih mit dem Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach und der Pflegerin Zoufinar Murad.
Für seinen Einsatz für die Pflegerin Zoufinar Murad (rechts), erhält Ali Alsbih (links) den Integrationspreis vom Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach.

Bereits zum 14. Mal hat die Stadt Freiburg den Integrationspreis verliehen. Dieses Jahr ging er an vier Vereine und eine Einzelperson. Der Preis ehrt Menschen, die sich besonders für Integration einsetzen. Die Verleihung fand im Historischen Ratssaal statt. Für die Ausgezeichneten gab es insgesamt 6000 Euro.

Kreativer Einsatz für Integration

Insgesamt 35 Bewerbungen sind bei der Jury aus Gemeinderät*innen und Mitgliedern des Migrant*innenbeirats eingegangen. "Die Auswahl haben wir uns nicht leicht gemacht", so der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, der Vorsitzender der Jury ist. "Alle vorgeschlagenen Institutionen und Einzelpersonen hätten einen Preis verdient."

Ausgewählt haben sie dann fünf Preisträger: vier Institutionen und eine Einzelperson. Es wurden zwei erste und drei zweite Plätze vergeben. Das Preisgeld hat die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau in diesem Jahr erneut mit 2000 Euro auf insgesamt 6000 Euro aufgestockt. Für den ersten Preis gab es jeweils 1500 Euro, die zweitplatzierten Initiativen können sich über je 1000 Euro freuen.

Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach lobt den unermüdlichen Einsatz der ausgezeichneten Personen und Initiativen:

Ob Sprachkurse, Kinderbetreuung, gemeinsames Wandern oder Demokratiebildung – ich bin beeindruckt, mit welcher Kreativität sich viele Menschen in unserer Stadt Tag für Tag für Integration einsetzen.

Ulrich von Kirchbach (Erster Bürgermeister)

Erster Preis für Ali Alsbih

Einer der beiden ersten Preise geht an den Freiburger Ali Alsbih. Er setzte sich gemeinsam mit anderen Engagierten dafür ein, dass die nach Armenien abgeschobene Pflegerin Zoufinar Murad wieder nach Freiburg gebracht wurde. Murad wurde 2022 während ihrer Nachtschicht im St. Carolushaus überrascht und in ein Land gebracht, das nie ihr Lebensmittelpunkt war. Ali Alsbih bewies viel Geduld und Durchhaltevermögen und holte Murad 2025 legal nach Freiburg zurück. Mittlerweile macht sie ihre Pflegeausbildung im St. Carolushaus.

Der Verein Fairburg hat Ali Alsbih für den Intergrationspreis vorgeschlagen. Die Jury war sich einig, dass Alsbih mit seinem unermüdlichen Einsatz und dem beharrlichen Ringen um Gerechtigkeit ein starkes Zeichen für Menschlichkeit gesetzt hat.

Erster Preis für den Verein Stadtpiraten

Die Stadtpiraten fördern und unterstützen seit vielen Jahren Geflüchtete. Sie stärken geflüchtete Kinder, Jugendliche und Eltern und schaffen Möglichkeiten zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, zur Entfaltung neuer Fähigkeiten und zum Wachstum sozialer Kompetenzen. Für ihre integrativen Angebote sind sie mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden.

Zweiter Preis für den Verein Bildung für alle

Der Verein Bildung für alle unterstützt Geflüchtete von Anfang an beim sprachlichen Ankommen in unserer Gesellschaft – und das seit mittlerweile zehn Jahren. Dank des großen Engagements von rund 50 Ehrenamtlichen kann der Verein kostenfreie Sprachkurse anbieten. Dabei geht es nicht nur darum, sprachliche Hürden zu meistern. Die Teilnehmer*innen werden auch gestärkt und motiviert, andere Herausforderungen im Integrationsprozess anzugehen. Dafür erhält der Verein den zweiten Preis.

Zweiter Preis für die Allpinistas der Sektion Freiburg-Breisgau des Deutschen Alpenvereins

Das Projekt Allpinistas will den Bergsport inklusiver machen. Willkommen sind alle, unabhängig von sozialen, finanziellen, körperlichen Voraussetzungen, Alter, Herkunft oder sexueller Orientierung. Das Angebot „Climb & Coffee“ richtet sich speziell an geflüchtete Familien und lädt ein, sich beim Klettern in einem entspannten Rahmen zu begegnen. Für diese wichtige Arbeit gibt es einen weiteren zweiten Preis.

Zweiter Preis für den Freiburger Wahlkreis 100 %

Der letzte zweite Preis ging an das Projekt Democracy Crew 100 % vom Freiburger Wahlkreis 100 %. Das Projekt will die politische Teilhabe von jungen Menschen mit Migrationshintergrund stärken. Durch kreative Formate wie Playlist-Wahlen oder Rap-Challenges sollen junge Menschen Demokratie und wichtige Akteure besser kennenlernen. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Veröffentlicht am 05. Februar 2026